Wie ein Hochhausmodell entsteht

Frank Reuter bastelt für sein Leben gerne. In den letzten Jahrzehnten hat der Modellbau-Experte zu Hause schon die Frankfurter Skyline nachgebaut. Jetzt ist ein neuer Turm dort hinzugekommen. Nun berichtet Frank von seinem neuesten Modell: Er hat Das Präsidium entworfen und läßt uns in seinem folgenden Beitrag daran teilhaben.

Vorgeschichte

Ende der 1990er Jahre kam der Wunsch in Frankfurt auf, das heruntergekommene Areal des alten Polizeipräsidiums wieder zu beleben. Seit nun 2002 stand das Präsidium leer und man überlegte sogar, dieses Gebäude aus dem Jahre 1914 abzureißen. In der nachfolgenden Zeit kamen Pläne zu Tage, die vorsahen, einen Hochhausturm auf dem Areal zu errichten, für den es auch einen Entwurf aus der Feder des Frankfurter Architekten Jo Franzke gab.

Fast 20 Jahre später wurde dieses Architekturbegehren wieder aufgenommen. Schlussendlich wurde 2020 ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben, der einen Hochhausturm sowie Wohnungen und auch eine Kita beinhalten. Der Wolkenkratzer wird eine Mischnutzung aufweisen und es entstehen auch von der Stadt Frankfurt geförderte Wohneinheiten.

Im September 2020 wurden schließlich im Stadtplanungsdezernat Frankfurt die Modelle und das Siegermodell des Architekturbüros Meixner Schlüter Wendt vorgestellt, zu dem ich es leider nicht schaffte. Aber durch das Internet und Bekannte konnte ich an ausreichend Pläne, Vorlagen und Modellfotos gelangen, damit der Turm gebastelt werden konnte.

Vom Plan in die Wirklichkeit

Für die Erstellung eines jeden Hochhausmodells sind Gebäudeansichten und Grundrisse sehr wichtig. Diese dienen mir als Grundlage der Übertragung auf die Grundkarte meines bestehenden Stadtmodells.

Hierbei war auf genauen Maßstab 1:1000 und die Höhe der Gebäude zu achten. Jetzt ging es an den zeichnerischen Part. Mit Bleistift, Lineal, Papier und Taschenrechner übertrug ich die Maße und die vielen Fenster auf das Zeichenpapier. Auf absolute Maßgenauigkeit war zu achten, denn beim späteren Zusammensetzen der Architektur kann das sonst fatale Folgen haben.

Sind alle Gebäudeteile auf Papier gebracht, werden die Bleistiftzeichnungen kopiert. Das Original verbleibt im Schreibtisch. Später werden die Kopierten Gebäudeteile der Farbe nach mit Buntstift farblich gestaltet. Es wird also kein Computer oder Drucker für das gesamte Projekt eingesetzt. Im nächsten Arbeitsschritt werden alle Teile ausgeschnitten und an den gezeichneten Kanten gefalzt und mit einem Lineal umgelegt. Dadurch ergeben sich sehr scharfe Klebekanten.

Das Hochhaus-Modell von Das Präsidium wird gebastelt
Aus Planvorlagen entsteht ein Quartier

Um die Stabilität der Gebäudeteile zu erreichen, werden die Flächen mit 300 Gramm Tonkarton und handelsüblichen Kleber aufgeklebt. Im Arbeitsvorfeld ist der neue Grundriss des Präsidiums Maßstabsgetreu auf eine Graupappenunterlage geklebt worden, die dann als Straßenblock geschnitten wird.

Mit Pinzette, Kleber und einem feinen Rundholz werden die einzelnen Gebäudeteile nun auf die dafür vorgesehenen Flächen des neuen Präsidiumareals geklebt. Auch hierbei ist auf Genauigkeit der Grundflächen des neuen Grundrisses zu achten.

Sind alle neuen Gebäudeteile auf den Grundriss gebracht, werden im nächsten Arbeitsschritt die verbleibenden Bestandsgebäude, die im Original nicht abgerissen werden, mit dem Material, Styrodur, aufgesetzt.

Dieses Material, feiner als Styropor, wird mit einem Heißdraht exakt nach Maß geschnitten und mit einem Lösungsmittelfreien Kleber auf den neuen Grundriss gesetzt. Durch diese Architektureinheit „Papier, Styrodur“ kristallisiert sich das neue Bauprojekt gegenüber den alten Bestandsgebäuden klar heraus.

Dadurch wird dem Betrachter bewusst, was auf diesem neuen Areal einmal entstehen wird.

Das Präsidium ist fertiggestellt - hier in Frank's Stadtmodell

Weitere Bilder vom Präsidium-Hochhaus gibt es in meinem Stadtmodell.

Ein Artikel von Frank Reuter.

2 Kommentare zu “Wie ein Hochhausmodell entsteht

  1. Holger Börner kommentierte: 10 Monaten ago Reply

    Hallo Frank,
    ein ganz toller Bericht über dein Modellbau Hobby und über das Neue Präsidium.Schön das in den nächsten Jahren noch einige Hochhausprojekte anstehen und wir uns noch über weitere Modelle von dir erfreuen können.

    Viele Grüße aus Mainhattan

  2. Frank Reuter kommentierte: 10 Monaten ago Reply

    Danke Holger
    Ich denke, Frankfurt entwickelt sich jetzt zu einer fantastischen Hochhausstadt mit einer schönen Skyline. Das bringt vieleTouristen aus allen Teilen der Welt in diese Stadt. Die Frankfurter können stolz auf ihre Hochhäuser sein.

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