Westhafen Frankfurt am Main

Westhafen

Der Frankfurter Westhafen ist ein gemischt-genutztes Entwicklungsgebiet und liegt am Mainufer südlich des Hauptbahnhofs. Der Westhafen gehört zum Stadtteil Gallus und entstand weitestgehend bis zum Jahr 2010. Das letzte Immobilienprojekt im Westhafen wurde mit dem Hafenbogen im Jahr 2020 fertiggestellt. Derzeit entsteht außerdem noch das Wohnquartier am Westhafen, das an der westlichen Seite direkt an das Westhafengebiet angrenzt.

Der Westhafen grenzt außerdem ganz im Osten an das westliche Mainufer, das in den kommenden Jahren durch mehrere Hochhausbauten aufgewertet werden soll. Laut einem Bericht von Christoph Manus in der Frankfurter Rundschau (Dezember 2020) soll das Gebiet westlich des Westhafens in den kommenden Jahren mit Hunderten Wohnungen als Mischgebiet bebaut werden. Weitere Informationen sind auch hier im PARLIS abrufbar.

Am östlichen Entrée steht seit 2003 der Westhafen Tower, ein verglastes Bürohochhaus auf kreisrundem Grundriss. Er war eines der ersten Gebäude, die am ehemaligen Westhafen fertiggestellt wurden. Zeitgleich entstanden mit dem Westhafen Tower auch das Westhafen-Haus sowie das Brückengebäude.

An der westlichen Seite des Uferabschnittes, kurz vor der Main-Neckar-Brücke, entstanden bis 2004 mit dem Torhaus Westhafen und dem Westhafen-Pier vor dem Heizkraftwerk West moderne Bürogebäude.

Am Ende des Rotfeder-Rings befindet das heute denkmalgeschützte Druckwasserwerk, das letzte historische Gebäude der ehemaligen Hafenanlagen. Das Druckwasserwerk ist Teil der Route der Industriekultur Rhein-Main.

Westhafen-Haus (links), Brückengebäude (Mitte) und Westhafen Tower (dahinter)
Frankfurt Westhafen - Wohnhäuser in der Hafenstraße und Speicherstraße
Westhafen-Pier (links) und Torhaus (rechts) - Das Westhafenpier ist für manche das Zentrum von allem
Heizkraftwerk West der Mainova
Solitäre am Westhafen Frankfurt - Wohngebäude West-Hafen Frankfurt am Main

Die Hafenmole am Karpfenweg ist heute bis zum Flusskrebssteg mit zwölf einzelnen siebenstöckigen Wohnhäusern bebaut, die auch Solitäre genannt werden. Sie stehen teilweise auf Pfählen im Wasser und verfügen über eigene Bootsanlegestege.

Lage und Erreichbarkeit

Westhafen Tower und Yachthafen im Westhafen

Der Westhafen liegt im westlichen Teil der Frankfurter Innenstadt im Gutleutviertel. Das Gebiet liegt zwischen der Friedensbrücke und der Main-Neckar-Brücke, wenige Gebäudeblöcke südlich des Hauptbahnhofs und unweit des Behördenzentrums.

Der Westhafen ist nicht optimal an Verkehrsträger angeschlossen. Der Rotfeder-Ring endet an der Main-Necker-Brücke in einer Ringverbindung. Außerdem erreicht man den Westhafen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nur über eine Busverbindung.

Entwicklung des Westhafens

Der Westhafen wurde ursprünglich zwischen den Jahren 1883 und 1996 gebaut und am 16. Oktober 1886 eröffnet. Zuvor hatte sich an der gleichen Stelle westlich der Altstadt der Winterhafen befunden, in dem Schiffe während der kalten Jahreszeit vor Eisgang geschützt waren.

Der Westhafen war über viele Jahrzehnte ein wichtiger Binnenhafen für die Stadt Frankfurt und industriell geprägt. Hier befand sich beispielsweise auch der große Getreidespeicher der Stadt Frankfurt, der im Notfall für die Versorgung der Bevölkerung mit Getreide vorgesehen war. Durch die Verlagerung von Gütern auf andere Verkehrsträger verlor der Westhafen jedoch an Bedeutung. Gleichzeitig wuchs durch Zuzug von Menschen der Bedarf an zentralen Wohn- und Arbeitsmöglichkeiten.

Im Jahr 1993 fasste die Stadtverordnetenversammlung schließlich den Beschluss, den Westhafen mit einer Gesamtfläche von zwölf Hektar zu einem modernen Stadtquartier mit Wohnungen für rund 2.000 Menschen sowie mit Büros, Ladengeschäften und Gastronomie und insgesamt etwa 3.000 Arbeitsplätzen zu entwickeln. Dabei sollte das Hafenbecken erhalten bleiben, mit zwei Stegen überbrückt werden und als Yachthafen dienen. Die großflächigen Bauarbeiten hierfür begannen ab dem Jahr 2000 und wurden ca. 2010 weitestgehend abgeschlossen.

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