Frankfurt 1903

Frankfurt mit seinen historischen Prachtbauen (1903), die weitestgehend im Krieg zerstört wurden

Frankfurt 1950

Frankfurt wurde nach dem Krieg hektisch aufgebaut (1950), wenige hängen an der Nachkriegsarchitektur

Frankfurt wird zur Metropole

Nach dem 2. Weltkrieg setzte in der Bundesrepublik Deutschland die Diskussion sowohl über die zukünftige Bundeshauptstadt als auch die künftige Entwicklung und Ausbau von Wirtschafts- und Finanzzentren innerhalb der jungen Republik ein. Frankfurt am Main hatte gute Entwicklungschancen.

Frankfurt am Main war verkehrsmäßig gut erschlossen und hatte die Tradition der Messe- und Handelsstadt. 1330 verlieh Kaiser Ludwig von Bayern der Stadt Frankfurt das Messeprivileg. Ab 1585 war es auch der erste deutsche Börsen- und Geldplatz. Der Name Rothschild und andere große Bankhäuser gewannen nach dem Beitritt Frankfurts in den preußischen Zollverein 1836 durch das zunehmen-de Geld- und Wechselgeschäft europäischen Ruf.

Den zahlreichen Industriegründungen in der Umgebung (Bockenheim, Höchst, Offenbach) standen in Frankfurt bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts hauptsächlich Bankgründungen gegenüber, eine Entwicklung, die noch heute für den Charakter der Stadt, d.h. der City, bestimmend ist. Die kontinuierliche wirtschaftliche Expansion der Stadt, vor allem im Hinblick auf ihre überragende Stellung als Bankplatz und die dadurch bedingten übrigen Zentralfunktionen, wurde jedoch 1933 mit der Stärkung Berlins als politisch-administrativ-wirtschaftlicher Schwerpunkt des Reiches unterbrochen.

Der wirtschaftliche Aufschwung der Bundesrepublik setzte nach dem Krieg dort ein, wo die vorhandenen ökonomischen Kräfte und Einrichtungen am schnellsten und in volkswirtschaftlich optimaler Weise eingesetzt werden konnten: den städtischen Agglomerationsgebieten. „Frankfurts Mittelpunktslage zwischen dem Norden und dem Süden der Bundesrepublik, ferner die räumliche Isolierung der Hauptstadt Berlin schufen die Voraussetzungen dafür, daß die Metropole des Rhein-Main-Gebietes sowohl Verkehrsknoten und bedeutender Umschlagplatz des westdeutschen Binnenlandes als auch Standort für eine Vielzahl wirtschaftlicher und quasi politischer Zentralfunktionen wurde. Hinzu kam, daß sich durch die gewaltigen Bevölkerungsbewegungen aus den deutschen Ostgebieten sowie aus Mitteldeutschland die Siedlungsintensität des städtischen Umlandes erneut steigerte, wodurch im Herzen der Stadt weitere zentrale Versorgungseinrichtungen notwendig wurden. Verstärkten die neuen Faktoren und Wachstumsbedingungen schon durch ihren unmittelbaren Raumbedarf den Druck auf die alte City, so stellte der für eine intensive Kommunikation notwendige Verkehr bei zunehmender Massenmotorisierung Raumansprüche, die den geographischen Bereich der Innenstadt sprengten und einen Strukturwandel einleiten mußten.

Beinahe Bundeshauptstadt

Der Ausbau zur politischen Metropole als Bundeshauptstadt scheiterte Anfang der 1950-er Jahre als stattdessen Bonn Hauptstadt von Westdeutschland wurde. Es gelang jedoch der Stadt Frankfurt in dieser Zeit die Zusage für den Umzug der Bundesbank von Berlin nach Frankfurt zu erhalten. Mit dem Zuzug der Bundesbank war Frankfurts Stellung als nationaler und internationaler Banken- und Handelsplatz bestätigt und bestimmender Faktor für die weitere Entwicklung Frankfurts.