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Können Aufzüge abstürzen?

Die Wahrscheinlichkeit mit einem Aufzug abzustürzen ist so gering, dass Aufzüge zu den sichersten Verkehrsmitteln der Welt gehören. Das liegt daran, dass ein Aufzug nicht nur an Seilen hängt, sondern das weitere Sicherheitsmechanismen dafür sorgen, dass ein freier Fall unmöglich wird. Somit setzt sich das Sicherheitssystem eines Aufzugs aus mehreren Komponenten zusammen:

  1. Seile: Die können das 12- bis 16-Fache des zulässigen Höchstgewichts  halten. Ein Fahrstuhl besitzt zum einen Zug- und zum anderen Sicherheitsseile, wobei die letzteren im Notfall die Arbeit der Zugseile übernehmen. Diese zweite Sicherung ist mit einem weiteren Satz Sicherheitsseilen abgesichert, die ebenfalls die komplette Zugkraft übernehmen können.
  2. Fangvorrichtung: Hierbei handelt es sich um eine Einrichtung, die den Fahrkorb bei Übergeschwindigkeit oder bei Bruch der Tragmittel in den Führungsschienen durch Keile oder Excenter festhält. Nach Auslösung der Fangvorrichtung  kann der Aufzug zunächst nur nach oben bewegt werden. Diese Erfindung lässt sich auf den US-Amerikaner Elisha Graves Otis zurückführen, der diese bereits 1853 demonstrierte.
  3. Geschwindigkeitsbegrenzer:  Dieses Sicherheitsbauteil verhindert eine zu schnelle Fahrt der Kabine. Bei Überschreitung eines Grenzwertes wird der Antrieb elektronisch abgeschaltet und mechanisch die Kabine zum Stillstand gebremst. Diese Sicherheitsvorrichtung ist unabhängig von anderen Betriebsteilen des Aufzugs und funktioniert selbst bei einem Stromausfall.

Bei Wolkenkratzern ab einer Höhe von über 600 Metern tritt wohlgemerkt der Fall ein, dass die Seile oder Kabel so schwer werden, dass sie irgendwann unter ihrem eigenen Gewicht nachgeben würden. Hochhäuser mit solchen Höhen arbeiten daher mit anderen Transportsystemen, zum Beispiel mit hydraulischen Antrieben.

Maschinenraum - Aufzug - Schindler

Maschinenraum mit Geschwindigkeitsbegrenzer

Fangvorrichtung - Historisch - Aufzug

Beispiel einer historischen Fangvorrichtung

Die Sicherheit von Aufzügen geht jedoch über die Verhinderung eines Absturzes hinaus. Ebenfalls gehören zu den Sicherheitsmerkmalen u. a. Türsicherungen, Puffereinrichtungen in Schachtgruben oder Notfallalarmschalter. Ferner gehört eine Notbeleuchtung dazu. Optional sind sowohl Notstromanlagen, Notruf- und Evakuierungseinrichtungen als auch Brandschutzsysteme.

Grundsätzlich wird die Sicherheit von Aufzügen seitens der EU von Richtlinien gerahmt, die auf Landesebene gesetzlich umgesetzt werden. Die Aufzugsrichtlinie regelt die Anforderungen an das Inverkehrbringen und die Beschaffenheit von Aufzügen in Europa und beinhaltet u. a. die Anforderungen an das Notrufsystem von Aufzügen. Darüber hinaus sind Aufzugshersteller, wie z. B. Schindler oder Thyssenkrupp verpflichtet, für alle Anlagen eine sicherheitstechnische Gefährdungsbeurteilung inklusive Risikobewertung durchzuführen. Das aktuelle Sicherheitsniveau wird bspw. durch den TÜV erhoben.

Laktha - Center - Schindler - Stahlseile

Massive Stahlseile im Aufzugsschacht eines Hochhauses

Schindler-Aufzug-Wartung-Mitarbeiter

Spätestens alle zwei Jahre müssen Aufzüge einer Hauptprüfung unterzogen werden

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