Tempo 20 - Frankfurt - Innenstadt

Verkehrsarme Innenstadt – Tempo 20 in Frankfurt ab Dezember

Die Stadt Frankfurt am Main führt ab Dezember 2023 in Teilen der Innenstadt Tempo 20 ein. Wenn weniger Autos unterwegs seien, steige die Aufenthaltsqualität, so das Ziel von Verkehrsdezernent Wolfgang Siefert (Grüne), der keine autofreie, sondern eine autoarme Innenstadt anstrebt.

Anfang Dezember soll das Tempo-Limit rund um die Börse kommen und dann blockweise weiter umgesetzt werden. Damit werde das Gebiet zum verkehrsberuhigten Geschäftsbereich erklärt. Geplant sei die Tempobeschränkung auf 20 km/h bisher nur in den Nebenstraßen. Bei den Hauptstraßen – wie etwa der Berliner Straße – bleibe alles wie gehabt und auf den großen Ein- oder Ausfallstraßen sollen die Autos weiter mit Tempo 50 fahren dürfen. Auch in Städten wie Stuttgart, Xanten oder Hannover gibt es bereits Tempo-20-Zonen im Innenstadtbereich.

2024 sollen zwei weitere Tempo-20-Zonen folgen. Eine dieser Zonen soll es rund um den Dom geben, wobei die Braubachstraße, auf der die Straßenbahn fährt, nicht einbezogen werden soll. Auch das Gebiet um den Kaiserplatz soll zur Tempo-20-Zone erklärt werden, so dass das neue Limit dann auch auf der Friedens- und Kaiserstraße eingeführt werden wird, auf denen aktuell Tempo 30 gilt.

Neben Tempo 20 hat Frankfurt weitere Pläne zur Verkehrsberuhigung. So sollen auch viele Parkplätze an den Straßen wegfallen, so dass dann verstärkt die Parkhäuser genutzt werden sollen. Ziel ist es, den sogenannten Parksuchverkehr zu vermeiden. Zudem soll es zukünftig mehr Liefer- und Ladezonen und auch weiterhin Behindertenparkplätze und Taxistellplätze geben. Auch in den Stadtteilen soll die Parkraumbewirtschaftung ausgeweitet werden, so dass kein kostenloses Parken mehr möglich sein wird.

Zudem ist ein fahrradfreundlicher Umbau weiterer Nebenstraßen geplant. Diese zunächst provisorische Maßnahme, wie beispielsweise am Oder Weg schon geschehen, stößt auf viel Kritik.

Bisher habe das Auto noch sehr viel Fläche im Vergleich zur tatsächlichen Verkehrsleistung. Das Verhältnis betrage in etwa 80 Prozent zu 20 Prozent. Es seien auch bereits viele Fahrbahnen in Fahrradwege umgewandelt worden, neue Stau-Schwerpunkte hätten sich aber unter dem Strich nicht ergeben, so das Verkehrsdezernat.

All diese Maßnahmen sollen dem Klimaschutz dienen und den öffentlichen Raum attraktiver machen. Zudem sollen sie dafür sorgen, dass alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt behandelt würden. Eine begleitende Befragung zur Zufriedenheit im kommenden Jahr soll klären, ob die Maßnahmen von den Bürgern angenommen werden.

Frankfurt ist seit 2022 auch Mitglied der Initiative „Lebenswerte Städte und Gemeinden“, in der sich inzwischen mehr als 900 Städte, Gemeinden und Landkreise zusammengeschlossen haben. Sie fordern unter anderem mehr Spielraum für Tempobeschränkungen.

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