Mainova Kraftwerk - Heizkraftwerk West in Frankfurt - Luftaufnahme - Skyline und Hochhäuser von Frankfurt im Hintergrund

Wer treibt eigentlich Frankfurt an? Ein Blick auf die Mainova.

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Wer treibt eigentlich Frankfurt an?

Wie selbstverständlich betreten wir morgens das warme Büro, schalten das Licht ein und machen uns einen Kaffee. Doch das, was man dazu braucht, ist aufwendig in der Herstellung: Wärme, Strom und Trinkwasser gehören zu den wichtigsten Energien der Menschen, und doch machen wir uns darüber im Alltag kaum Gedanken. Denn: Es läuft ja und irgendjemand wird das schon regeln.

Die Mainova AG

In Frankfurt ist irgendjemand vor allem die Mainova AG. Die Mainova ist einer der größten regionalen Energieversorger in Deutschland und beliefert rund eine Million Menschen in Hessen und den angrenzenden Bundesländern mit Strom, Erdgas, Wärme und Trinkwasser. Die Mainova gehört zur Mehrheit der Stadt Frankfurt am Main.

Die Mainova AG ging 1998 aus dem Zusammenschluss der Stadtwerke Frankfurt am Main und der Maingas AG hervor. Der Energie- und Wasserversorger beschäftigte 2.698 Mitarbeiter zum Jahresende 2018 und erzielte im Jahr 2018 einen Umsatz von 2,05 Milliarden Euro. Größte Anteilseigner der Mainova AG sind die Stadt Frankfurt am Main (über die „Stadtwerke Frankfurt am Main Holding GmbH“) mit 75,2 % und die Beteiligungsgesellschaft Thüga AG mit 24,5 %. Die übrigen Anteile (0,3 %) befinden sich im Streubesitz und sind vor allem ehemalige Mitarbeiter der Maingas AG.

Mainova AG Logo - Herzlich Willkommen
Mainova Kraftwerk

Die Mainova ist vor allem für die lokale Erzeugung von Fernwärme relevant: denn diese muss vor Ort erzeugt werden und kann nicht über weite Distanzen transportiert werden. Fernwärme wird auch dafür genutzt, um viele Großbetriebe (Flughafen Frankfurt, Uniklinik, neue DFB Zentrale) und die Hochhäuser in der Innenstadt mit Wärme zu versorgen.

Beim Strom sieht es im Vergleich zur Fernwärme jedoch anders aus: mittlerweile kauft die Mainova den Großteil des benötigten Stroms von außerhalb ein. Denn Frankfurt ist stromhungrig: die Stadt ist in den letzten 10 Jahren um mehr als 100.000 Einwohner gewachsen, der Flughafen wächst und immer mehr Rechenzentren entstehen. Extern eingekaufter Strom lässt sich gut transportieren und ist zudem günstiger als Strom, der bei der Mainova selbst erzeugt wird.

Viele Kraftwerke

Vier Mainova-Heizkraftwerke (HKW) und ein Verbundnetz sorgen dafür, dass Frankfurt mit Elektrizität versorgt wird. Die Heizkraftwerke West, Niederrad, Allerheiligenstraße und Messe erzeugen neben Strom durch KWK auch Fernwärme. Die Mainova AG erzeugt ihren Strom auch in zahlreichen Windparks und Photovoltaikanlagen sowie in Kraftwerken, die in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) arbeiten. Die Grundlage der Frankfurter Stromversorgung bildet die Kohleverfeuerung in den Blöcken 2 und 3 des Heizkraftwerks West, des größten Kraftwerks der Stadt.

Das Heizkraftwerk West

Das Heizkraftwerk West ist ein mit Steinkohle und Erdgas betriebenes Heizkraftwerk von Mainova. Es befindet sich im Stadtteil Gutleutviertel von Frankfurt am Main. Neben Elektrizität produziert es in Kraft-Wärme-Kopplung Fernwärme. Insgesamt verfügt es über eine elektrische Leistung von 262 Megawatt und eine thermische Leistung von 430 Megawatt. Das erste Heizkraftwerk West wurde 1894 als Städtische Elektrizitätszentrale errichtet. Das Kraftwerk besteht heute aus den 1989 errichteten baugleichen Blöcken 2 und 3 für Steinkohle- sowie dem 1994 erbauten Block 4 für Erdgas-Feuerung. Diese Blöcke versorgen nicht nur die Hochhäuser mit Energie, sondern von den Kraftwerkdächern hat man auch eine hervorragende Sicht auf die Frankfurter Skyline.

Was passiert künftig mit der Kohle?

Mit Kohle Fernwärme und Strom erzeugen klingt für viele Menschen heute seltsam. Kritiker fordern gar die Abschaltung von Kohlekraftwerken. Denn gerade in Zeiten von Klimawandel und Erderwärmung sollen nachhaltigere Formen der Energiegewinnung genutzt werden. Und so versichert man bei der Mainova, dass dort Experten bereits an der Umstellung von Kohle auf alternative Energieträger arbeiten. Bis es soweit technisch so weit sein wird, dürften nach Auskunft eines Mainova-Sprechers aber noch viele Jahre vergehen.

Fakt ist: Die Mainova ist ein wichtiger Bestandteil der Energieversorgung in Frankfurt und leistet jeden Tag, still und heimlich, ihren Beitrag für das Leben in der Stadt.

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