Das ehemalige Polizeipräsidium in Frankfurt am Main steht als Standort für weitere Hochhäuser im Gespräch

Stadt Frankfurt setzt Land Hessen beim ehemaligen Polizeipräsidium unter Druck

Langsam wird das Thema um das ehemalige Polizeipräsidium am Platz der Republik, gelegen zwischen Messe und Hauptbahnhof, zum Trauerspiel. Denn das alt ehrwürdige Gebäude steht leer und verfällt zusehends. Seit dem Auszug der Polizei sind mehrere Anläufe gescheitert das Gelände einer Nutzung zuzuführen. Die Stadt Frankfurt am Main hat das Planungsrecht doch das Grundstück gehört dem Land. Das Land Hessen begründete bisher den Stillstand mit dem Bau des U-Bahn-Tunnels der unter dem Gelände verlaufen wird.

Es geht um ziemlich viel Geld

Das Areal steht mit 80 Millionen Euro in den Büchern vom hessischen Finanzminister Thomas Schäfer (CDU). Diese Summe kommt zustande weil an diesem Standort laut Hochhausrahmenplan Investoren ein Bürohochhaus mit bis zu 145 Metern Höhe bauen können. Doch sind Bürogebäude zur Zeit in Frankfurt im Vergleich zum boomenden Wohnungsmarkt nicht sonderlich stark nachgefragt. Es ist also fraglich, ob der vom Land Hessen anvisierte Betrag jemals von einem Investor bezahlt würde wenn es dabei bliebe, dass auf dem Gelände nur eine Büronutzung entstünden dürfte. „Das Land hat sich verspekuliert“, meint der Stadtverordnete Ulli Baier (Grüne). Der Finanzminister müsse eine Wertberichtigung vornehmen, tue sich damit aber schwer.

Die Stadt verliert die Geduld

In der Plenarsitzung vom Stadtparlament sagte ein Teilnehmer, dass lange gezögert wurde und die Reißleine jetzt gezogen werden muss. Auf den Antrag der schwarz-rot-grünen Koalition wurde beschlossen, den Bebauungsplan zu überarbeiten. Ziel ist es, mehr Wohnungsbau an diesem Standort zu ermöglichen. Gleichzeitig würde das jedoch bedeuten, dass weniger oder keine Büronutzung mehr vorgesehen es. Unklar ist daher, wie sich damit die Wertvorstellungen vom Land Hessen ändern werden. Offen ist damit auch, ob damit weiterhin ein 145-Meter-Hochhaus erlaubt werden soll. Der Planungsdezernent Mike Josef sprach sich kürzlich sogar dafür aus, dass er sich mehrere kleinere Hochhäuser in einem Pulk vorstellen könnte. Josef kann sich auf dem Gelände nicht nur eine Mischung aus Büros und Wohnungen vorstellen. Denkbar seien auch eine Turnhalle für die benachbarte Falkschule, kulturelle Einrichtungen, ein Hotel oder ein Ärztehaus. Laut dem derzeit gültigen Bebauungsplan sind Bauwerke mit insgesamt rund 100 000 Quadratmetern Fläche möglich.

Ziel sei es nicht, mit dem Land Hessen auf Konfrontation zu gehen. Vielmehr müsste sich das Land Hessen endlich bewegen damit das gesamte Areal zügig bebaut werden kann.

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