Sparda - Bank - Tower - Europaallee

Zwei Frankfurter Büros stehen im Rampenlicht des diesjährigen Internationalen Hochhauspreises

Frankfurt am Main ist beim Internationalen Hochhauspreis 2026/27 gleich mit zwei Projekten präsent.  Der Preis wird seit 22 Jahren alle zwei Jahre gemeinsam von dem Deutschen Architekturmuseum (DAM), der Stadt Frankfurt am Main und der DekaBank ausgelobt und vergeben.

Der Europa-Allee-Tower, früher Sparda-Bank-Tower genannt, gehört zu den 30 nominierten Hochhäusern des IHP. Das 124 Meter hohe Hochhaus an der Messe in Frankfurt entstand nach einem Entwurf des ehemaligen Büros cma cyrus moser architekten und wird im Auftrag der Sparda-Bank Hessen eG realisiert; als Projektentwickler fungiert die Gustav Zech Stiftung Management GmbH. Das Hochhaus liegt an der Europa-Allee in Frankfurt und zeichnet sich durch  seinen gestaffelten Aufbau, das klar gegliederte Fassadenbild und die Lage am neuen Eingang zur Messe Frankfurt aus. Der Baubeginn erfolgte Anfang 2022 und das integrierte ATLANTIC Hotel Frankfurt Messe soll im September 2026 eröffnet werden.

Europa-Allee-Tower von cma cyrus moser architekten in Frankfurt

schneider+schumacher, Hetao Innovation Center in Kuala Lumpur

Auch das Hetao Innovation Center in Shenzhen von schneider+schumacher zeigt die internationale Reichweite Frankfurter Architekturbüros. Den Wettbewerb für das Forschungs- und Büroensemble hatte das Frankfurter Büro 2019 gewonnen und das Großprojekt wurde 2025 fertiggestellt. Der Komplex vereint Labore, Büros und Aufenthaltsbereiche und steigt von zwei parallel gestaffelten Baukörpern zu einem 120 Meter hohen Büroturm an.

Das Projekt FOUR Frankfurt von UNStudio wurde mit Blick auf einen möglichen Interessenkonflikt nicht für den Preis nominiert, da die DekaBank als Mitinitiatorin des IHP im FOUR ihren Sitz hat.

Der International Highrise Award zählt zu den wichtigsten Auszeichnungen für Hochhäuser weltweit. Ausgezeichnet werden Hochhäuser, die Nachhaltigkeit, Form, innere Raumqualitäten, soziale Aspekte, innovative Bautechnik und Wirtschaftlichkeit verbinden. Für den aktuellen Wettbewerb wurden weltweit mehr als 1.000 Hochhausprojekte gesichtet; daraus gingen 30 Nominierte aus 12 Ländern hervor. Aus diesem Kreis werden im Herbst die fünf Finalisten bekannt gegeben. Der Sieger wird am 3. November 2026 bei der Preisverleihung in der Frankfurter Paulskirche bekannt gegeben. Die Jury setzt aus internationalen Architekt:innen, Ingenieur:innen, Architekturkritiker:innen sowie Vertreter:innen der Preisstifter zusammen. Die Zusammensetzung wechselt mit jeder Preisrunde.

Der Preis zeigt, dass nach wie vor in China die meisten Hochhäuser gebaut werden, gefolgt von den USA und Australien, sind aktuell auch  Argentinien und Brasilien, sowie Singapur spannende Hotspots für Hochhausarchitektur. Die zwei folgenden Beispiele unter den 30 Nominierten zeigen exemplarisch, wie unterschiedlich die internationale Hochhausarchitektur heute auf städtebauliche, kulturelle und soziale Anforderungen reagiert.

Das Merdeka 118 ist mit einer Höhe von rund 679 Metern eines der spektakulärsten Hochhäuser der Gegenwart und prägt die Skyline von Kuala Lumpur. Die kristallartige Fassadengestaltung nimmt Bezug auf die Geschichte und Identität Malaysias und verleiht dem Turm eine unverwechselbare Erscheinung. Durch die Kombination von Büro-, Hotel- und Freizeitnutzungen setzt das Gebäude neue Maßstäbe für gemischt genutzte Supertall-Hochhäuser. Es ist das zweithöchste Hochhaus der Welt und der Entwurf stammt von dem renommierten australischen Architekturbüro Fender Katsalidis.

The Axiom in Shangai wurde vom dem deutschen Star-Architekten Ole Scheeren entworfen und zeichnet sich durch seine markant versetzten Baukörper aus. Das Projekt schafft großzügige Gemeinschaftsbereiche und Terrassen, die den Austausch zwischen den Nutzerinnen und Nutzern fördern und das Hochhaus stärker mit dem städtischen Umfeld verbinden. Mit seinem innovativen Konzept zeigt The Axiom, wie Hochhäuser künftig nicht nur effizient, sondern auch sozial und urban integriert gestaltet werden können. Der 1971 in Karlsruhe geborene Architekt Ole Scheeren gilt als Mann, der in der Architektur das Unmögliche möglich macht. Weltweite Beachtung erlangte er bislang vor allem mit seinen Bauten in Asien. In seiner Wahlheimat Beijing baute er die futuristische Sendezentrale des chinesischen Staatsfernsehens als einen in die Höhe ragenden verdrehten Komplex und in China nennt man ihn den „Herren der Türme“.

Büro Ole Scheeren, The Axiom, Shanghai

FK Architects, Merdeka 118, Kuala Lumpur

Als einer der weltweit bedeutendsten Preise für Hochhausarchitektur unterstreicht der International Highrise Award des Deutschen Architekturmuseums mit den nominierten Projekten zugleich die internationale Präsenz und Relevanz der deutschen und auch Frankfurter Architekturbüros.

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