Platensiedlung: nach Aufstockung und Nachverdichtung modernes Quartier mit verdreifachter Bewohnerzahl
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- Redaktion
Mit der Aufstockung und Nachverdichtung der Platensiedlung in Ginnheim hat die ABG Holding nach den Plänen des Architekten Stefan Forster die Bewohnerzahl des Quartiers verdreifacht und damit das bislang größte Projekt zur Nachverdichtung und Aufstockung in Deutschland abgeschlossen. Die Zahl der Wohnungen ist durch die Nachverdichtung von ursprünglich 342 auf über 1000 gewachsen und bietet nun über 2000 Menschen ein Zuhause. Die ABG Holding hat rund 180 Millionen Euro in das Großprojekt investiert, mit dem zusätzlich zwei Kindertagesstätten, vier Tiefgaragen und zehn Gewerbeeinheiten realisiert wurden.
Ein urbanes Stadtquartier in Ginnheim
Die Platensiedlung ist eine offene Zeilensiedlung, die in den 1950er-Jahren als „Housing Area“ für Soldaten und Angehörige der US-Armee errichtet wurde, die in der Nähe der Zentrale der Deutschen Bundesbank und des Europaturms, etwa drei Kilometer nordwestlich des Stadtzentrums, liegt. Nach dem Abzug des Militärs in den 1990er-Jahren wurde die Siedlung an die kommunale Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding verkauft.
Im Jahr 2018 hat die ABG nach Plänen des Frankfurter Architekten Stefan Forster mit der Modernisierung und Erweiterung des nördlichen Teils der Siedlung begonnen. Seit dem Umbau 2018 hat sich die Platensiedlung stark verändert und das Quartier wirkt nun modern und städtisch. „Die nördliche Platensiedlung ist eines der großen aktuellen Wohnungsbauprojekte in Frankfurt. Sie hat durch die städtebauliche Transformation ein neues Gesicht bekommen. Dieses Projekt zeigt, dass es gelingen kann, neuen Wohnraum bei geringer Flächenversiegelung zu realisieren und durch neue Infrastruktur und Angebote gleichzeitig die Wohnqualität im Quartier zu verbessern“, so Dr. Marcus Gwechenberger, Dezernent Planen und Wohnen.
Aufstockung und Neubau und serielle Vorfertigung
Das Großprojekt kombinierte zwei Bauansätze: die Aufstockung bestehender Gebäude und den ergänzenden Neubau. Die ABG hat nach den Plänen von Stefan Forster 19 Häuserzeilen mit vorgefertigten Holzmodulen um jeweils zwei Stockwerke aufgestockt. Zudem sind über 300 neue Wohnungen in den bis zu siebengeschossigen Neubauten entstanden, etwa in einer Zeile, die direkt an der Platenstraße entstand, und in den zuletzt fertiggestellten Brückengebäuden an der Sudermannstraße.
In einem ersten Schritt wurden die Dächer der bestehenden Zeilenbauten zurückgebaut und mittels einer modular aufgebauten Holzkonstruktion von drei auf fünf Geschosse aufgestockt. Durch die serielle Vorfertigung der Holzbauten auf dem Bestandsgebäude konnten die Baukosten reduziert werden. Anschließend wurden die Zeilen um sechsgeschossige Kopfbauten ergänzt – in Form von Endhäusern, Brückenbauten und Torhäusern.
Insgesamt sind durch die Aufstockung und die ergänzenden Neubauten 688 neue, bezahlbare Wohnungen entstanden. Davon sind die Hälfte der neuen Wohnungen geförderter Wohnungsbau und 177 weitere Wohneinheiten sind für Studierende reserviert.
Von Monokultur zu gemischtem Quartier mit bezahlbarem Wohnraum
Die Platensiedlung wurde nach dem Abzug des Militärs in den 1990er-Jahren an die kommunale Wohnungsbaugesellschaft ABG Frankfurt Holding verkauft und die Bewohnerstruktur war durch den hohen Anteil von 60 Prozent geförderten Mietwohnungen sehr homogen und es fehlten Geschäfte, Arztpraxen, Cafés und Kitas im Quartier.
Durch die neue veränderte Bebauungsstruktur und die architektonisch betonten Kopf- und Torbauten sind klar definierte Blocks entstanden. Die Schließung der bisher offenen Zeilenenden schafft nach außen, entlang der Platenstraße, eine klare städtische Struktur mit öffentlichen Nutzungen wie Läden und Cafés. Nach innen entstand ein klar definierter gemeinschaftlicher Raum und somit eine Differenzierung in private, gemeinschaftliche und öffentlich genutzte Stadträume.
Quartiersentwicklung mit sozialem Anspruch
Mit dem teils von der Stadt gefördertem Projekt wurde nicht nur Wohnraum geschaffen, sondern auch die großen, einst kaum genutzten Grünflächen zwischen den Zeilen sind neu gestaltet worden. Dort befinden sich nun Mietergärten und Spielgeräte und zwei neue Kitas, Geschäfte und Cafés sind hinzugekommen. Aber auch vier Tiefgaragen mit insgesamt über 1400 Fahrradabstellplätzen, zehn Gewerbeeinheiten sowie großzügige Innenhöfe mit Mietergärten, Spielplätzen und Fitnessbereichen sind Teil des Neubaus.
Die Stadt Frankfurt hat ein Drittel der neuen Wohnungen über das Mittelstandsprogramm gefördert, ein weiteres Fünftel sind klassische Sozialwohnungen. Zudem vermietet das Studierendenwerk über 170 Appartements in Uni-Nähe an Studierende. Dies trage laut Aussage der Stadt zur sozialen Durchmischung des Quartiers bei.
Ein zentrales Anliegen war laut ABG, die aktuellen Mieterinnen und -mieter während der Bauphase einzubeziehen und die Mieten im Bestand nicht zu erhöhen. In Mieterversammlungen konnten sie Sorgen und Wünsche äußern und sich aktiv bei der Gestaltung der Innenhöfe einbringen. Eine im Vorfeld befürchtete Gentrifizierung durch die Baumaßnahmen sei nicht eingetreten, so Frank Junker von der AGB. Die Appartements ermöglichen eine vielfältige Nachbarschaft und durch die kommunale Trägerschaft der ABG Frankfurt Holding wird zudem garantiert, dass der neu geschaffene Wohnraum dauerhaft bezahlbar bleibt. Zudem verblieben die ursprünglichen Bewohner während der gesamten Umbaumaßnahmen der Bestandsgebäude in ihren Wohnungen.
Bundesweiter Modellcharakter nachhaltiger Stadtentwicklung
Die Kombination von städtebaulichen Strategien zur Aktivierung von Außenräumen und der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für alle Schichten machen den Umbau der Platensiedlung zu einem bundesweiten Modellprojekt. Oberbürgermeister Mike Josef (SPD) betont die Bedeutung des Projekts: „Die Platensiedlung zeigt, wie man in Ballungsräumen neuen, bezahlbaren Wohnraum sozialverträglich und flächensparend schaffen kann. Dieses Modellprojekt findet bundesweit und sogar europaweit Beachtung.“
Noch sind in dem Quartier nicht alle Baumaßnahmen beendet. Vereinzelt laufen noch Arbeiten an den Außenanlagen. Von Mitte 2025 bis 2027 wird die ABG nach den Vorgaben der Stadt die Wege neu anlegen und weitere Bäume pflanzen.





























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