Cyrus Architekten siegen mit Entwurf für Rathenauplatz: entsteht hier eventuell ein Hotelneubau?
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- Redaktion
Die Neubau- und Modernisierungspläne für das Gebäude am Rathenauplatz, Ecke Steinweg, wurden im Rahmen eines privaten Architektenauswahlverfahrens zum Thema Stadtreparatur von Cyrus Architekten aus Frankfurt mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Der Gebäudekomplex, in dem seit vielen Jahren Hugendubel untergebracht ist, ist sanierungsbedürftig, und es gibt Überlegungen der Eigentümer, ihn entweder zu modernisieren oder neu zu bauen.
Aufstockung mit Holzkonstruktion
Der Entwurf von Cyrus Architekten sieht vor, zwei Geschosse des bestehenden Gebäudes abzutragen und stattdessen vier leichte Geschosse in Holzkonstruktion aufzusetzen. Damit würde das Gebäude die gleiche Höhe erreichen wie das benachbarte Victoria-Haus am Goetheplatz und der Neubau Taurus an der Biebergasse. Die Pläne integrieren die vorhandene Bausubstanz und schaffen durch offene Fassaden, flexible Nutzungsmöglichkeiten sowie begrünte Dachflächen und Innenhöfe ein nutzungsdurchmischtes, modernes Gebäude.
In der Neubauvariante ist zudem eine Hotelnutzung vorgesehen, wodurch das historische Hotel Schwan am Standort wieder entstehen könnte, inklusive Skyline-Blick und Pool. Das Gebäude soll sich dabei mehr zum Rathenauplatz öffnen und die städtebauliche Situation verbessern. Geplant sind auch Eingänge sowohl vom Steinweg als auch von der Biebergasse her, um die Zugänglichkeit zu erhöhen.
Insgesamt steht bei diesem Projekt die verantwortungsvolle Weiterentwicklung der bestehenden Bausubstanz im Vordergrund und die städtebauliche Aufwertung des Rathenauplatzes.
Historie des Hotels zum Schwan
Das Hotel zum Schwan in Frankfurt blickt auf eine lange und bedeutende Geschichte zurück. Bereits 1592 etablierte es sich als vornehmes Gasthaus am Steinweg und wurde 1791 im klassizistischen Stil neu errichtet. Das Haus galt als eines der modernsten „Weltstadthotels“ seiner Zeit und zog zahlreiche prominente Gäste an. Historische Bedeutung erlangte es insbesondere am 10. Mai 1871, als hier der „Frankfurter Frieden“ unterzeichnet wurde, der den Deutsch-Französischen Krieg beendete – ein Ereignis von europäischer Tragweite, an das heute eine Gedenktafel am Nachfolgebau erinnert.
Nach einer Umwandlung in ein Geschäftshaus 1919 und schweren Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg entstand 1949 ein Neubau durch die Architekten Alois Giefer und Hermann Mäckler mit Geschäften und mehreren Kinos, die bis Ende der 1980er Jahre betrieben wurden. Danach wurde das Gebäude zur damals größten Buchhandlung Deutschlands, der Buchhandlung Hugendubel, umgestaltet.
Die Zukunft des Hauses ist derzeit ungewiss. Das Auswahlverfahren ist mit vier Teilnehmern dieses Jahr durchgeführt worden. Die Zusammenarbeit mit dem Stadtplanungsamt war dem Vernehmen nach ausgesprochen konstruktiv, auch wenn das Stadtplanungsamt nicht in der Jury vertreten war.
Die komplexen Eigentumsverhältnisse, bei denen laut F.A.Z. zwei Familienstiftungen und ein Frankfurter Immobilienkaufmann der Signa-Gruppe als Miteigentümer involviert sind, erschweren laut Presseberichten die weiteren Entscheidungen. Solange unter den Eigentümern kein gemeinsames Ziel definiert ist, gilt eine Umsetzung der Entwürfe von Cyrus Architekten als wenig wahrscheinlich.
Dieses Projekt in der absoluter Innenstadtlage zeigt, wie anspruchsvoll es sein kann, ein solch traditionsreiches und prominentes Gebäude in die Zukunft zu führen und welches Potential in diesem Gebäude steckt.

























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