Die Bahnpyramide im Europaviertel wird modernisiert / Deloitte zieht 2027 ein

Frankfurts markantes Brutalismus-Gebäude in der Stephensonstraße 1, vielen noch als ehemalige Hauptverwaltung der Deutschen Bahn im Europaviertel geläufig, steht vor einer neuen Zukunft: Das Gebäude-Ensemble, was auch den Namen Bahnpyramide trägt, wird modernisiert und soll bis Mitte 2026 unter dem Namen „RAW“ in einen modernen Büro- und Begegnungscampus umgewandelt werden.

Update: Wie die Immobilien-Zeitung Anfang Oktober meldet, hat die Wirtschaftsprüferungsgesellschaft  Deloitte rund 6.000 qm im Raw gemietet und plant bis spätestens Frühjahr 2027 in den denkmalgeschützten Bau einzuziehen.

Das 1993 fertiggestellte Ensemble im Europaviertel mit rund 51.000 m² Mietfläche, entworfen von Stephan Böhm, soll nach der Sanierung hochwertige Brutalismus-Architektur mit modernen Arbeitswelten und verschiedenen Nutzungsangeboten verbinden. Ziel ist die Erhaltung der architektonischen Substanz und die gleichzeitige flexible, zukunftsorientierte Nutzung als Campus-Immobilie und Multi-Tenant-Büro.

Die Sanierung hat offensichtlich begonnen

Quest Investment Partners aus Hamburg hat den Bürokomplex, bekannt als die Bahnpyramide,  2021 für einen deutschen Versorgungswerk-Dachfonds erworben, zuvor gehörte es einem geschlossenen Fonds. Die Grundstücksrechte sind derzeit noch über ein Erbbaurecht geregelt, ein vollständiger Eigentumsübergang wird für 2025 erwartet.

Trotz dieser Herausforderungen wurden Ende 2024 offensichtlich die ersten Maßnahmen zur Sanierung nach einer langen Planungsphase eingeleitet, da seit Anfang des Jahres Bautätigkeit sichtbar ist. Die Fertigstellung ist laut Website für 2025 avisiert. Auf der Webseite des Projektbeteiligten Lupp wird jedoch eine geplante Fertigstellung bis Mitte 2026 angegeben.

Der Gebäudekomplex besteht aus sechs Flügeln, die durch Pavillons miteinander verbunden sind, sowie einem zentralen Turm mit 65 Metern Höhe. Seine Architektur wird durch Beton, Stahl und Glas geprägt. Ein markantes Beispiel hierfür sind die gläsernen Panoramaaufzüge, die sowohl im Inneren als auch von außen sichtbar verlaufen. Das Ensemble, bestehend aus einer fünf- bis achtgeschossigen Randbebauung sowie einem Turm mit 17 Etagen, soll so umgestaltet werden, dass es künftig nicht mehr ausschließlich von einem einzelnen Unternehmen genutzt werden kann. Stattdessen lassen sich die Flächen auf mehrere Nutzer aufteilen.

Quest Investment Partners verantwortet das Refurbishment des Gebäudekomplexes. Geplant ist eine Umwandlung in eine moderne Multi-Tenant-Immobilie mit Campus-Charakter. Die zentrale Eingangshalle soll zum Kommunikations- und Service-Hub werden mit Gastronomie, Co-Working und Konferenzbereichen. Eines der Highlights wird die Begrünung und Belebung der Dachterrassen des Gebäudes. Die Flächen sollen flexibel an die Bedürfnisse moderner Unternehmen angepasst werden, von Open-Space-Konzepten bis zu exklusiven Business-Clubs.

Geschichte und Nutzungsmöglichkeiten

Das Gebäude entstand zwischen 1989 und 1993 nach Entwürfen von Stephan Böhm und wurde auch von dessen Vater, dem berühmten Pritzker-Preisträger Gottfried Böhm, maßgeblich geprägt. Das Gebäude mit seinem 65 Meter hohen zentralen Turm und sechs verbundenen Flügeln aus Beton, Stahl und Glas steht für die späten Entwicklungen des Brutalismus. Charakteristisch an dem Bau sind die gestalterischen Einflüsse des Brutalismus und der Postmoderne, kombiniert mit technizistischen Elementen, wie sie zum Beispiel beim Pariser „Centre Pompidou“ zu finden sind. Bis März 2021 wurde das RAW noch vom Vorstandsbereich Personenverkehr und den Tochtergesellschaften DB Fernverkehr, DB Regio und DB Vertrieb als Zentrale genutzt Nach fast drei Jahrzehnten Nutzung durch die Deutsche Bahn als Verwaltungszentrum kaufte Quest Investment Partners das Gebäude 2021.

Der Gebäudekomplex wurde aufgrund seiner städtebaulichen, künstlerischen und historischen Bedeutung unter Schutz gestellt. Ein Abriss ist deshalb ausgeschlossen. Experten bezeichnen das „RAW“ als herausragend und speziell für den Nutzer konzipiert, die architektonische Substanz soll beim Umbau erhalten bleiben.

Die Stadt Frankfurt plante im vergangenen Jahr, den Gebäudekomplex für schulische Zwecke umzubauen und ihn anschließend über das Bildungsdezernat anzumieten. Die Vermarktung als Multi-Tenant Lösung hat laut der Website jedoch begonnen.

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Atrium Frankfurt - Deutsche Bahn Pyramide FFM - Glas Eingang - DB Hauptverwaltung Frankfurt

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