City-Leitplan

Den Versuch einer Renaissance und Weiterentwicklung der ‚Gründerzeitjahre‘ im Frankfurter Hochhausbau unternimmt der im März 1982 durch die Stadt in Auftrag gegebene Leitplan durch die Speerplan GmbH. Er legt langfristige Entwicklungskonzeptionen für den Frankfurter Kernbereich vor, akzeptiert die bisherige Stadtentwicklung „Als gewachsene Gebiete“ und entwickelt sie weiter. „Dazu gehört die Frankfurter Hochhauslandschaft, die das Bild der Stadt prägt. Diese neue Silhouette wird nicht als Fehler der Vergangenheit angesehen, sondern positiv als eine für Frankfurt typische Eigenheit in die künftigen stadträumlichen Überlegungen integriert.“

„Aufgrund der harten Konkurrenz der deutschen und europäischen Zentren um neue Wachstumssektoren, sowohl im produzierenden als auch im Dienstleistungssektor, und dem sich darin äußernden Investitionsdruck werden Standorte in bestehenden Zentren nachgefragt und gegeneinander abgewägt Relevant sind dabei die Aspekte von Verfügbarkeit von Flächen im Innenstadtbereich und deren planungsrechtliche Festlegung. Standorte, die sich durch hohe Zentralität, gekoppelt mit großen Fühlungsvorteilen und Erreichbarkeit auszeichnen. Hier muß die Überlegung ansetzen, ob und wie es gelingt, diese nachgefragten Flächen an den gesuchten City-Standorten nachzuweisen und damit die urbane Metropolstruktur Frankfurts und seiner City auszubauen.“

Vorschläge für den Stadtraum

Dabei schlägt Speerplan, um cityergänzende Standorte für zentrale Arbeitsplätze zu nutzen, ohne das Entwicklungspotential in der Innenstadt zu vernachlässigen, als Ziel die Leitvorstellungen vor:

– Stärkung der Metropolfunktion der Frankfurter City, bei gleichzeitiger Verteilung von Funktionen in der Region nach Zentralitätsstufen.

– Aufrechterhaltung und Stärkung des Wohnens in der City, Verbesserung der Wohnqualität.

– Schaffung von zusätzlichen zentralen Arbeitsplätzen.

– Optimale Auslastung der im Ausbau befindlichen U- und S-Bahnnetze.

– Sinnvoller Ausgleich von Kernstadt und Umland durch Austausch geeigneter Funktionen, Leistungen und Nutzungen.“

Mit einer Gesamtkonzeption für die Frankfurter Innenstadt sollen private und öffentliche Investitionen in Bereich gelenkt werden, die bereits Erschließungsqualität besitzen (wie im Westen) oder noch Erschließungsmaßnahmen benötigen (wie der Osten Frankfurts). Daneben soll auch auf Teilräume hingewiesen werden, die Initialzündung benötigen. Der Entwicklungsdruck soll gesteuert, in geeignete Standorte gelenkt und durch öffentliche Initiativen angeregt werden. Stadtplanerisch benachteiligte Räume sollen verstärkt aufge-wertet und dem privaten Investitionswillen zugänglich gemacht und so „Investitionssicherheit gewährleistet“ werden.

FAZ 5. Juli 1984

Bei Fachleuten kommt der City-Leitplan nicht gut weg. In der FAZ vom 5. Juli 1984 mahnt der Städtebaubeirat den Magistrat zur restriktiver Planungspolitik.