Interim Städtische Bühnen Frankfurt Gutleutviertel

Standort für Zwischenlösung der Städtische Bühnen im Gutleut-Viertel gefunden

Die Stadt Frankfurt muss die bisherige Theater-Doppelanlage am Willy-Brandt-Platz abreißen und neue Spielstätten für Oper und Schauspiel bauen. Während der Bauzeit müssen die beiden Spielstätten der Städtischen Bühnen an einen Übergangsstandort umziehen. Jetzt hat die Stadtregierung beschlossen, ein 15 500 qm großes Grundstück im Gutleutviertel zu kaufen – in ungewohnter Nachbarschaft. Dieser neue Campus soll ab 2026 als Interimsstandort fungieren, zumindest für die Probebühnen. Aktuell sieht die Planung vor, dass ein neues Schauspielhaus auf dem bisherigen Sparkassengelände an der Neuen Mainzer Straße entstehen soll.

Das Grundstück liegt inmitten des Entwicklungsgebiets im Gutleutviertel. Eine Verlängerung der Straßenbahn bis über die Liegenschaft hinaus ist in Planung. Es geht um das Areal der Gutleutstraße 324-326, gegenüber der Wurzelsiedlung und nicht weit von dem Briefverteilzentrum der Post entfernt, dass seit mehr als zehn Jahren leersteht Das frühere Hochregallager der Dresdener Bank soll saniert und umgenutzt werden und zudem soll ein Neubau auf dem Campus entstehen. Ziel der Stadt ist es, dort ein gemischtes Wohn- und Gewerbegebiet zu entwickeln.

„Mit dem Erwerb wird nach Jahren der intensiven Suche ein guter Standort mit einer vielfältig entwickelbaren Bestandsbebauung für die Interimsflächen der Städtischen Bühnen gesichert“, sagt Kultur- und Wissenschaftsdezernentin Ina Hartwig und führt weiter aus: „Damit haben die Bühnen, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, nun eine perspektivreiche Option und wir haben eine große Hürde bei dem Projekt genommen.“

Die zeitweise Nutzung des Areals für die Städtischen Bühnen soll mit der kulturellen Nutzung wichtige Impulse für das Entwicklungsgebiet bieten. Der Erwerb muss jedoch noch durch die Stadtverordnetenversammlung bestätigt werden und wurde durch das Dezernat Kultur und Wissenschaft mit seiner Stabsstelle Zukunft Städtische Bühnen in enger Abstimmung mit den zuständigen Dezernaten und Ämtern der Stadt vorangetrieben.

Die Sanierungsarbeiten sollen über ein Jahr dauern, jedoch ist der Umzug der Probebühnen bereits für Anfang 2026 geplant. Über die Höhe des Kaufpreises schweigt die Stadt bisher.

„Grundsätzlich besteht die Liegenschaft aus der Grundfläche, sowie einer in der Interimszeit nutzbaren Bestandsimmobilie. Ein dauerhafter Spielbetrieb mit Publikum ist nach aktueller Planung erst nach dem Abriss der Doppelanlage vorgesehen, Anfang der 30er Jahre. Gegebenenfalls könnten bereits im Vorfeld Aufführungen hier stattfinden. Dies ist letztlich eine künstlerische Entscheidung und wird in enger Abstimmung mit der Intendanz der beiden Sparten getroffen“, erklärt Juliane Voigt von der Stabsstelle „Zukunft der Städtischen Bühnen Frankfurt“ gegenüber dem SKYLINE ATLAS.

Da das Grundstück für alle Nutzungsbereiche beider Häuser zu klein ist, ist geplant auf dem neuen Campus entweder Aufführungen des Schauspiels oder der Oper stattfinden zu lassen. Nur im Falle drohender Spielausfälle ist vorgesehen, beide Sparten hier spielen zu lassen, so Juliane Voigt.

Die besondere Kombination des Geländes, das aus einer Bestandsimmobilie sowie einer Brachfläche besteht, erlaubt die Umsetzung eines flexiblen, campusähnlichen Interimskonzepts für die Bedarfe der Städtischen Bühnen. Dies ermöglicht vielfältige Interims- und Nutzungsoptionen für alle derzeit noch verbliebenen Varianten. Denn abhängig von der gewählten Variante für den Neubau von Schauspiel und Oper, mussten zudem für den künstlerischen Betrieb mit Spielstätten, als auch für Logistik-, Produktions- und Verwaltungsbetrieb Interimsflächen für rund 1200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gefunden werden.

Das Grundstück liegt räumlich inmitten des Entwicklungsgebiets „Produktives Quartier – Gutleut West“. Im Sommer 2024 hat die Stadtversammlung dem Konzept zugestimmt und somit die Grundlage für die Entwicklung des geplanten gemeinwohlorientierten, nutzungsgemischten und nachhaltigen Stadtquartiers geschaffen. Wichtiger Leitgedanke des Konzeptes ist es, aus der Perspektive des Vorhandenen innovative Ideen für die Zukunft zu erarbeiten. Dazu soll mit lokalen Akteuren die vorhandene Nutzungsstruktur zukunftsgerecht weiterentwickelt werden. Gebaut wird im Gutleut-West voraussichtlich ab 2028.

Gutleutstraße Interimgebäude Städtische Bühnen

Eine Verlängerung der Straßenbahn vom Hauptbahnhof bis über die Liegenschaft hinaus ist in Planung. Jedoch fehlt eine Anbindung an das S-und U-Bahnnetz und auch Parkplätze sind bisher nicht vorhanden. Im Zuge des Projekts „Produktives Quartier – Gutleut West“ soll das neue Quartier eine gute öffentliche Infrastruktur und Orte der Gemeinschaft erhalten und somit durch die temporäre Nutzung des Areals für Interims der Städtischen Bühnen wichtige Impulse für das Entwicklungsgebiet. Juliane Voigt erläutert, dass sich die Entwicklung des „Produktiven Quartier Gutleut-West“ derzeit noch ganz am Anfang befindet und aktuell eine umfangreiche Öffentlichkeitsbeteiligung in Form eines Dialogverfahrens mit Anwohnern, Eigentümern, Unternehmern, Entwicklern etc. stattfindet. Ziel dabei ist die Entwicklung eines nutzungsgemischten, gemeinwohlorientierten und nachhaltigen Quartiers, in dem modellhaft Gewerbe, Wohnen sowie soziale und kulturelle Einrichtungen vereint werden sollen. Im Zuge der Neuordnung des Gebiets soll auch der Mainuferweg aus dem Westhafen über den Sommerhoffpark weitergeführt werden.

Wohnquartier - am - Westhafen - Sommerhoff - Park - Maerz - 2024

In der Nachbarschaft entsteht am Westhafen aktuell auf einem Grundstück einer Industriebrache von mehr auf einem Hektar Fläche ein Wohnkomplex mit zwei Wohntürmen und einem Studierendenwohnheim „The Fizz II„.

Nach dem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung über den Neubau der Städtischen Bühnen und nach abschließender Konkretisierung der hieraus resultierenden Interimsbedarfe, soll ein Architekturwettbewerb für den Neubau auf dem Campus im Gutleutviertel durchgeführt werden, berichtet Juliane Voigt.

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