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Die Geschichte der Aufzüge

Was wäre das Frankfurter Bankenviertel und gäbe es Hochhäuser wie den Messeturm oder den Commerzbank-Tower ohne sie? Aufzüge! Sie sind das am Tag meistgenutzte und sicherste Verkehrsmittel der Welt und damit eines der wichtigsten Transportmittel unserer heutigen Gesellschaft. Dabei sind sie nicht erst eine Erfindung der modernen Gesellschaft, sondern blicken auf eine Historie zurück, die bis ins alte Ägypten reicht.

„Fliegender Stuhl“ - Erste Lastenaufzüge

Es wird vermutet, dass die Pyramiden ohne eine Art Lastenaufzug hätten nicht gebaut werden können. Sicher ist jedoch, dass Archimedes ca. 236 vor Christus den ersten Aufzug erfand, um Wasser oder Baumaterial zu befördern. Betrieben wurde diese durch Menschen, Wasser oder Tiere. Im ersten Jahrhundert nach Christus wurden die ersten Menschen, z. B. im römischen Kolosseum oder Kloster in St. Barlaam in Griechenland, angehoben.

Zwar ist der Erfinder des Flaschenaufzugs nicht bekannt, jedoch gilt diese Form des Aufzugs als Vorläufer des modernen Aufzugs. 1586 erfand der Ingenieur Domenico Fontana einen Flaschenaufzug, der in der Lage war, einen 300 Tonnen (!) schweren Obelisken auf dem Petersplatz in Rom aufzurichten. Den ersten Personenaufzug, der auch „fliegender Stuhl“ genannt wurde, besaß König Ludwig XV um 1743. Hierbei betätigte der Passagier den Aufzug, indem er an einem Seilzug mit Gegengewichten eine Schnur zog. Die Erfindung der Dampfmaschine leitete dann die Geburt des modernen Aufzugs ein.

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Aufzugskonzept nach Konrad Kyeser (1405)

Hoch hinaus! – Die Entwicklung des modernen Aufzugssystems

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Fahrstühle als gefährlich angesehen. Zudem erreichten sie nur sieben Stockwerke. Erst im Jahr 1853 stellte der US-amerikanische Erfinder Elisha Graves Otis den ersten modernen Aufzug vor, der sogar einen Absturz verhindern konnte. Mit Otis Erfindung war es endlich möglich höher zu bauen und der Bauboom der Wolkenkratzer begann.

Sodann wurde 1857 der erste Otis-Personenaufzug mit Sicherheitsfunktion am Broadway 488 in einem Kaufhaus in Betrieb genommen. Bald darauf wurde ein Otis-Aufzug im neu errichteten Eiffelturm installiert. 1880 wurde der erste elektrische Aufzug von Werner von Siemens vorgestellt. Während der Konstruktion der elektrischen Eisenbahn, ist die Idee zum elektrischen Aufzug entstanden. Vor allem bei Hotels stieg die Nachfrage nach elektrischen Aufzügen stark an.

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Eiffelturm-Aufzüge-Otis-Schwarzweiß

Aufzüge erleichterten nicht nur das Arbeitsleben. Es ist davon auszugehen, dass diese das Wachstum und die Weiterentwicklung von Städten maßgeblich beschleunigten. Hierzu muss man sich lediglich vorstellen, wie viel Fläche New York bräuchte, um die heutige Wohn- und Arbeitsfläche in den Wolkenkratzern Manhattans zu verteilen, wenn es keine Aufzüge gebe: Es wären über 1 Millionen Quadratkilometer.

Heute und Morgen – Aufzüge in der Zukunft

Bis heute wurde die Weiterentwicklung des Aufzugs von Innovationen begleitet. Parallel dazu wuchs der Mut und Wille zu immer höheren Gebäuden, welche die Aufzugstechnik vor neue Herausforderungen stellt(e). 1992 stellte das große Aufzugsunternehmen Schindler die Zielrufsteuerung Miconic 10 vor. Dadurch wurde es möglich, das Ziel des Aufzugs bereits vor Fahrtantritt festzulegen und gerade bei hohen Verkehrsaufkommen Aufzüge Personen mit dem selben Ziel zuzuordnen. Eine weitere grundlegende Weiterentwicklung des klassischen Aufzugs gelang 2003 der Firma ThyssenKrupp. Diese entwickelte ein die Wartezeit verkürzendes System, mit dem zwei Aufzugskabinen im selben Schacht alle Stockwerke anfahren können.

Neben ThyssenKrupp Elevator und Schindler existieren von etwa 900 Unternehmen weitere große Unternehmen in Deutschland, worunter Otis und Kone zählen und ohne die Frankfurts Skyline, wenn überhaupt, nur in unseren Köpfen existieren würde. Beispielswiese ist das Unternehmen Schindler für die Aufzüge des Omniturms im Frankfurter Bankenviertel oder des im Bau befindlichen Terminal 3 des Flughafens Frankfurt verantwortlich.

Bedienpanel-Ominiturm-Aufzug-Schindler

Touchpanel eines Aufzugs im Omniturm

Und die Zukunft? In dieser werden Aufzüge nicht nur vertikal, sondern auch horizontal fahren können. Dies wird ThyssenKrupp ab 2023 im Edge East Side Tower in Berlin unter Beweis stellen. Darüber hinaus sind den durch Aufzüge erreichbaren Höhen wohl erstmal keine Grenzen gesetzt: Laut NASA könnten Menschen in Naher Zukunft schon mit Aufzügen in den Weltraum fahren.

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