Baubeginn am ehemaligen Polizeipräsidium ab 2023 geplant

Mit einer Baugenehmigung für die zwei geplanten Hochhäuser auf dem Gelände rund um das ehemalige Polizeipräsidium wird für Herbst 2023 gerechnet. Ein Architekturwettbewerb zu dem zweiten geplanten Hochhaus an der Matthäuskirche soll voraussichtlich nächstes Jahr folgen.

Auf dem 4,2 Hektar großen Gelände des ehemaligen Polizeipräsidiums und rund um die Matthäus Kirche im Gallusviertel in Frankfurt soll seit rund 20 Jahren ein gemischtes Quartier mit zwei Hochhäusern entstehen. Nachdem das Polizeipräsidium seit 2002 leer steht und das alte Grundstück brachliegt, verkommen die Gebäude einschließlich des denkmalgeschützten Hauptbaus an der Friedrich-Ebert-Anlage zusehends.

Änderung des alten Bebauungsplans

2018 beschloss die Stadtverordnetenversammlung, den alten Bebauungsplan von 2001 zu ändern, da sich die städtebaulichen Anforderungen an das Quartier geändert haben. Ziel sei es, dringend benötigte Wohnungen zu schaffen und in diesem Zuge auch ein zweites Hochhaus auf dem Areal der Matthäus Kirche zu ermöglichen. Wie die Presse berichtet, war es bereits 2017 das gemeinsame Ziel der Stadt Frankfurt und des Eigentürmers, des Landes Hessen, den lang andauernden Leerstand des Alten Polizeipräsidiums zu beenden. Die Stadt hat 2018 eine Veränderungssperre ausgesprochen, die verhindert, dass nach den Vorgaben des bisherigen Bebauungsplans gebaut wird. Seitdem läuft das sogenannte Änderungsverfahren des Bebauungsplans.

Wesentliche Änderung des neuen Bebauungsplans sind die Schaffung eines gemischt genutzten Stadtquartiers mit sechsgeschossiger Bebauung mit bis zu 400-500 Wohnungen, zwei Hochhäusern, öffentlicher Nutzung der Erdgeschosse und einer Kita. Es soll dadurch ein Wohnanteil von 40 Prozent entstehen, wobei der Anteil an gefördertem Wohnungsbau 30 Prozent betragen soll. Auch der bereits seit Jahren bestehende Bedarf der denkmalschützten Falkschule nach einem Erweiterungsbau und einer Turnhalle wurde in die Planung aufgenommen. Zudem wurde eine Anpassung der Traufhöhen an die Bestandsgebäude ergänzt und der Erhalt von drei denkmalgeschützten Doppelhäusern entlang der Mainzer Landstraße. Darüber hinaus ist ein Hotelbau im ehemaligen Polizeipräsidium vorgesehen und eine Durchwegung durch das Quartier. Mehrere Gutachten, unter anderem zur Verschattung, stehen noch aus und der Ortsbeirat fordert, Verbesserungsvorschläge bezüglich der Gestaltungssatzung, Solarenergie, Entsiegelung, Passivhausstandards, Stellplätzen, Begrünung, Baumbepflanzung und des Wasserkonzepts in dem neuen Bebauungsplan zu berücksichtigen und die betroffenen Bürger besser zu informieren.

Zwei Projektentwickler realisieren zwei Hochhäuser

Nachdem ein Großteil des Grundstücks 2018 durch das Land Hessen an den Projektentwickler Gerchgroup AG für 212,5 Millionen Euro verkauft wurde, fand 2020 ein zweistufiger Realisierungswettbewerb statt. Der Siegerentwurf des Frankfurter Architekturbüros Meixner Schlüter Wendt sieht ein 175 Meter hohes Hochhaus mit dem Namen Das Präsidium vor, dessen Höhe von der Empfehlung des Hochhausrahmenplans von 2008 und auch des Bebauungsplans von 2001 abweicht.

2020 erfolgte dann auch der Verkauf des Geländeabschnitts der Matthäuskirche durch den Evangelischen Regionalverband an den Hamburger Projektentwickler Becken.  Der Evangelische Regionalverband plant auf dem Grundstück einen weiteren Hochhaus-Neubau, wobei der Kirchturm der Matthäuskirche und denkmalgeschützte Elemente erhalten und in den Neubau integriert werden sollen.  Voraussetzung für eine künftige Hochhausbebauung ist ein Architekturwettbewerb, den der Projektentwickler Becken mit der Stadt Frankfurt abstimmt und der voraussichtlich im kommenden Jahr stattfinden soll.

Das ehemalige Polizeipräsidium in Frankfurt am Main steht als Standort für weitere Hochhäuser im Gespräch

Dieses zweite Hochhaus an der Hohenstaufenstraße war ursprünglich nicht im Bebauungsplan von 2001 vorgesehen, sondern nur ein 145-Meter-Hochhaus auf dem Gelände des Polizeipräsidiums. Wie berichtet, sieht jedoch der Hochhausentwicklungsplan von 2008 neben dem geplanten Hochhaus im Blockinnenbereich des ehemaligen Polizeipräsidiums (Höhe 145 Meter) einen weiteren Hochhausstandort (Höhe 130 Meter) am Standort der bestehenden Kindertageseinrichtung an der Hohenstaufenstraße vor. Dieser zusätzliche Hochhausstandort wird im Zuge der Änderung des Bebauungsplanes überprüft und soll mit dem neuen Bebauungsplan rechtlich verankert werden.

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Baubeginn für das Hochhaus der Gerchgroup ist für 2023 geplant

Das bereits geplante 175 Meter hohe Hochhaus Das Präsidium, das nach den Entwürfen von Meixner Schlüter Wendt im Blockinnenbereich des ehemaligen Polizeipräsidiums entstehen soll, überschreitet die ursprüngliche Genehmigung von 145 Metern um 30 Meter. Die Gerchgroup rechnet für Ende 2022 mit der Rückbaugenehmigung und plant, den Rückbau im ersten Quartal 2023 zu beginnen. Das Stadtplanungsamt geht aktuell von einer Auslegung des Bebauungsplans bis Mitte 2023 aus und anschließend mit einem Satzungsbeschluss der Stadtverordnetenversammlung. Voraussichtlich Mitte 2023 werden dann die Bauanträge abgegeben, so dass nach Auskunft der Gerchgroup eine Baugenehmigung für das Präsidium im Herbst 2023 vorliegen könnte. Von einer Fertigstellung erster Flächen geht der Projektentwickler 2026 aus. Nach der Fertigstellung der gemeinsamen Tiefgarage folgt dann der Bau und die Entwicklung der einzelnen Baufelder. Neue Visualisierungen auf der Projektseite https://www.praesidium-frankfurt.de/future zeigen leichte Anpassungen, so z.B. eine Lunette auf dem denkmalgeschützten Polizeipräsidium, dass erhalten bleiben wird.

Ergebnisse der Bürgerbeteiligung werden geprüft

Im Mai 2022 hat das Stadtplanungsamt zu einer zweiwöchigen Bürgerbeteiligung aufgerufen, um Anregungen und Wünsche der Bürger bei der Planung des Areals des ehemaligen Polizeipräsidiums abzufragen. Diese Bürgerbeteiligung ist Bestandteil des Änderungsverfahrens. Wie das Stadtplanungsamt mitteilt, bezogen sich die Anregungen und Fragen der Bürger insbesondere auf den Bereichen Natur und Umwelt, Künstler und Kulturschaffende, Infrastruktur und Versorgung sowie Städtebau und Verfahrensfragen. Die Rückmeldungen werden aktuell auf die Umsetzbarkeit geprüft und der Entwurf des Bebauungsplans weiter konkretisiert, so dass eine neue öffentliche Auslegung des Bebauungsplans und ein Beschluss seitens der politischen Gremien laut Stadtplanungsamt ab Mitte 2023 stattfinden kann.

Alle Infos zum Präsidium

Der SKYLINE ATLAS führt zu jedem Frankfurter Hochhaus eine eigene Projektseite mit allen Informationen und Neuigkeiten übersichtlich zusammengefasst. Dort finden sich auch regelmäßige Updates von den Baustellen.

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