Haus der Demokratie: Drei Favoriten stehen fest

Das Frankfurter Haus der Demokratie auf dem Paulsplatz nimmt weiter Gestalt an – zumindest konzeptionell. Zwar befindet sich das Projekt noch in der Vorplanung, doch die jüngst ausgewertete Bürgerbeteiligung gibt eine klare Richtung vor: Die Mehrheit spricht sich für den Umbau der bestehenden Kämmerei neben der Paulskirche aus und damit gegen einen Neubau auf dem Paulsplatz. Aus den zehn ausgestellten Entwürfen wurden drei Favoriten durch die Dokumentation bestimmt. Diese Ergebnisse sind die Grundlage für den anschließenden Realisierungswettbewerb, der aktuell von der Stabsstelle vorbereitet wird.

An der sechswöchigen Beteiligungsphase zwischen dem August und  September 2025 beteiligten sich 2.068 Menschen. Sie konnten zehn prämierte Entwürfe vor Ort besichtigen und über verschiedene Format bewerten. Die nun veröffentlichte, 72 Seiten umfassende Dokumentation der Stadt zeigt ein deutliches Bild: Acht der zehn Entwürfe setzen auf die Integration des Bestands, lediglich zwei sehen einen Neubau an der Ecke Neue Kräme/Braubachstraße vor.

Die Bewertung orientierte sich an fünf zentralen Kriterien: Stadtbild, „Haus für alle“, Wiedererkennbarkeit, der Paulsplatz sowie der Bereich nördlich der Kämmerei. Dabei wurde deutlich, dass architektonische Qualität und gesellschaftlicher Anspruch eng miteinander verknüpft werden. Das künftige Haus soll nicht nur funktional überzeugen, sondern demokratische Offenheit räumlich erfahrbar machen – als zugänglicher, einladender Ort mit starker Ausstrahlung in den Stadtraum.

Aus den zehn Entwürfen wurden durch die Bürgerbeteiligung drei Favoriten bestimmt:

Entwurf von Atelier Lorentzen Langkilde Aps aus Kopenhagen

Der Vorschlag des Kopenhagener Büros Atelier Lorentzen Aps Langkilde setzt auf eine zurückhaltende, präzise Architektur, die die Paulskirche bewusst in den Mittelpunkt stellt. Gelobt wurden insbesondere das Innenraumkonzept, das geplante Café und die Freiraumgestaltung, während die geringe Sichtbarkeit des Eingangs kritisch gesehen wird.

Entwurf von Sero Architekten aus Leipzig

Der Entwurf von Sero Architekten aus Leipzig in Zusammenarbeit mit Rainer Schmidt Landschaftsarchitekten aus München überzeugt durch eine intensive Begrünung und einen naturnah gestalteten Außenraum. Die Dachterrasse wurde positiv hervorgehoben, zugleich bleiben Fragen zur Barrierefreiheit und Zugänglichkeit offen.

Entwurf von Rethmeierschlaich Architekten aus Köln

Der Entwurf von Rethmeierschlaich Architekten + SWStudio und Knüvener Architektur Landschaft aus Köln punktete mit innovativen Ideen wie einem begrünten Dach, neuen Wegebeziehungen und einem Café. Diskutiert wurde insbesondere die Alltagstauglichkeit der geplanten mobilen Möblierung im öffentlichen Raum.

Mit dem anstehenden Realisierungswettbewerb wird das Projekt nun weiter konkretisiert. Die Stadt rechnet derzeit mit Kosten von rund 75 Millionen Euro, ein Baubeginn ist frühestens für 2028 oder 2029 vorgesehen.

Insgesamt markiert die Beteiligung einen Wendepunkt: Aus einer offenen Standortdebatte ist eine klare inhaltliche und räumliche Leitlinie hervorgegangen. Das neue Haus der Demokratie soll kein solitärer Baukörper auf dem Paulsplatz sein, sondern Teil eines größeren demokratischen Stadtraums rund um die Paulskirche – ein Ort, der Geschichte aufnimmt und erlebbar macht.

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