Zwei revitalisierte Gebäuden mit grünen Fassaden sollen in der Innenstadt entstehen

In der Innenstadt gegenüber des Hotels Frankfurter Hof wird das Bürogebäude im Bestande modernisiert und soll moderner und nachhaltiger werden. Die A. Steigenberger Immobilien GmbH entwickelt unter dem Namen URBN das Gebäude mit einer teilweise begrünten Fassade. Der Entwurf für die Sanierung stammt von Holger Meyer Architekten.

Der Bauantrag wurde laut einer Mitteilung im Sommer eingereicht – damit hat das URBN als eines der ersten Bauprojekte am Pilotprojekt der Stadt Frankfurt für den digitalen Bauantrag teilgenommen. Der Vermarktungsstart von URBN ist bereits erfolgt und die Fertigstellung ist für 2027 geplant. Lang & Cie. Real Estate AG begleitet als Generalplaner die Projektentwicklung. Das künftige URBN befindet sich gegenüber des Eingangs zum  Frankfurter Hof, der Teil der Steigenberger Hotel Group ist. Diese befindet sich seit 2009 nicht mehr in Familienbesitz.

„Unser Projekt vereint Nachhaltigkeit und Innovation und zeigt, wie moderne Stadtentwicklung im Einklang mit der Natur gelingen kann. Gegenüber einem Neubau werden wir zum Beispiel circa 8.450 Tonnen CO2 einsparen“, berichtet Urs Bernd Brandtner, Geschäftsführer der A. Steigenberger Immobilien GmbH.

Das URBN setzt neben der Einsparung grauer Energie auch auf den konsequenten Einsatz grüner Energie. Dies soll zum einen durch eine nachhaltige Energieversorgung über Grüne Wärme von Mainova gelingen, die bereits heute zu 42 % CO2-neutral ist, als auch durch ein TGA-Konzept auf Basis von Hocheffizienzpumpen mit besonders niedrigem Verbrauch. Zudem ist für das Gebäude eine mehr als 500 qm große Photovoltaik-Fläche auf dem Dach vorgesehen. Bei der Sanierung werden gemäß dem Cradle-to-Cradle-Prinzip recycelbare und zirkuläre Materialien gewählt. Nach Fertigstellung soll das URBN konform mit der EU-Taxonomieverordnung sein. Darüber hinaus werden DGNB-, WiredScore- und SmartScore-Zertifizierungen in Gold angestrebt.

Neue grüne Fassade im Zentrum von Frankfurt

Das URBN soll über zirka 10.650 qm Mietfläche und eine 5 m hohe Lobby mit angeschlossener Barista-Bar inklusive Außenbestuhlung verfügen. Zusätzlich zu den modernen Büroflächen in acht Geschossen sollen Ladenflächen und Galerien im Erdgeschoss integriert werden. Die charakteristischen Arkaden aus dem Bestand sollen behutsam in die neue, moderne Architektur integriert werden. Zudem sollen zwei Balkone auf jeder Etage und zwei große Terrassen im 3. und 7. OG die Aufenthaltsqualität des Gebäudes verbessern.

Das Gebäude wird über einen direkten Zugang zu dem hauseigenen Parkhaus verfügen und das vorhandene Stellplatzkontingent soll erhalten bleiben. Zusätzlich sind bis zu 150 Fahrradstellplätze mit Duschen und Umkleiden geplant.

Die Anwaltskanzlei Baker McKenzie ist Ende 2023 aus dem Bestandsgebäude ausgezogen und die Retailmieter Cove, Eyevision und Biffar haben ihren Auszug angekündigt.

Weitere Infos unter URBN.

Ein zweites Gebäude mit grüner Fassade - das GREENIQUE in der Mainzer Landstraße

Ein weiteres Gebäude in der Innenstadt hat ebenfalls die Baugenehmigung erhalten und plant eine begrünte Fassade. In der Mainzer Landstraße wird das Bürogebäude GREENIQUE von der Berliner Cells Group revitalisiert. Erste bauvorbereitende Abbruchmaßnahmen haben laut des Bauherrn bereits begonnen und er rechnet mit einer Fertigstellung des Projekts Ende 2025.

Bei dem Projekt mit einem Investitionsvolumen von etwa 25 Millionen Euro handelt es sich um ein ursprünglich in 1972 errichtetes Bürogebäude, das durch einen begrünten Innenhof mit einem separat nutzbaren Pavillongebäude verbunden sein wird. Im Jahr 2018 hatte Cells die Immobilie für einen Staatsfonds aus dem Nahen Osten erworben. Im Rahmen des Projekts sollen zwei Obergeschosse aufgestockt, in den Innenhof mit großzügigen Balkonen erweitert sowie umfassend nach LEED Platinum Standard modernisiert werden.

Die Berliner Cells Group hat die Baugenehmigung für die Aufstockung des bestehenden Bürogebäudes an der Mainzer Landstraße um zwei Geschosse auf dann etwa 5500 Quadratmeter Fläche erhalten. Das Unternehmen will für etwa 25 Millionen Euro zudem etwa die Fassade erneuern und mit einem Begrünungssystem versehen und die Haustechnik modernisieren. Das soll zu deutlich sinkenden CO2-Emissionen führen.

Nachhaltigkeit steht nicht nur bei der Begrünung des Objekts im Mittelpunkt: Aufgrund des Erhalts des Gebäudekerns verursachen die Baumaßnahmen deutlich geringere CO2-Emissionen als ein Neubau. Zudem sollen eine energetisch optimierte Bauweise sowie die komplette Erneuerung der Haustechnik einen reduzierten Energieverbrauch garantieren. Erwartet wird ein Verbrauch, der circa 45 Prozent unter dem GEG 2020 Standard liegen wird. Ein weiteres Nachhaltigkeitsmerkmal ist das Retentionskonzept in Form eines wassersparenden Bewässerungssystems zur Förderung des Abflusses von Regenwasser. Dadurch wird der Wasserverbrauch im Außenbereich um etwa 30 Prozent und im Innenbereich um etwa 20 Prozent reduziert. Außerdem sieht das Nachhaltigkeitskonzept eine Lichtplanung vor, mit der Zugvögel vor Lichtverschmutzung geschützt werden.

In dem Gebäude sind PKW-Stellplätze mit E-Ladesäule und einer Anschlussleistung von 160 kWh sowie eine Fahrradgarage mit rund 200 Stellplätzen vorgesehen. Weitere Infos unter GREENIQUE.

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