30

Sep

Architekturwettbewerb für 99 West entschieden

Das Frankfurter Architekturbüro Cyrus Moser (CMA) hat auch den zweiten Architekturwettbewerb zur Bebauung des ehemaligen AfE-Areals für sich entschieden. Neben dem Apartment- und Hoteltower „140 West“ wird im neuen Senckenberg Quartier gegenüber des Naturkundemuseums ein weiteres von CMA entworfenes Hochhaus entstehen: Der Büroturm „99 West“.

Damit wird der letzte Baustein auf dem Areal zwischen Robert-Mayer-Straße und Senckenberganlage gesetzt und das Senckenberg Quartier, ein Ensemble aus zwei Hochhäusern, einem sechsgeschossigen Solitärgebäude und einer Kindertagesstätte, architektonisch vollendet. Der ca. 100 m hohe Office Tower grenzt an die Parkseite des Kulturcampus an und wird auf 26 Etagen (ca. 29.500 Bruttogeschossfläche) Raum für bis zu 1.200 Beschäftigte schaffen. Auf dem vorversetzten Gebäudeteil des trapezförmigen Sockels entsteht in ca. 23 m Höhe eine begrünte Dachterrasse mit Ausblick auf die Skyline.

Das Preisgericht zum Architekturwettbewerb durfte sechs Entwürfe von national und international renommierten Architekten bewerten. Die siebenköpfige Jury aus Architekturexperten, Stadtplanern und der Ausloberin des Wettbewerbs, der Groß & Partner Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH, kürte nach intensiver Begutachtung schließlich die Frankfurter Architekten CMA zum Sieger des Wettbewerbs.

„Das Konzept von CMA überzeugte uns, weil es besonders gut dem Ensemblegedanken folgt, was insbesondere mit Blick auf das Wohngebiet Bockenheim und die auf dem Kulturcampus entstehenden Wohnungen wichtig ist. Die Ausdifferenzierung des Sockelbereichs und die gelungene Verbindung zur Kita wurden ebenfalls sehr positiv bewertet“, erläutert Jürgen Groß, geschäftsführender Gesellschafter von Groß & Partner, den Siegerentwurf. Den zweiten Platz in dem Wettbewerb sicherte sich das Frankfurter Architekturbüro Schneider + Schumacher, Drittplatzierte wurden KSP Architekten Jürgen Engel, ebenfalls aus Frankfurt.

Im Senckenberg Quartier auf dem Kulturcampus entsteht ein urbaner Mix aus Wohnungen, Büroflächen, Hotel und Gastronomie, zudem wird eine 8-zügige Kindertagesstätte errichtet. Mit dem Bau des „99 West“ soll im Sommer 2018 begonnen werden, die Fertigstellung ist für 2021 geplant.

99 West Frankfurt - Visualisierung
29

Sep

Das Mysterium um den OmniTurm ist gelüftet

Ein Hochhaus hat nicht einfach willkürlich eine bestimmte Höhe. Wie hoch in einem bestimmten Bereich maximal gebaut werden kann, das entscheiden weder Bauherr noch Architekt: Dies ist im jeweils gültigen Bebauungsplan geregelt. Der aufmerksame Beobachter stellt jedoch fest, dass es bei manch einem Hochhaus eine Diskrepanz zwischen Bebauungsplan und tatsächlicher Höhe gibt. In anderen Worten: Hier und da wird ein Hochhaus höher als vorgesehen, wie zum Beispiel der OmniTurm. Dort sind im Bebauungsplan 175 Meter vorgesehen, ausgehängte Pläne im Planungsdezernat sprachen von 185,4 Meter – doch die Webseite vom Bauherren weist 190 Meter auf. Der Skyline Atlas hat sich gefragt: Wie kommen diese unterschiedlichen Höhen zustande und wie hoch wird der OmniTurm nun?

Auf Nachfrage beim Planungsamt der Stadt Frankfurt meldete sich Herr Rosmus beim Skyline Atlas, zuständig für Planungen innerhalb vom Cityring. Herr Rosmus klärt auf: „Die maximale Höhe in einem Bebauungsplan kann von der späteren Höhe tatsächlich abweichen, zum Beispiel wenn Technikgeschosse in die Kubatur integriert werden. Technikgeschosse werden bei der Höhenberechnung nicht mitgezählt.“ Dies sei beispielsweise beim Jumeirah Hochhaus der Fall, bei dem 3 Geschosse kaum wahrnehmbar in die Architektur vom Gebäude eingebettet wurden.

„Genauso verhalte es sich auch beim OmniTurm“, so Rosmus. Der OmniTurm verfüge über Technikgeschosse, die in die oberirdischen Geschosse eingeplant wurden. Die Höhe von 185,4 Meter stamme noch aus dem architektonischen Wettbewerb und sei nicht mehr aktuell. Im offiziellen Bauantrag für den OmniTurm stünden 189,9 Meter (also knapp die vom Projektentwickler TishmanSpeyer angegebenen 190 Meter). Daher halten wir fest:

Der OmniTurm hat eine Höhe von 189,9 Meter.

04

Sep

Kann die Stadtplanung in Toronto ein Vorbild für Frankfurt sein?

Ein Besuch am Ontariosee: zwischen Bürgerbeteiligung und Profitinteressen

Die Innenstadt von Toronto, dem Finanzzentrum von Kanada, ist geprägt von Hochhäusern. Hier fühlt man sich ein bisschen wie nach Midtown Manhattan versetzt. Der CN Tower ist mit einer Höhe von 553 Metern das Wahrzeichen von Toronto.

Im Finanzdistrikt stehen dicht an dicht die Hochhäuser der grossen Banken dieser Welt. Entlang des Ontariosees, der direkt an die Innenstadt grenzt, sieht man hingegen viele Apartmenthochhäuser (sogenannte „condo towers“). Die meisten davon sind erst in den letzten Jahren gebaut worden. Diese Apartmenthochhäuser ragen teilweise bis zu 270 Meter in den Himmel.

Was löste diesen enormen Bauboom hier aus? In Toronto und seinen Aussenstädten wohnen ca. 8 Millionen Einwohner. Toronto zählt mittlerweile zu den einwohnerstärksten Ballungsräumen Nordamerikas. Jedes Jahr kommen im Schnitt mehr als 100.000 Zuzügler und Migranten dorthin und wollen in der Stadt am Ontariosee leben.

Damals in den 1970er Jahren war Toronto sehr darauf bedacht, nur Häuser bis maximal 13,7 Metern Höhe bei Neubauten in der Innenstadt zuzulassen. Dann haben die Planer jedoch verstanden, dass die Hundert Tausenden von Zuwanderer nicht alle in den Vorstädten untergebracht werden konnten. Der einzige Weg war damals und ist es heute, nach oben zu wachsen. Der Boom der Apartmenthäuser hat es ermöglicht, eine dichte und lebhafte Innenstadt zu bilden.

Dieser Boom wird durch stadtplanerische Instrumente gelenkt damit keine Bauten in „Wild West“-Manier entstehen. Beispielsweise ist der Stadt ein klare Kommunikation und Mitsprache der Bevölkerung wichtig. Die Stadtverwaltung achtet sehr darauf, wo die Gebäude entstehen, wieviel Schatten sie erzeugen, welche Materialien eingesetzt werden und wieviel sie für die öffentliche Bereicherung beitragen. Dieser Prozess wird transparent gestaltet: Die Bürger werden durch Stadtplaner über jedes neue Bauvorhaben über Infotafeln (siehe Fotos) und im Internet (unter www.toronot.ca/aic) informiert und mit einbezogen, nach dem Motto „PLANING A GREAT CiTY TOGETHER“.

Zur Zeit sind 140 Hochhäuser in der Innenstadt von Toronto im Bau. An dieser hohen Anzahl an Hochhaus-Neubauten, in erster Linie Wohnhochhäuser, ist abzulesen welche Veränderungen in einer Mega City wie Toronto aktuell geschehen. Hochhäuser ermöglichen es hier, einer breiten Masse an Bewohnern direkt in der Stadt zu leben.

Bei all diesen Veränderungen ist es der Stadtverwaltung von Totonto wichtig, die Bürger zu informieren und zu beteiligen, den Planungsprozess transparent zu gestalten damit die Akzeptanz der Bürger steigt und die Qualität der Planungen verbessert werden.

Frankfurt erlebt ebenfalls einen neuen Trend zu Wohnhochhäusern, wobei hier die Wohnungen noch einer sehr zahlungskräftigen Klientel vorbehalten bleiben. Aber auch im Bürosegment entstehen neue Hochhäuser. Leider vermissen aufmerksame Beobachter hier eine ähnliche Transparenz wie sie in Toronto gelegt wird. Es wäre wüschenswert wenn seitens des Planungsamtes der Stadt Frankfurt mehr Transparenz und ein Einbeziehung der Öffentlichkeit frühzeitig stattfinden würden, zum Beispiel durch Infotafeln und im Internet. Es wäre schön, wenn es nach kanadischem Vorbild „PLANING A GREAT CiTY TOGETHER“ in Frankfurt geben würde.

Ein Beitrag von Jürgen Petzold.

01

Sep

Die City braucht den Gegenpol – Frankfurt Southbank

Ja, Frankfurt hat eine Skyline. Schön und gut. Aber im internationalen Maßstab stehen wir doch eher bescheiden da. Wer einmal in Städten wie London, Toronto oder Chicago war, der weiss: Frankfurt hat städtebaulich sicher noch viel Potenzial. In den ausländischen Medien heißt dass dann etwas anders: Frankfurt wäre provinziell, langweilig oder ein „Canaray Wharf in the green“.

Wie könnte also eine Weiterentwicklung aussehen? Spinnen wir die Idee von Wohntürmen doch einmal weiter. Wie wäre es, wenn wir moderne Hochhäuser nicht mehr nur einer elitären Minderzeit zugänglich machen und diese stadtnah bauen? Es gibt genügend Orte, wo Wohntürme Sinn machen… vor allem dort, wo gewohnt wird: in Sachsenhausen. Der Skyline Atlas hat daher einen Vorschlag zur Belebung vom südlichen Mainufer ausgearbeitet, den wir hiermit feierlich präsentieren. Wir haben das Konzept Frankfurt Southbank genannt und es soll als Ideengeber gelten können.

Jetzt fehlt nur noch eins: Mutige Projektentwickler und die passenden Architekten für das Mainhattan von morgen!

Wohntürme am Mainufer in Sachsenhausen. Das finde ich...