Lesedauer: 2 Minuten
Westhafen Frankfurt am Main

Was sind die Hochhausrichtlinien?

Die Hochhaus-Richtlinien (HHR) definieren in Deutschland aus der Perspektive der Bauaufsicht den Begriff Hochhaus und regeln die Auflagen, die beim Bau und Unterhalt eines Hochhauses Beachtung finden sollen. Die Hochhausrichtlinien können in den einzelnen deutschen Bundesländern im Detail verschieden ausgestaltet sein. Die Hochhaus-Richtlinien der Länder basieren auf der Muster-Hochhaus-Richtline (M-HHR), die von der Bauministerkonferenz verabschiedet wird. Die Allgemeine Definition des Hochhauses in Deutschland ist daher einheitlich:

„Hochhäuser sind Gebäude, bei denen der Fußboden mindestens eines Aufenthaltsraumes mehr als 22 Meter über der festgelegten Geländeoberfläche liegt.“

Die Begründung dieser Definition fußt auf der grundsätzlichen Forderung nach zwei voneinander unabhängigen Rettungswegen für jeden Aufenthaltsraum und dem Grundsatz, dass der zweite Rettungsweg über die Rettungsgeräte der Feuerwehr führen darf. Das größte in Deutschland genormte Rettungsgerät ist eine Drehleiter (DLK 23/12) mit einer Nennrettungshöhe von 23 Meter (zur Höhenlage des Fußbodens muss noch die Brüstungshöhe addiert werden um auf die erforderliche Rettungshöhe zu kommen). Die Rettungsgeräte der Feuerwehren scheiden deshalb für den zweiten Rettungsweg aus, weshalb besondere Maßnahmen nötig werden (zweiter baulicher Rettungsweg, Sicherheitstreppenraum u. ä.).

Mit steigender Höhe eines Gebäudes ergeben sich weitere Probleme und Risiken, die bei niedrigen Häusern nicht auftreten:

  • Die Angriffswege für die Feuerwehr werden immer länger bis ein Punkt erreicht ist, ab dem der Löscherfolg fraglich wird (einer Einsatzkraft, die mit einer Ausrüstung von 20 bis 30 Kilogramm erst 50 Höhenmeter überwinden muss fehlen die Kraftreserven für den Löschangriff). Deshalb wird in der Regel ab 30 Meter Höhe ein Feuerwehraufzug gefordert.
  • Der Löschwassertransport wird schwieriger und irgendwann mit den Mitteln der Feuerwehr sogar unmöglich (Schlauchmaterial und Pumpenausgangsdruck sind begrenzt). Für Hochhäuser werden deshalb trockene und/oder nasse Steigleitungen gefordert, teilweise mit Druckerhöhungspumpen.
  • In großen Gebäuden wird es zunehmend unwahrscheinlicher, dass alle Bewohner einen Brand und den damit verbundenen Feuerwehreinsatz wahrnehmen. Aus diesem Grund können Warneinrichtungen (z. B. eine Elektrische Lautsprecheranlage) gefordert werden.
  • Die Brandbekämpfung in Hochhäusern stellt die Feuerwehr vor besondere Schwierigkeiten, der Ausbreitung von Bränden soll deshalb besonders vorgebeugt werden. Die Hochhausrichtlinien enthalten über die normalen Regelungen hinausgehende Vorschriften zu dem Thema, wie Verlegung von Rohrleitungen, Elektroleitungen, Telekommunikationsleitungen, Anforderungen an die Baustoffe etc.
  • Die höhere Zahl von Nutzern (bezogen auf die Grundfläche) erhöht die Gefährdung. Ab bestimmten Gebäudehöhen werden deshalb Feuerlöschanlagen, Brandmeldeanlagen oder Handfeuerlöscher gefordert.

Im Gegensatz zu den Bauordnungen enthalten die Hochhausrichtlinien auch Betriebsvorschriften.

Einige Bundesländer haben die Muster-Hochhaus-Richtlinie (MHHR) direkt bauaufsichtlich eingeführt. In anderen Ländern fehlt eine entsprechende Rechtsvorschrift, hier wird die Gültigkeit der Musterrichtlinie in der Baugenehmigung festgelegt oder jede einzelne Anforderung als Nebenbestimmung aufgeführt.

Das Land Hessen hat zum 1. Januar 2014 mit der Hessischen-Hochhaus-Richtlinie eine eigene Hochhausrichtlinie eingeführt, die sich von der Muster-Hochhaus-Richtlinie (MHHR) in einigen Details unterscheidet. Diese Richtlinien finden damit in Frankfurt am Main Anwendung.

Wie hat Ihnen diese Seite gefallen?

Mit Klick auf fünf Sterne bewerten!

Bitte folgen Sie dem SKYLINE ATLAS:

Damit unterstützen Sie die positive Wahrnehmung von FrankfurtRheinMain!

Es tut uns leid, dass dieser Beitrag für Sie nicht nützlich war.

Lassen Sie uns diesen Beitrag verbessern!

Wie können wir diesen Beitrag verbessern?

Frankfurter Hochhäuser basteln!

Mit der Bastelbogenserie „ARCHITEKTUR mit Soße“ kannst du bekannte Gebäude zu Hause nachbasteln. Alles, was du dafür brauchst, ist ein Drucker und etwas Kreativität. Du lädst einfach das gewünschte Gebäude im PDF-Format herunter und druckst es aus. Namhafte Kooperationspartner unterstützen das Projekt!

Basteln Frankfurt - Bastelset Architektur - Architektur Bastelnögen - Hochhaus basteln
Angebote der SKYLINE ATLAS Premium Partner:
Siemens Frankfurt - Gebäudeautomation Frankfurt - SIEMENS AG
Jumeirah Frankfurt
V&V Immobilien
C
Durch Verwendung der Webseiten stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu.
Angebote der SKYLINE ATLAS Premium Partner:
Siemens Frankfurt - Gebäudeautomation Frankfurt - SIEMENS AG
Jumeirah Frankfurt
V&V Immobilien
Hi.Res.Cam
SKYLINE ATLAS
X