Großer inklusiver Spielplatz mitten in der Innenstadt geplant – es fehlen jedoch noch Spenden

Mitten in der Innenstadt könnte ein 3000 Quadratmeter großer In- und Outdoor-Spielplatz für Kinder entstehen, der speziell auf die Bedürfnisse von behinderten Kindern ausgerichtet ist. Der erste inklusive In- und Outdoor-Spielplatz Deutschlands. Das Ziel von „inKlusIAN“ ist es, einen barrierefreien Erlebnisraum zu schaffen, in dem  Kinder mit und ohne Behinderungen ganzjährig und wetterunabhängig miteinander spielen können.

Das Konzept wird von der Stadt und der Kommunalen Ausländervertretung unterstützt und Oberbürgermeister Mike Josef ist der Schirmherr des Projekts. Im Frühling wurde bekannt gegeben, dass der Spielplatz im Spätsommer eröffnet werden soll. Standort ist das seit vielen Jahren leerstehende Baugrundstück an der Stiftstraße. Laut des Initiators Amir Emdadi, Vorsitzender des Vereins KIAN e.V., könne die Baugenehmigung schnell erteilt werden und auch die Spielgeräte könnten schnell geliefert werden.

Highlines - Rock - Capital - KSP - Engel - Frankfurt - Hochhaus

Der Entwurf von KSP Engel von 2018

Es fehlen noch Spenden

Jedoch seien von den Kosten von zwei Millionen Euro bisher leider nur ein Viertel durch Spenden abgedeckt. Um das Projekt zu realisieren, führen die Initiatoren aktuell weitere Gespräche mit Unternehmen und privaten Spendern – jedoch sei sellbstverständlich jede Unterstützung unter https://kian-organisation.de/ willkommen.

Kooperation mit "Wir sind alles Frankfurter"

Der Rapper Hassan Annouri hat das Grundstück von dem Immobilienentwickler Rock Capital Group aus München gepachtet und unterstützt das Projekt ebenfalls. Hassan Annouri hatte das Baugrundstück an der Stiftstraße bis letztes Jahr für ein großes, 43 Meter hohes temporäres Wandgemälde „Wir sind alles Frankfurter“ des Frankfurter Künstlers Justus Becker genutzt. Mit seinem Projekt wollte der Initiator und Musiker ein Zeichen für ein vielfältiges und gemeinschaftliches Frankfurt setzen. Hier fand auch ein Weihnachtsmarkt statt, den die gemeinnützige Initiative Wir sind alles Frankfurter organisiert hatte. Jetzt entschied sich Annouri, das Grundstück dem Spielpark-Projekt zu überlassen.

Rollstuhlbasketball, Betreuungsangebote und Foodtrucks

Laut einer Studie der „Aktion Mensch“ zur Situation der Spielplätze in Deutschland weisen nur knapp 21 Prozent der untersuchten Spielplätze inklusive Merkmale auf. Das Land Hessen liegt mit knapp 19 Prozent unter dem bundesweiten Wert. Einer der Gründe, warum sich der Verein KIAN e.V. für inklusive Spielplätze seit Jahren engagiert.

Der neue inkluisve Spielpark soll aus einer 900 Quadratmeter großen Spielhalle und einem bespielbaren Außenbereich bestehen und alle Spielgeräte sollen inklusiv sein und es soll qualifiziertes Aufsichtspersonal anwesend sein. Auch ein Platz für Rollstuhlbasketball ist geplant und der Außenbereich soll begrünt werden und mit Foodtrucks ausgestattet werden. Es sei sogar geplant, durch Betreuungsangebote die Möglichkeit zu schaffen, dass Eltern ein paar Stunden Zeit für sich haben. Ein Tagesticket soll für fünf bis sechs Euro erhältlich sein und Kinder mit Behinderungen sollen freien Eintritt erhalten.

Der Frankfurter Verein KIAN e.V. hat bereits viel Erfahrung mit der Errichtung von inklusiven Spielplätzen, da der Verein mit Hilfe von Spenden in den letzten Jahren mehrere Spielplätze in Frankfurt mit inklusiven Spielgeräten ausgestattet hat, u. a. den Spielplatz am Goetheturm, am Lohrberg und auch am Hafenpark. Das Ziel des Vereins ist es, einen inklusiven Indoorspielplatz zu schaffen, der Kindern wetterunabhängig eine Gelegenheit zum Spielen bieten kann.

Zur weiteren Planung der Wohnhochhäuser ist nichts bekannt

Das Grundstück an der Stiftstraße steht seit Jahren leer. Hier sind seit Jahren drei Wohnhochhäuser mit 550 Wohnungen mit dem Namen High Lines geplant. Es liegt auch ein Bebauungsplan seit 2016 vor.  Über die weitere Planung zu den Wohnhochhäusern ist nichts bekannt.

Das ursprünglich an diesem Ort geplante Hochhaus-Projekt hat eine lange und wechselhafte Geschichte: Ursprünglich sollte das Ensemble bereits 2013 nach Plänen von Max Dudler realisiert und unter dem Projektnamen „Drei Schwestern“ vermarktet werden. 2016 hat dann die Becken Development aus Hamburg das 5.800 Quadratmeter umfassende Grundstück von der Telekom erworben. Bei dem Architekturwettbewerb setzte sich das Büro von Magnus Kaminiarz Architekten durch. 2018 verkaufte die Becken Development das Grundstück an Rock Capital aus München. Seitdem heißt das Projekt offiziell High Lines. Auch Rock Capital führte einen erneuten Architekturwettbewerb durch, den das Frankfurter Büro KSP Engel gewann. 2023 war das Architekturbüro KSP Engel laut Aussage des Stadtplanungsamts mit der weiteren Planung beauftragt. Die Fertigstellung war ursprünglich für 2024 vorgesehen. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite von High Lines plant Rock Capital zudem seit Jahren ein weiteres Hochhaus namens The Edge – auch hier sind keine weiteren aktuellen Details bekannt.

High Lines - Rock Capital - Kaminiarz - Frankfurt - Innenstadt - Stiftstraße

Der Entwurf von Magnus Kaminarz Architekten von 2016

Wenn leider die weitere Schaffung von Wohnungen in der Innenstadt nur langsam vorankommt, so ist die Unterstützung der Stadt für solch eine sinnvolle Zwischennutzung zur Belebung der Innenstadt absolut geboten und es wäre wünschenswert, wenn die Wirtschaft, Stadt und Land dieses Projekt tatkräftig unterstützen könnten, damit die Kinder in Frankfurt einen Ort zum Spielen in der Innenstadt erhalten und dieses gemeinnützige Projekt tatsächlich realisiert werden kann.

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