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Bankfurt Krankfurt Mainhattan - Schimpfwörter Frankfurt - Schimpfnamen Frankfurt - Frankfurt Spitznamen

Warum hatte Frankfurt Schimpfnamen?

Die Stadt Frankfurt ist seit dem Mittelalter ein wichtiger Handels- und Finanzplatz, was auch in seinem Städtebau Ausdruck fand. Alleine in der historischen Altstadt standen vor dem Zweiten Weltkrieg mehr als 1.250 Fachwerkhäuser, die Frankfurt am Main zu einer der bedeutenden mittelalterlichen Fachwerkstädte machten.

Die Altstadt und Neustadt galten als Schmuckstück der Main-Metropole und waren eine der bekanntesten Touristenattraktionen in Deutschland. Die Frankfurter waren stolz auf ihre Stadt und viele Besucher waren begeistert von ihrer Schönheit. Viele Straßenzüge waren durch reich verzierte Gründerzeithäuser gesäumt.

Durch Luftangriffe der Alliierten im Zweiten Weltkrieg wurde jedoch die gesamte mittelalterliche Bebauung ausradiert. Dadurch fielen Tausende von historischen Gebäuden in Frankfurt den Flammen zum Opfer, darunter rund 1.800 Fachwerkhäuser in der historischen Altstadt und Neustadt. Dadurch verlor Frankfurt vollkommen seine Identität.

Nach dem Kriegsende entstand durch den Aufbau der Stadt in den 1950er und 1960er Jahren ein vollständig neues Stadtbild, das punktuell durch immer höher werdende Bauten geprägt wurde. Frankfurt war in dieser Zeit auf der Suche nach Aufbruch und Moderne.

Einen Schwerpunkt der Hochhausentwicklungen zu dieser Zeit waren das Bankenviertel und das Westend. Doch behutsam wurde im Übereifer nicht gebaut, denn es war die Zeit der autofreundlichen Stadt.

Historische Gebäude in Frankfurt am Main - Kaiserstraße und Kaiserplatz um 1899

Das Bild zeigt die Kaiserstraße am Kaiserplatz im Jahr 1899. Heute kaum zu glauben, dass dies mal Frankfurt war.

Frankfurter Häuserkampf - Demonstrationen gegen Gentrifizierung

Wir lassen uns nicht vertreiben - hier wurde Wohnraum aus Profitgier zerstört!
Abriß von historischen Gebäuden im Frankfurter Westend durch Investoren

Amateuraufnahmen von Demonstrationen und Straßenschlachten aus dem Jahr 1974: Frankfurter Häuserkampf

In der Folge von ausufernder Bautätigkeit und Profitstreben wurden gewachsene Stadtviertel zu Lasten der alteingesessenen Bevölkerung städtebaulich umgewandelt. Es entstanden außerdem Verwaltungsbauten in Wohngebieten, die den Rahmen ihrer umgebenden Bebauung sprengten, und etablierte Mieter durch Gentrifizierung verdrängten.

Zu Anfang der 1970er Jahren begann ein Teil der Bevölkerung in Frankfurt, sich gegen den rücksichtslosen Kapitalismus zu wehren. Die ungebremst errichteten Verwaltungsgebäude und Hochhäuser in Wohnlagen wurden zum Fokus für die Aktivisten. In Zeiten von Demonstrationen, Hausbesetzungen und dem Frankfurter Häuserkampf wurden die Begriffe Krankfurt, Bankfurt und Mainhattan als Schimpfworte für die Investorenwut etabliert. Der Ruf von Frankfurt litt in den 1970er Jahren stark unter häufigen Straßenschlachten zwischen Demonstranten und der Polizei, die hier erstmals in Deutschland auftraten, und ein Jahr später auch nach Berlin überschwappten.

Organisierte Kriminalität, beispielsweise Drogenhandel, zeigten sich vor allem im Frankfurter Rotlichtviertel, das direkt neben dem Bankenviertel liegt. Frankfurt galt damals als hässlich, unkontrolliert und „unregierbar“. Die Politik versuchte mit Mitteln, wie dem Westendplan, den Bürgern entgegenzukommen.

Seit den 1980er Jahren wurden Standorte für neue Bürogebäude in Frankfurt behutsamer ausgewählt und etablierte Wohnviertel, wie das Westend und das Bahnhofsviertel, für neue Hochhäuser zur Tabuzone erklärt. Daher sind in den Rahmenplänen für die Stadtentwicklung ab den 1980er Jahren keine neuen Hochhausstandorte in Stadtvierteln mit historischer Bebauung und/oder überwiegender Wohnnutzung vorgesehen.

Die negative Stimmung gegenüber Großbauprojekten legte sich. Durch die Konzentration von Hochhäusern im Bankenviertel entstand dann eine immer dichter werdende und relativ zusammenhängende Hochhaussilhouette. Ab den 1990er Jahren wurde mehr Wert auf eine anspruchsvollere Architektur gelegt. Die Frankfurter Skyline stand ab dieser Zeit zunehmend als Symbol für Prosperität und Zukunftsorientierung. Die Bevölkerung identifizierte immer mehr mit ihren Hochhäusern, die spätestens seit Beginn des 21. Jahrhunderts als neues Wahrzeichen der Stadt gelten.

Seit den 1990er Jahren werden die Schimpfnamen Krankfurt und Bankfurt kaum noch verwendet. Die beiden Begriffe Bankfurt und Mainhattan haben sich in den letzten drei Jahrzehnten sogar ins Gegenteil verkehrt und sind heute positiv belegte Spitznamen von Frankfurt am Main.

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