04

Sep

Kann die Stadtplanung in Toronto ein Vorbild für Frankfurt sein?

Ein Besuch am Ontariosee: zwischen Bürgerbeteiligung und Profitinteressen

Die Innenstadt von Toronto, dem Finanzzentrum von Kanada, ist geprägt von Hochhäusern. Hier fühlt man sich ein bisschen wie nach Midtown Manhattan versetzt. Der CN Tower ist mit einer Höhe von 553 Metern das Wahrzeichen von Toronto.

Im Finanzdistrikt stehen dicht an dicht die Hochhäuser der grossen Banken dieser Welt. Entlang des Ontariosees, der direkt an die Innenstadt grenzt, sieht man hingegen viele Apartmenthochhäuser (sogenannte „condo towers“). Die meisten davon sind erst in den letzten Jahren gebaut worden. Diese Apartmenthochhäuser ragen teilweise bis zu 270 Meter in den Himmel.

Was löste diesen enormen Bauboom hier aus? In Toronto und seinen Aussenstädten wohnen ca. 8 Millionen Einwohner. Toronto zählt mittlerweile zu den einwohnerstärksten Ballungsräumen Nordamerikas. Jedes Jahr kommen im Schnitt mehr als 100.000 Zuzügler und Migranten dorthin und wollen in der Stadt am Ontariosee leben.

Damals in den 1970er Jahren war Toronto sehr darauf bedacht, nur Häuser bis maximal 13,7 Metern Höhe bei Neubauten in der Innenstadt zuzulassen. Dann haben die Planer jedoch verstanden, dass die Hundert Tausenden von Zuwanderer nicht alle in den Vorstädten untergebracht werden konnten. Der einzige Weg war damals und ist es heute, nach oben zu wachsen. Der Boom der Apartmenthäuser hat es ermöglicht, eine dichte und lebhafte Innenstadt zu bilden.

Dieser Boom wird durch stadtplanerische Instrumente gelenkt damit keine Bauten in „Wild West“-Manier entstehen. Beispielsweise ist der Stadt ein klare Kommunikation und Mitsprache der Bevölkerung wichtig. Die Stadtverwaltung achtet sehr darauf, wo die Gebäude entstehen, wieviel Schatten sie erzeugen, welche Materialien eingesetzt werden und wieviel sie für die öffentliche Bereicherung beitragen. Dieser Prozess wird transparent gestaltet: Die Bürger werden durch Stadtplaner über jedes neue Bauvorhaben über Infotafeln (siehe Fotos) und im Internet (unter www.toronot.ca/aic) informiert und mit einbezogen, nach dem Motto „PLANING A GREAT CiTY TOGETHER“.

Zur Zeit sind 140 Hochhäuser in der Innenstadt von Toronto im Bau. An dieser hohen Anzahl an Hochhaus-Neubauten, in erster Linie Wohnhochhäuser, ist abzulesen welche Veränderungen in einer Mega City wie Toronto aktuell geschehen. Hochhäuser ermöglichen es hier, einer breiten Masse an Bewohnern direkt in der Stadt zu leben.

Bei all diesen Veränderungen ist es der Stadtverwaltung von Totonto wichtig, die Bürger zu informieren und zu beteiligen, den Planungsprozess transparent zu gestalten damit die Akzeptanz der Bürger steigt und die Qualität der Planungen verbessert werden.

Frankfurt erlebt ebenfalls einen neuen Trend zu Wohnhochhäusern, wobei hier die Wohnungen noch einer sehr zahlungskräftigen Klientel vorbehalten bleiben. Aber auch im Bürosegment entstehen neue Hochhäuser. Leider vermissen aufmerksame Beobachter hier eine ähnliche Transparenz wie sie in Toronto gelegt wird. Es wäre wüschenswert wenn seitens des Planungsamtes der Stadt Frankfurt mehr Transparenz und ein Einbeziehung der Öffentlichkeit frühzeitig stattfinden würden, zum Beispiel durch Infotafeln und im Internet. Es wäre schön, wenn es nach kanadischem Vorbild „PLANING A GREAT CiTY TOGETHER“ in Frankfurt geben würde.

Ein Beitrag von Jürgen Petzold.

29

Jun

Stadt Frankfurt überprüft Hochhausfassaden

Die Stadt Frankfurt am Main will die Fassaden aller Hochhäuser auf Brandsicherheit überprüfen, die bis zum Jahre 1983 gebaut wurden. Als erstes soll jedoch ermittelt werden, welche der 540 Hochhäuser in Frankfurt vor 1984 erbaut wurden, teilte ein Sprecher des Frankfurter Baudezernats mit. Erst danach wolle die Stadt von den Betreibern der Gebäude Auskunft einholen, ob die Fassaden brennbares Material enthalten.

28

Jun

Speisen in luftiger Höhe – Henninger Turm 2017

Das geplante Aussichts-Restaurant im neuen Henninger Turm eröffnet etwas verspätet. Laut Betreiber Mook Group ist die Eröffnung in der Mitte vom 4. Quartal 2017 geplant.

Die Eröffnung der Aussichtsterrasse erfolgt hingegen schon früher: Besucher können ab Ende September 2017 den perfekten Blick auf die Frankfurter Skyline aus dem 38. Geschoss genießen.

Was sind die Top-Gründe wenn Sie an das neue Restaurant im Henninger Turm denken?
27

Jun

Späte Ehre für den AfE-Turm

Im Jahre 2014 wurde durch zwei kontrollierte Explosionen der AfE-Turm, ein Hochhaus der Goethe-Universität, gesprengt. Tausende sahen dabei zu wie der Turm in sich zusammen sackte. Dank dem unübersichtlichem Aufzugssystem und der Beton-Architektur war der Turm bei vielen nicht beliebt.

Jetzt, drei Jahre nach der Sprengung, kommt der AfE-Turm im Science Fiction Kurzfilm „Rakka“ zu Ehre. Denn Regisseur Neill Blomkamp, berühmt geworden mit seinem sozialkritischen Alien-Thriller „District 9“ nimmt den Sturz des AfE-Turms (ab Minute 1:24) bildgewaltig in seinem neusten postapokalpytisches Machwerk auf. Im Film „Rakka“ haben Aliens im Jahr 2020 die Menschheit unterjocht, halten sie gefangen wie Sklaven und verfüttern sie an ihre Kinder.

Hier können Sie sich den Kurzfilm ansehen:

19

Mai

Neues Amt für Bau und Immobilien startet

Stadträtin Sylvia Weber und Stadtrat Jan Schneider haben während zwei Dienstversammlungen in dieser Woche sowohl die Abteilung Liegenschaftsmanagement des Stadtschulamtes als auch die Schulhausverwalter und die städtischen Reinigungskräfte über den anstehenden Verwaltungsumbau im Zuge der Hochbau- und Liegenschaftsreform informiert.

In intensiven Abstimmungen und Vorarbeiten ist beschlossen worden, dass die Bereiche Schulentwicklungsplanung, die Durchführung der Phase 0, die Definition von Raum- und Flächenstandards für Schulen und Kitas, die Haushaltsaufstellung und die Nutzerabnahme am Ende der Baumaßnahme im Stadtschulamt angesiedelt bleiben. In diesem Zusammenhang ist zwischen den Dezernenten verabredet worden, dass von den 92 Vollzeitäquivalenten, also rechnerischen Vollzeitstellen der derzeitigen Abteilung Liegenschaftsmanagement, künftig 45 im neuen ABI angesiedelt werden und 47 Stellen im Stadtschulamt verbleiben. „Die Handlungs- und Planungssicherheit der Abteilung auch in Zukunft zu sichern, ist angesichts der wachsenden Schülerzahlen von großer Bedeutung“, konstatierte Weber.

Das Amt für Bau und Immobilien hingegen übernimmt künftig alle Aufgaben über alle Lebenszyklusphasen eines Gebäudes hinweg und das komplette Liegenschaftsmanagement. Es ist also von der Grundlagenermittlung über die Planung und den Bau bis hin zum Betrieb und schließlich den möglichen Abriss der Gebäude zuständig. Künftig beauftragen die jeweiligen Ämter und Betriebe das ABI, das dann auch Bauherr ist, mit dem Bau, der Sanierung oder Renovierung von Gebäuden im Rahmen eines abgestimmten Budgets. Neu ist unter anderem auch, dass für die gesamte Betriebsphase von Gebäuden eine Einheit innerhalb des ABI zuständig sein wird. In diesem Objektmanagement finden sich zum Beispiel die Bauunterhaltung, aber auch die Wartung und Prüfung der Gebäude wieder. Außerdem kümmert sich diese Einheit um die sogenannte Mieterbetreuung. Das ABI ist damit Ansprechpartner für alle Themen rund um Immobilienfragen für das Stadtschulamt, andere städtische Ämter und Betriebe und die Nutzer.

In diesem Bereich werden sich wohl die meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die vom Stadtschulamt in das Amt für Bau und Immobilien wechseln werden, wiederfinden. Grundsätzlich steht es den Mitarbeitern allerdings offen, sich für andere Bereiche des zukünftigen Amtes für Bau und Immobilien zu interessieren.

„In der Abteilung Liegenschaftsmanagement des Stadtschulamtes wird ab Ende Mai ein Interessenbekundungsverfahren durchgeführt werden, um zu klären, welche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter künftig im neuen ABI arbeiten möchten, und wer im Stadtschulamt bleiben will“, so Weber. Die Freiwilligkeit der Entscheidung werde so gewährleistet.

Die Kollegen im Bereich Schulhausverwaltung und Reinigung werden künftig alle dem neuen ABI angehören, jedoch wird sich weder an ihrem Aufgabenbereich, noch an ihrem Einsatzort, noch an ihrer Eingruppierung etwas ändern. „Gemeinsam mit dem Dezernat Bau und Immobilien haben wir zudem ein zweistufiges Qualifikationskonzept entwickelt, das eine Weiterentwicklung im Bereich Facility Management ermöglicht“, erklärte Stadträtin Weber. Die Weiterbildung zum „Staatlich geprüften Gebäudemanager“ an der Philipp-Holzmann-Schule stehe ebenfalls weiterhin allen Interessierten offen.

Stadtrat Schneider bekräftigt, dass das Thema Qualifikation ein wichtiges Thema für das zukünftige Amt für Bau und Immobilien sei, weshalb auch in Kürze ein Qualifizierungskonzept für alle Funktionen innerhalb des ABI erstellt werde.

Weiter ergänzt Stadtrat Schneider: „Durch die Zusammenlegung der beiden großen Ämter, des Liegenschaftsamtes und des Hochbauamtes, sowie der Eingliederung immobilienrelevanter Bereiche anderer Ämter und Betriebe, wie beispielsweise des Stadtschulamtes, kommen natürlich auch ganz unterschiedliche Arbeitskulturen zusammen. Das haben wir im Projekt bedacht und deshalb geplant, mit der Gründung des ABI einen gemeinsamen Kulturentwicklungsprozess für die gesamte neue Organisation zu beginnen, an dem jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter beteiligt wird“. Und er führt fort: „Ich bin davon überzeugt, dass uns der Start zum 1. November gelingen wird. Wir haben innerhalb dieses Projektes mit der engagierten Mitarbeit von vielen beteiligten Ämtern und der Personalvertretungen sehr gute Grundlagen geschaffen, damit das Amt für Bau und Immobilien in Zukunft der kompetente Ansprechpartner für das Thema Bauen und Liegenschaften für die Stadt Frankfurt am Main sein wird und in Frankfurt künftig schneller und effizienter gebaut werden kann.“

„Der Zeitplan ist ambitioniert, aber zu schaffen“, sind sich beide Dezernenten einig.

„Wir sind für Anregungen und Fragen der Beschäftigten ansprechbar und werden in weiterhin enger Abstimmung mit den örtlichen Personalräten und dem Gesamtpersonalrat den Übergang für alle Beteiligten so transparent und gut wie möglich gestalten“, sagte Stadträtin Weber zu.

24

Mrz

Petra Roth ist jetzt Ehrenbürgerin

Alt-Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) wurde am 23. März 2017 mit großer Mehrheit der Stadtverordnetenversammlung die Ehrenbürgerwürde der Stadt Frankfurt verliehen. Dies ist die höchste Auszeichnung, die die Stadt Frankfurt zu vergeben hat. Ihr Nachfolger, Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD), hat Roth für diese Ehrung vorgeschlagen. Die Aussprache und Abstimmung fand in nichtöffentlicher Sitzung statt. Die Urkunde soll Petra Roth noch in einer Feierstunde im Kaisersaal überreicht werden.

Die Auszeichnung wird von manchen Bürgern kontrovers gesehen, da in die Amtszeit von Frau Roth unter anderem auch der Ausbau vom Frankfurter Flughafen mit der Nordwestlandebahn gefallen ist.

Mit dieser Auszeichnung steht Petra Roth in einer Reihe mit Männern wie Helmut Kohl, Albert Schweitzer, Theodor Heuss, Max Horkheimer undFrançois Mitterrand. Diese Auszeichnung wurde bisher erst einer Frau, nämlich Trude Simonsohn, zuerkannt.

Die in Bremen geborene Petra Roth war von 1995 bis 2012 Oberbürgermeisterin und außerdem von 1997 bis 1999, von 2002 bis 2005 und von 2009 bis 2011 Präsidentin des Deutschen Städtetags. In ihrer Eigenschaft setzte sich Frau Roth sich für den Erhalt der Gewerbesteuer ein, über deren Höhe die Kommunen selbstständig entscheiden. 2013 wurde Frau Roth zum Ehrenmitglied des deutschen Städtetags ernannt.

Foto: Petra Roth im Jahre 2001 (Stadt Frankfurt)

23

Mrz

Talk Walks machen Stadtplanung hörbar

Planungsdezernent Mike Josef hat am 23. März 2017 ein neues Medium vorgestellt, mit dem stadtplanerische Themen besser vermittelt werden können: Mit dem Audio-Spaziergang ‚Talk Walk‘ können sich Frankfurter und Besucher künftig kostenlos bei einem Innenstadtspaziergang an 15 Stationen über Themen zur Stadtentwicklung informieren.

„Der neue Audio-Spaziergang führt durch die Frankfurter Innenstadt an markante Orte, an denen die raschen Veränderungen und auch die Herausforderungen zur Sprache kommen“, erläutert Josef. „Es sind im Wesentlichen Themen, die wir schon im Innenstadtkonzept benannt haben und die prägend sind für Frankfurt. Der Talk Walk bringt die Diskussionen zu Themen der Baukultur und Stadtentwicklung an konkrete Orte. Entlang der Route kommen mehrere lokale Experten zu Wort. Somit werden die Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet.“

Frankfurt ist wie kaum eine andere deutsche Stadt ähnlicher Größe gekennzeichnet von anhaltendem Bevölkerungswachstum und einer enormen städtebaulichen Dynamik. Das wird insbesondere im Zentrum deutlich. Das Innenstadt-Konzept stellt sich den aus diesem Wachstum und der Dynamik entwachsenden Aufgaben, formuliert dabei zugleich Ziele zur Stadtreparatur wie auch zur spannungsvollen Weiterentwicklung des Zentrums.

Für den Audio-Spaziergang zur Frankfurter Innenstadt konnten renommierte und fachkundige Talk-Partner gewonnen werden. Verteilt auf die 15 Stationen des Innenstadtspaziergangs kommen zu Wort: Planungsdezernent Mike Josef, Stadtplanungsamtsleiter Martin Hunscher, Architekt Jochem Jourdan, Architekt Christoph Mäckler, Immobilienunternehmer Rainer Ballwanz, Pfarrerin Andrea Braunberger-Myers, ehemalige Kulturamtsleiterin Carolina Romahn, Planerin Ursula Stein sowie Michael Hootz, Markus Radermacher, Nils Schalk und Jörg Stellmacher-Hein vom Stadtplanungsamt.

Der Audiowalk beginnt am Opernplatz. Entlang einer Route von etwa viereinhalb Kilometern reihen sich 14 weitere Stationen aneinander. Jede Hörstation ist dabei in sich abgeschlossen. Der Spaziergang kann somit auch in Etappen absolviert werden. Konzipiert wurde der Talk Walk von dem Spaziergangsforscher Bertram Weisshaar, der für das Frankfurter Umweltamt schon mehrere öffentlich geführte GrünGürtelspaziergänge gestaltete.

Der Talk Walk kann kostenlos von der Internetseite heruntergeladen und dann auf Handys oder mp3-Playern mobil abgespielt werden: http://www.talk-walks.de . Smartphone-Nutzer können die für mobiles Internet optimierten Funktionen der Website nutzen, etwa eine GPS-Karte und den mobilen Download, ohne dass hierfür ein App installiert werden muss.

Screenshot: talk-walks.de