Oberbürgermeister Peter Feldmann (2.v.r.) bei seinem Besuch im Lyoner Quartier neben Catella-Geschäftsführer Klaus Franken (r) und dem SINN-Vorsitzenden David Roitmann (2.v.l.)

Nach der Bürostadt das Lyoner Quartier

Die Bürostadt Niederrad wandelt sich aufgrund zahlreicher Wohnprojekte. Die Umwandlung eines so großen ehemals reinen Büroquartiers zu einem gemischten Stadtteil ist in Deutschland einmalig. Grund genug für Oberbürgermeister Peter Feldmann auf Einladung der Standort-Initiative Neues Niederrad (SINN) die ehemalige Bürostadt Niederrad zu besuchen. „Das Lyoner Quartier ist ein Musterbeispiel für die gelungene Revitalisierung von Gewerbequartieren“, sagte Feldmann nach einer einstündigen Rundfahrt am Montag, 21. August. Zu Beginn hatte der Oberbürgermeister vor einem Neubauprojekt ein großes Banner mit dem neuen Namen und dem Gruß „Salut im Lyoner Quartier“ enthüllt.

Das Banner informiert neben dem Willkommensgruß über das neueste Bauprojekt „Living Lyon“ des schwedischen Projektentwicklers Catella. Das Wohnensemble bietet 123 moderne Einheiten für alle Generationen. „Ich freue mich sehr, dass Catella Mietwohnungen für Singles, Paare und Familien aller Generationen baut, denn solche Wohnungen sind auf dem Frankfurter Wohnungsmarkt besonders knapp“, sagte Oberbürgermeister Feldmann. Catella-Geschäftsführer Klaus Franken würdigte im Gegenzug die Entscheidung des Ortsbeirates und des Magistrates, die Bürostadt Niederrad in Lyoner Quartier umzubenennen. „Für Neubürger, die hier einziehen werden, ist dies wichtig, um sich mit dem Quartier identifizieren zu können“, so Franken.

Bis zu 8.000 Menschen werden bald im Quartier wohnen
Die gemeinsame Rundfahrt mit dem Oberbürgermeister, den Mitgliedern der SINN und des Ortsbeirates 5 führte zu weiteren Wohnungsbauprojekten. Darunter war auch das „Pianocourts“ der BIEN-RIES AG mit 336 kleineren und größeren Mietwohnungen, Hahnstraße 24/Ecke Goldsteinstraße. Investor ist die Münchner GBW-Gruppe. Der erste Teilabschnitt wird voraussichtlich Ende des Jahres fertiggestellt.

Weiter ging es in die Hahnstraße 37–39 und 41. Dort baut Max Baum Immobilien für die Frankfurter ABG Holding zwei Wohn- und Geschäftshäuser mit 165 Wohnungen sowie einem Lebensmittelmarkt, einem Discounter und einem Drogeriemarkt. Nächste Station war das Projekt „Green Gate“. Der Projektentwickler 6B47 plant in der Lyoner Straße 52 am Rande des Stadtwaldes rund 700 Miet- und Eigentumswohnungen.

Weitere Wohnungsbauprojekte entwickeln die neuen SINN-Mitglieder, die Wohnungsgesellschaften GWH (Lyoner Straße 38) und Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt (Hahnstraße 46-48). Die Nassauische Heimstätte hat bereits mit der Räumung des alten Rechenzentrums begonnen. Auf dem Grundstück werden ab 2019 rund 200 Wohnungen unterschiedlicher Größe, darunter voraussichtlich 30 Prozent geförderter Wohnraum, entstehen.

Nach den neuesten Prognosen der Stadt und der Standort-Initiative SINN werden in den nächsten 18 Monaten bis zu 8.000 Menschen im Lyoner Quartier einziehen. Das wären bereits 2.000 Menschen mehr, als die Frankfurter Stadtplaner vor einigen Jahren berechnet hatten. „Für die Stadt Frankfurt wird die ehemalige Bürostadt damit zu einem erfolgsversprechenden Baustein der Wohnraumversorgung“, erklärte Peter Feldmann.

Auch der Bürobereich mit 25.000 Arbeitsplätzen verändert sich nachhaltig. Neue Unternehmen wie das spanische Pharmaunternehmen Grifols und das französische Premiere Classe-Hotel haben sich angesiedelt und alteingesessene Unternehmen wie Siemens haben ihre verstreuten Standorte im Lyoner Quartier zusammengezogen. „Beim Büromarkt rechnen wir mit einer Vollvermietung in den nächsten zwei Jahren“, so der Vorsitzende der SINN, David Roitman. „Zieht man leerstehende Bürogebäude ab, die abgerissen oder zu Wohngebäuden umgewandelt werden, dann liegt der effektive Büro-Leerstand bereits heute bei fünf Prozent. Das ist deutlich weniger, als der Frankfurter Durchschnitt. Die Firmen wissen die Vorzüge des Quartiers zu schätzen, vor allem die gute Anbindung zum Flughafen und zum Hauptbahnhof“, sagte Roitman.

“Wir freuen uns, dass die Stadt unserer Anregung folgt und ein Grünflächen-Konzept erwägt. Auch die Themen Verkehr und Grundschule müssen zügig angegangen werden. Ortsbeirat und Magistrat werden die SINN als aktiven Partner dabei stets an ihrer Seite haben“, bekräftigte der SINN-Vorsitzende Roitman.

Auf dem Bild: Oberbürgermeister Peter Feldmann (2.v.r.) bei seinem Besuch im Lyoner Quartier neben Catella-Geschäftsführer Klaus Franken (r) und dem SINN-Vorsitzenden David Roitmann (2.v.l.)

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