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Architektur-Wettbewerbe in Frankfurt - Wettbewerb um die beste Architektur


Was ist ein Architekturwettbewerb?

Im Bereich der Architektur, des Städtebaus und der Landschaftsarchitektur werden Wettbewerbe veranstaltet, wenn für eine anstehende konkrete Planungsaufgabe oder für eine generelle Ideenfindung der optimale Entwurf gefunden werden soll. Die Durchführung von einem solchen Wettbewerb erfolgt, da es trotz präziser Projektvorgaben immer noch viele verschiedene Möglichkeiten gibt, ein Bauwerk zu strukturieren, zu konstruieren und zu gestalten. Architekturwettbewerbe sind somit eines der besten qualitäts- und projektorientierten Mittel zur Ermittlung der besten Lösung hinsichtlich Städtebau, Funktion, Ökonomie und Sozialverträglichkeit für ein bestimmtes Projekt – und damit für alle Kriterien der Nachhaltigkeit.

Architekturwettbewerbe werden von großen Unternehmen hin und wieder freiwillig durchgeführt oder, was wesentlich häufiger der Fall ist, sie werden vom Bauherren auf Drängen der Stadt Frankfurt initiiert. Aufgrund des erheblichen baulichen und sozialen Einflusses von Hochhäusern finden in Frankfurt für Gebäude ab 60 Metern Höhe in der Regel Realisierungswettbewerbe statt, hierzu zählen Projekte wie:

Eine Frage um solche Ideenwettbewerbe ist, wie sie organisiert werden und zum Ergebnis führen.

Architekt Frankfurt - Architekturbüro in Frankfurt am Main - Baustelle

Unabhängigkeit der Wettbewerbe

Architekturwettbewerbe werden von Wettbewerbsmanagern organisiert (z. B. eine zuständige Behörde oder eine hierzu beauftragte Firma), die in der Regel wie die Wettbewerbsteilnehmer Architekten sind. Die Wettbewerbsbetreuer müssen die gleiche Qualifikation wie die Wettbewerbsteilnehmer haben. Sie übernehmen die koordinierende Rolle des Architekten in dieser Phase und sind unter anderem verantwortlich für die Zusammenstellung aller Inhalte der Auslobung sowie die Vorprüfung der eingereichten Entwürfe der teilnehmenden Architekten.

Der Grundgedanke der meisten Wettbewerbe ist die Vergabe eines Planungsauftrags (Realisierungswettbewerb). Hierzu wird in der Auslobung das Auftragsversprechen niedergelegt. Aufgrund dieses Versprechens darf die im Wettbewerb in Form von Preisen und Anerkennungen ausgeschüttete „Wettbewerbssumme“ niedriger sein als die tatsächlich von allen Teilnehmern erbrachte Leistung. Die Wettbewerbssumme entspricht in Deutschland ungefähr dem Honorar der Vorplanung (Leistungsphase 2 gemäß HOAI).

Die Prinzipien des Architektenwettbewerbs sind insbesondere eine eindeutige Aufgabenstellung, die Gleichbehandlung aller Teilnehmer, ein angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis, die Anonymität der Wettbewerbsbeiträge, eine Verpflichtung zur Beauftragung eines der Preisträger sowie die Beurteilung der Arbeiten durch ein kompetentes Preisgericht.

Wettbewerbsformen

Durch die Definition der Teilnahmeberechtigung legt der Auslober den Kreis der zum Verfahren zugelassenen Personen fest – in der Regel Architekten mit der entsprechenden Berufsqualifikation.

Bei offenen Wettbewerben können sich alle Personen beteiligen, die die Vorgaben der Teilnahmeberechtigung erfüllen und bei denen keine Teilnahmehindernisse vorliegen, z. B. weil sie Angestellte des Auslobers oder Teil des Preisgerichts sind.

Bei den nichtoffenen, begrenzten oder beschränkten Wettbewerben findet vor dem eigentlichen Wettbewerb ein Teilnahmewettbewerb statt. Vor dem Versand der Auslobungsunterlagen findet, nach der Veröffentlichung, ein Auswahlverfahren zur Bestimmung eines zahlenmäßig klar definierten Teilnehmerkreises statt. Die Gestaltung des Auswahlverfahrens gestattet innerhalb der Grenzen des Vergaberechts gewisse Spielräume, von der direkten Benennung von Teilnehmern über die Definition von Zugangs- und Auswahlkriterien anhand von Bürodaten und Referenzen bis hin zum Losverfahren.

Eine Besonderheit ist der zweiphasige Wettbewerb, bei dem in einer ersten (offenen) Phase skizzenhafte Konzepte in reduziertem Umfang eingereicht werden, anhand derer dann Teilnehmer für die weitere Wettbewerbsbearbeitung in der zweiten, nichtoffenen Phase ausgewählt werden.

Sinnhaftigkeit von Wettbewerben

Kritik an Architekturwettbewerben gibt es immer mal wieder. Das Hauptproblem ist auf der einen Seite, dass trotz durchgeführter Gestaltungswettbewerbe die Qualität der Architektur nicht herausragend ist und regelmäßig zu Wünschen übrig lässt. Ein weiterer Kritikpunkt dabei ist, dass bei einem „erzwungenen“ Wettbewerb durch die Stadt der spätere Siegerentwurf indirekt vom Bauherren bestimmt werden kann. Denn die Praxis in der Immobilienwirtschaft ist es, dass der Bauherr die Zusammensetzung der Expertenjury stark beeinflusst oder gar selbst definiert.

Damit in Zukunft solche Wettbewerbe ehrlicher und ergebnisoffener ausgetragen werden, bräuchte es hierfür ein unabhängiges Verfahren, das weniger stark als bisher vom Bauherren beeinflusst werden kann. Denn vor allem mit Ergebnisoffenheit läßt sich am Ende auch die Qualität der Architektur steigern.

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