Drohnenaufnahme Bankenviertel Hochhäuser - Frankfurt 2022

Drohnenfotografie und Luftbildaufnahmen in Frankfurt

Dank immer innovativer werdender Drohnentechnologie hat sich die Architekturfotografie seit Langem auch im dreidimensionalen Raum etabliert. Eindrucksvolle Präsentationen von Bestandsobjekten für die Vermarktung, Dokumentationen von Bauprojekten sowie städtische Panoramaaufnahmen für Gebäude-Visualisierungen sind nur einige Anwendungsbereiche, für die Architekten und Projektentwickler heute auf professionelle Drohnenfotografen zählen.

Was macht Kameradrohnen so unersetzlich?

Die Nutzung von Kameradrohnen bedeutet in erster Linie Freiheit. Im Prinzip ist es, als würde man sein Stativ für eine Aufnahme mitten in der Luft aufstellen. Man positioniert das fliegende Auge so lange frei im dreidimensionalem Raum, bis man den perfekten Blick für eine ideale Bildkomposition eines Objekts gefunden hat. Oder man über einem Baugrundstück die exakte Position und Perspektive einnimmt, aus der später mal eine Person aus dem 25. Stockwerk die Sicht über die Stadt genießen wird. Solche Ansichten werden beispielsweise benötigt, um sie anschließend als Hintergrund in 3D Innenräumen-Visualisierungen geplanter Gebäude zu integrieren. Um diese Ansichten so präzise wie möglich in Bezug auf Position, Höhe, Blickwinkel und Sonnenstand umzusetzen, stimmen sich Drohnenpilot und 3D-Studio im Vorfeld sorgfältig ab.

Geht es um Außenansichten großflächigerer Baugelände, bieten Panoramaaufnahmen die ideale Basis, um ganze Großbauprojekte als 3D Rendering in die reale Landschaft zu integrieren. Solche Aufnahmen bestehen in der Regel aus bis zu 24 hochauflösenden Einzelbildern, die in der Nachbearbeitung zu einem Panoramabild zusammengesetzt werden.

Ihre maximale Wirkung erzielen Drohnenaufnahmen im filmischen Bereich. Denn es ist unvergleichlich, Ansichten von Architektur und Umgebung durch einen Flug im 3-dimensionalen Raum zu erleben. Keine noch so gelungene Fotografie ermöglicht eine so emotionale Wahrnehmung. Insbesondere bei Flügen durch Innenräume entstehen Filmaufnahmen, die man ohne Drohne nur mit großem technischem Aufwand realisieren kann. Solche filmischen Architekturaufnahmen finden meist Verwendung in Unternehmensfilmen, Projektdokumentationen oder Immobilienvermarktungen auf hohem Niveau. In vielen Fällen werden dafür Drohnenaufnahmen auch mit Stativaufnahmen kombiniert, um eine vielseitige Auswahl an Bildeinstellungen für den Schnitt zur Verfügung zu haben. In diesem Video sehen Sie, wie frei sich eine fliegende Kamera im städtischem Raum bewegen kann.

Um diese Freiheit auch maximal nutzen zu können, ist hohes Maß an Know-how gefragt. Je nachdem wie umfangreich ein Drohneneinsatz, bzw. Produktionsumfang ist, muss ein professioneller Drohnenpilot ein entsprechend umfangreiches Skill-Set mit an den Start bringen. Denn er sollte nicht nur als Pilot, sondern auch als Flugbetriebs-Planer, Kamera Operator und Spezialist in der finalen Bild- oder Videobearbeitung erfahren sein.

Hochhäuser Drohnenaufnahmen Senckenberg Quartier - Frankfurt 2022
©2022 Thomas Gessner

Der Luftraum über Frankfurt - Alles andere als ein Spielplatz

Frankfurt bietet eine einzigartige Umgebung für die Nutzung von Kameradrohnen aufgrund seiner vielseitigen Bauprojekte und seiner spektakulären Kulisse. Zurzeit befinden sich aktuell 29 Hochhäuser im Bau und 23 weitere befinden sich in der Evaluierung. Mit dem neuen Terminal 3 entsteht das modernste Terminal Europas und eine Vielzahl an spannenden Wohnbauprojekten werden im Stadtgebiet sowie im Umland kontinuierlich realisiert.

Aber aufgrund seiner Kompaktheit, Bevölkerungsdichte und vor allem der Nähe zum Flughafen wird es zunehmend aufwendiger, Drohnenflüge im Stadtgebiet durchführen zu können. In 2019 wurde die neue EU-Drohnenverordnung etabliert, die seit dem 1.1.2022 bis auf wenige letzte Ausnahmeregelungen in vollem Umfang bindend ist. Über die Bedeutung dieser Situation für gewerbliche Drohnenpiloten ließe sich ein ganzes Buch schreiben. Aber eine kurze Beschreibung der wesentlichen Umstände soll an dieser Stelle für ein besseres Verständnis auch für diejenigen sorgen, die in Zukunft auf Dienstleistungen von Drohnenpiloten zurückgreifen wollen oder müssen.

Für einen Drohnenfotograf in Frankfurt (und auch in allen anderen städtischen Gebieten) ist der Planungsumfang des Flugbetriebs mit professionellen Kameradrohnen ab einer bestimmten Gewichtsklasse durch die neuen EU-Regulierungen geradezu explodiert. Was vor über einem Jahr noch mittels einer einfachen Sondergenehmigung der Landesluftfahrtbehörde durchführbar war, muss heute in bestimmten Fällen mittels einer umfangreichen Betriebsbeschreibung sowie einer Luft- und Bodenrisiko Analyse beantragt werden. Kurz gesagt, die Regularien basieren weitestgehend auf denen der bemannten Luftfahrt und gelten für jeden Luftbildfotograf in Frankfurt, Paris oder Barcelona gleichermaßen. Das treibt den Faktor Zeit- und Kostenaufwand für die Ausstellung solcher speziellen Genehmigungen unweigerlich in die Höhe. Denn ein Antrag für den Flugbetrieb innerhalb einer hohen Risikoklasse kann je nach Umfang des geplanten Drohnenbetriebs gerne mal bis zu 80 Seiten umfassen. Die EU-Durchführungsverordnung stellt gewerbliche Drohnenpiloten aus allen Bereichen vor große Herausforderungen, um Drohnenprojekte entsprechend zu planen und umzusetzen. Verständlich zwar im Hinblick auf einen immer dichter werdenden Luftraum, den wir uns in Zukunft mit DHL-Drohnen, Edeka-Drohnen oder gar Luft-Taxis teilen müssen. Aber die Durchführbarkeit des EU-Regelwerks lässt noch viele Fragen seitens der Drohnenhersteller, der Drohnenpiloten und sicher auch den verantwortlichen Behörden offen.

Drohnenaufnahme Panorama Messe Frankfurt 2022
©2022 Thomas Gessner

Freiräume und Möglichkeiten für den innerstädtischen Flugbetrieb

Sprechen wir also lieber wieder über Freiheit. Oder besser gesagt, den Möglichkeiten für den Betrieb von Drohnen im städtischen Raum unter Beachtung der EU-Durchführungsverordnung. Was, wo und wie geflogen werden darf, hängt von der Drohnen-Gewichtsklasse und der Risiko-Kategorisierung des Flugbetriebs ab. Je leichter eine Drohne, desto weniger Einschränkungen, bzw. Vorgaben gilt es zu beachten. Gleiches gilt auch für Größe der Bevölkerungsdichte und Sensibilität der Infrastrukturen innerhalb der Betriebszonen.

Für den Betrieb von kleinen Kameradrohnen unter 250 Gramm gibt es keine größeren Einschränkungen und Regularien, außer denen, die auch vor Inkrafttreten der  EU-Drohnenverordnung schon zu beachten waren. In dieser Drohnen-Gewichtsklasse darf man momentan ohne Weiteres in der Innenstadt Aufnahmen machen. Die Kameratechnik solcher Klein-Drohnen eignet sich mittlerweile sehr gut, um Fotoaufnahmen von überzeugender Qualität für Online Präsentationen zu erstellen. Für die anspruchsvolle Weiterverarbeitung von 3D-Visualisierungen oder gar Videoproduktionen sollte man allerdings auf professionelle Kameradrohnen zurückgreifen. Deren Gewichtsklassen liegen in der Regel zwischen 900 Gramm und 4 Kilogramm und unterliegen entsprechend strenger werdenden Regularien.

In vielen Bereichen des städtischen Raums lassen sich Flüge mit Drohnen über 250 Gramm innerhalb der sogenannten “Offenen Kategorie“ durchführen. In der offenen Kategorie werden Flugmanöver und Betriebsbereiche zusammengefasst, die für unbeteiligte Personen ein überschaubares Risiko darstellen. Der Drohnenpilot trägt hier alleine Verantwortung für die Einhaltung von Regeln, die für seine jeweilige Drohnen-Gewichtsklasse Gültigkeit haben. Ab einem Startgewicht von 900 Gramm ist zudem das “EU-Fernpilotenzeugnis Klasse A2“ vorgeschrieben und unbeteiligte Personen dürfen nicht mehr überflogen werden. Natürlich gestaltet ein erfahrener Drohnenpilot seine Flugplanung so, dass er seine Flüge innerhalb dieser Kategorie absolvieren kann.

Aufwendig wird es erst dann, wenn der geplante Flugbetrieb aufgrund gewisser Risikofaktoren nicht mehr in der “Offenen Kategorie“ stattfinden kann. Beispiel: ein Hochhaus im Stadtzentrum soll für Videoaufnahmen in 100 Metern Höhe mit einer 1 Kilogramm schweren Drohne umflogen werden. In diesem Fall wäre es sehr aufwendig, in einem Notfall (Absturz) das Risiko für unbeteiligte Personen innerhalb der Flugzone auf ein akzeptables Maß zu minimieren. Man müsste hierfür eine Genehmigung für die “Spezielle Kategorie“ der EU-Durchführungsverordnung beantragen und die entsprechenden Sicherheitsvorgaben befolgen.

Wie bereits erwähnt, die Regularien und Vorgaben für diese Kategorie basieren auf den Regularien der bemannten Luftfahrt. Das hat zur Folge, dass selbst für einen kurzen 1-stündigen Drohneneinsatz eine Betriebsbeschreibung sowie eine Luft- und Bodenrisiko Analyse zu erstellen sind, deren Ausarbeitung mitunter 1-2 Tage dauern kann (exklusive Prüfung durch das Landesluftfahrtamt und eventuellen Revisionen).

Drohnenaufnahme Messeturm Hochhäuser Frankfurt 2022
©2022 Thomas Gessner

Sämtliche Regularien sind vorwiegend für Flüge im öffentlichen Raum relevant. Findet der Flugbetrieb auf privatem Grundstück, einer Baustelle, einem Firmengelände oder gar in Innenräumen statt, operiert man wiederum in einem kontrollierbaren Betriebsbereich, in der dann wieder nur die Regeln der “Offenen Kategorie“ zu beachten sind.

Am Ende des Tages liegt es an der taktischen Intelligenz des Drohnenpiloten, seine Betriebsbereiche und Möglichkeiten so zu organisieren, dass er möglichst viel Freiheit bei der Umsetzung seiner Flugmanöver genießt.

Über den Verfasser

Thomas Gessner ist Kooperationspartner von SKYLINE ATLAS und führt seit einigen Jahren Drohnenprojekte im Auftrag von namhaften Architekten und Projektentwicklern in der Stadt Frankfurt durch. Mehr Infos zur Person finden Sie unter:

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©2022 Thomas Gessner

©2022 Thomas Gessner

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