27

Mrz

Fassadengestaltung vom DB Tower steht fest

Der Sieger des Gestaltungswettbewerbs für den DB-Tower der Deutschen Bahn AG im Europaviertel steht fest: Nachdem das Gebäude einem Entwurf von schmidtploecker Architekten folgt, liefern Aldinger Architekten aus Stuttgart nun ein äußeres Erscheinungsbild.

Der Wettbewerb wurde vom Bauherren Aurelis Real Estate in Zusammenarbeit mit der Stadt Frankfurt ausgelobt. Das Preisgericht bestand aus Mike Josef, Planungsdezernent der Stadt Frankfurt, Martin Hunscher, Stadtplanungsamt, Frankfurt am Main, Joachim Wieland, CEO von Aurelis, namhaften Architekten der Region sowie weiteren Vertretern der Unternehmen Deutsche Bahn und Aurelis. Neben Aldinger Architekten hatten fünf weitere Büros am Wettbewerb teilgenommen.

Der 60 Meter hohe DB-Tower (ca. 29.000 Quadratmeter Mietfläche) entsteht im Ensemble mit dem projektierten Bürogebäude The Brick (ca. 23.000 Quadratmeter Mietfläche). Aurelis wird die zwei Gebäude für die Deutsche Bahn errichten. Die beiden Unternehmen hatten im Oktober 2017 einen langfristigen Mietvertrag unterzeichnet.

Hauptziel des nun abgeschlossenen Wettbewerbs war es, eine harmonische und gleichzeitig spannungsreiche Einheit der beiden Gebäude zu erzielen. The Brick wird nach dem Entwurf von schmidtploecker Architekten aus Frankfurt errichtet. AldingerArchitekten werden eng mit schmidtploecker zusammenarbeiten. Die Frankfurter waren bereits vor dem Wettbewerb mit der Gesamtplanung für The Brick und den DB-Tower beauftragt worden.

Bei der Auswertung der Wettbewerbsergebnisse musste auch die kurze Bauzeit berücksichtigt werden. Die Deutsche Bahn möchte noch im Jahr 2020 das Gebäude beziehen.

„Wir haben uns für diesen neuen Unternehmensstandort einen Campus-Charakter gewünscht“, erläutert Michael Rehschuh, Projektleiter Bürowelt Zentrale Personenverkehr, von der Deutschen Bahn AG. „Verwandt, aber nicht gleich, so lautete die Gestaltungsvorgabe für die beiden Gebäude. Aldinger Architekten haben mit ihrem DB-Tower einen kraftvollen Entwurf geliefert, der einen starken Bezug zu The Brick aufweist.“

Mike Josef lobte auch die anderen Wettbewerbsteilnehmer. „Jede der eingereichten Arbeiten hatte eine hohe funktionale und gestalterische Qualität. Aldinger Architekten aber überzeugte mit einer Fassadengliederung, die sich gut in die bestehende Bebauung einfügt und die gleichzeitig einen neuen Akzent an der Europa-Allee setzt“, erklärt der Planungsdezernent.

Auf dem Baufeld von The Brick hat Aurelis bereits im letzten Jahr mit dem Aushub der Baugrube begonnen. Die Arbeiten werden von der Firma Züblin durchgeführt. Joachim Wieland zur Umsetzung des Gesamtprojekts: „Der Zeitplan ist ausgesprochen ehrgeizig. Dabei kommt uns entgegen, dass die Planung für The Brick bereits fortgeschritten ist.“ Der Bauantrag für den DB-Tower soll noch im Frühjahr eingereicht werden.

Die Entwürfe der sechs Wettbewerbsteilnehmer werden vom 4. bis 20. April 2018 im Foyer des Planungsdezernats (Kurt-Schumacher-Straße 10, 60311 Frankfurt am Main) ausgestellt und können Montag bis Freitag von 8:30 Uhr bis 18:00 Uhr angeschaut werden.

06

Mrz

Investor kauft Altes Polizeipräsidium in Frankfurt

Das Alte Polizeipräsidium an der Friedrich-Ebert-Anlage in Frankfurt wechselt den Besitzer. Der Düsseldorfer Projektentwickler Gerch Group kauft das Grundstück in Bestlage mit samt bestehender Bebauung für 212,5 Mio. Euro. Die bisherigen Gebäude sollen alle abgerissen werden und rund 800 Millionen Euro sollen in eine Neubebauung des Grundstücks fließen. Um das Projekt haben Land und Stadt heftig gestritten. Baubeginn soll 2022 sein, fertig werde das Gesamtprojekt wohl bis 2026.

Diese Angaben gab Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) bekannt. „Frankfurt kann sich freuen. An prominenter Stelle in der Stadt tut sich nun etwas“, sagte er. In den kommenden Jahren könnten auf dem Gebiet zwischen Hauptbahnhof und Messe ein modernes Gebäudeensemble mit Wohnungen, Büros und einem Hotel entstehen. Der Finanzminister sagte weiter, es komme eine Kindertagesstätte hinzu sowie eine Turnhalle für die Falkschule.

Damit sind nach Ansicht des Finanzministers Schäfer die Anforderungen, die die Stadt Frankfurt an die künftige Nutzung des Geländes gestellt hat, erfüllt. Den Verkaufserlös will das Land Hessen vollständig im Raum Frankfurt reinvestieren, laut Minister vor allem im Bereich Bildung und Wohnungsbau.

Das bisher dem Land gehörende Gelände mit dem früheren Polizeipräsidium umfasst mehr als 15.000 Quadratmeter Fläche. Was genau neu gebaut werden soll, wird ein Architekten-Wettbewerb entscheiden. Das Baurecht ermöglicht an dem Ort ein gemischt genutztes Quartier aus Wohnen, Büro und Hotel, auf dem auch ein Hochhaus mit maximal 145 Metern Höhe entstehen kann.

Das seit 2002 leerstehende ehemalige Polizeipräsidium ist heute baufällig. Im September 2017 startete das Land das Verkaufsverfahren, bei dem es mit mehreren Interessenten verhandelte. Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) warf dem Land vor, es treibe wie ein „privater Spekulant“ den Preis für das Gelände so stark in die Höhe, dass dort Luxuswohnungen und teure Büros entstünden. Der hohe Verkaufspreis vom Grundstück an die Gerch Group würde spätere Kaufpreise bei den Wohnungen jenseits der 10.000 Euro pro Quadratmeter verursachen, so die Kritik von Lokalpolitikern.