Ehemalige Deutsche-Bahn-Zentrale: Umzug der Berta-Jourdan-Schule ins Gallus seit Jahren ungewiss
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- Redaktion
Frankfurt wächst – und mit der Stadt steigt der Bedarf an modernen Bildungseinrichtungen. Die Stadt hat daher eine umfassende Schulbauoffensive gestartet, um Genehmigungen zu beschleunigen und rund 30 Schulbauprojekte schneller voranzutreiben. Ein erstes Ergebnis ist realisiert: Das Neue Gymnasium und das Stadtgymnasium haben letztes Jahr in dem umgebauten Bürokomplex „Neue Börse“, den sogeannten „Lateral Towers“ an der Neuen Börsenstraße ihren Betrieb aufgenommen.
Vor diesem Hintergrund steht auch die Debatte um die Berta-Jourdan-Schule: Die Berufsschule zur Ausbildung von Erzieher:innen könnte 2028 in die ehemalige Deutsche-Bahn-Zentrale in der Stephensonstraße im Gallus ziehen. Das ehemalige Gebäude-Ensemble der Deutschen Bahn, was auch den Namen Bahnpyramide trägt, wird seit 2024 modernisiert und sollte bis Mitte 2026 unter dem Namen RAW in einen modernen Büro- und Begegnungscampus umgewandelt werden.
Der Mietvertrag für dei Berta-Jourdan-Schule ist seit 2024 fertig verhandelt, ein Bauantrag liegt vor. Das Vorhaben stand jedoch Anfang dieses Jahres politisch vor dem Aus: Grüne und Volt, Koalitionspartner der SPD, legten ihr Veto ein. – mit Verweis auf hohe Kosten und eine angeblich ungeeignete Immobilie. Sie wollen die Berufsschule im früheren Postbank-Gebäude in der Nähe des Hauptfriedhofs unterbringen. Bildungs- und Baudezernentin Sylvia Weber (SPD) hält an ihrem Plan fest und verteidigt ihn als dringend und wirtschaftlich. „Die Lage ist angespannt, weil wir wissen, dass wir dringend mehr Ausbildungsplätze brauchen“, sagt Weber in der Frankfurter Rundschau. Mit dem Umzug ins Gallus könnten laut Schulleitung und Dezernentin langfristig rund 2.000 zusätzliche Erziehungsplätze geschaffen werden – ein wichtiges Signal angesichts des Fachkräftemangels. Laut Dezernentin Weber sei bereits „die Hälfte fertig“, es fehle vor allem der Innenausbau zur schulischen Nutzung. Das Erdgeschoss eines Flügels wurde in der Wartezeit bereits anderweitig vermietet.
Platzmangel und große Pläne für Berufsschule
Die Berta-Jourdan-Schule leidet am aktuellen Standort in der Adlerflychtstraße im Nordend unter massivem Platzmangel. Die ehemalige Bahn-Zentrale bietet mehr als 50.000 m² Fläche; für die Schule inklusive Kita werden etwa 37.000 m² benötigt. Das sechsgeschossige Gebäude mit 67 Meter hohem Turm wird von Quest Investment Partners im Auftrag einer Fondsgesellschaft entwickelt; bislang sind nur rund 6.000 an die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte vermietet, die plant, bis spätestens Frühjahr 2027 in den denkmalgeschützten Bau einzuziehen.
Grüne und Volt lehnen ab
Die Grünen und Volt lehnen die Anmietung ab und nennen vor allem drei Argumente: Das Revisionsamt und die Kämmerei sehen erhebliche wirtschaftliche Bedenken; über 30 Jahre summiere sich die Mietbelastung auf rund 475 Millionen Euro. Die Immobilie sei überdimensioniert und für eine schulische Nutzung „völlig ungeeignet“; zudem gebe es verkehrliche Nachteile. Statt eines privaten Bürogebäudes solle die Schule in ein städtisches Gebäude ziehen – genannt wird vor allem das frühere Postbank-Gebäude an der Eckenheimer Landstraße. Dieses wäre jedoch erst vier Jahre später nutzbar.
Bildungsdezernentin Weber (SPD) kontert, der Schritt sei wirtschaftlicher als andere Lösungen und ermögliche eine schnelle Erweiterung der Ausbildungsplätze. Sie wird dabei von der CDU unterstützt, die ihre grundsätzliche Zustimmung zur Anmietung signalisiert hat.
Umnutzung von Bestandsgebäuden
Wegen des Mangels an Grundstücken setzt die Stadt für ihre Schulen verstärkt auf die Umnutzung von Bestandsgebäuden. So hat die Stadt das ehemalige Postbank-Gebäude an der Eckenheimer Landstraße gekauft. Diese Immobilie sei dem Vernehmen nach besser für eine schulische Nutzung geeignet als die frühere Bahn-Zentrale.
Nächste Schritte unklar
Die Planungen für den Umzug sind weit fortgeschritten; die Umsetzung hängt nun von einer politischen Mehrheit im Magistrat ab. Die Blockade durch Grüne und Volt besteht weiterhin; und die SPD steht geschlossen hinter dem Vorhaben. Das Revisions- und Rechtsamt unterstützen die Skepsis mit formalen Bedenken, sodass Weber zeitweise keine Mehrheit für ihr Projekt hatte. Die CDU hat hingegen ihre grundsätzliche Zustimmung signalisiert, auch wenn sie Bedenken äußert. Im Koalitionsvertrag ist eigentlich ein Ankauf der Liegenschaft vorgesehen, wofür aber rund 600 Millionen Euro nötig wären – ein Betrag, der aktuell nicht bewilligt ist. Weber versucht nun, die Grünen mit einer detaillierten Wirtschaftlichkeitsvergleichsrechnung zu überzeugen und betont den Zeitdruck, da ein Bezug im Gallus bereits 2028 möglich wäre, während die Postbank-Alternative erst vier Jahre später realisierbar sei. Ob und wann die Schule tatsächlich ins Gallus ziehen kann, bleibt also weiter offen.
























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