MesseTurm Modell Frankfurt

Der MesseTurm entstand als 1,7 Meter hohes Gebäudemodell

Seit 1991 steht in Frankfurt ein Wolkenkratzer, der von Einheimischen und Touristen häufig bestaunt und fotografiert wird. Ein besonderes Hochhaus, das schnell ein Wahrzeichen Frankfurts wurde und über das viel berichtet wird: der MesseTurm.

Der MesseTurm ist ein aufragender Obelisk, eingefasst in rot geflammten und poliertem Granit, mit 56 Büroetagen und 256 Metern Höhe. Hier hat der Stararchitekt Helmut Jahn aus Chicago ein Gebäude erschaffen, das nicht in das Raster der kantigen Stahl-Glas-Kisten aus den 60igern und 70igern gehört: Eckige und runde Elemente dominieren diesen ersten „echten“ Wolkenkratzer Frankfurts, der auch mit einem aufstrebenden Campanile verglichen werden kann.

Es wurde eine Formensprache gewählt, die in die Postmoderne zielt aber auch eine Anlehnung an die 30iger Jahre des amerikanischen Art-Deco darstellt. Das Gebäude steht schon rund 30 Jahre an der Frankfurter Messe und wurde kürzlich insbesondere im Eingangsbereich und an der Fassade revitalisiert. „Grund genug es nachzubasteln“, dachte sich Frank Reuter, der als ambitionierter Hobby-Modellbauer schon viele Gebäudemodelle in den letzten Jahrzehnten schuf. Im Jahr 2020 war ihm die Idee zum Nachbau des MesseTurms gekommen.

Vorüberlegungen

Frank Reuter hat sich in den letzten Jahren über den MesseTurm viele Gedanken gemacht, wie die beste Art der Umsetzung dieses Hochhauses als großes Modell zu entwickeln wäre. Frank suchte sich Bücher, Daten und Bilder des Hochhauses heraus und begann die ersten Überlegungen zu dessen Umsetzung zu sammeln.

Da Frank Reuter nicht in Frankfurt wohnt, waren auch mehrere Besuche in der Main-Metropole notwendig, um Fotos von bestimmten Details und der Fassade zu erstellen. Als alle Komponenten des Modells vorhanden waren, legte er den Maßstab fest. Das Gebäude sollte im Maßstab 1:150 entstehen, was einer Höhe von 1,71 Metern entspräche.

Baumaterial und Konzeption

Hochhaus-Modell Messe-Turm Frankfurt wird gebastelt
Modellbau Frankfurt Architektur

Das Baumaterial war schon im Vorfeld bestimmt. Das Gebäude sollte aus 300 Gramm Tonkarton mit einer Styrodur-Stabilisierung als Unterkonstruktion entstehen. Als Grundplatte hatte Frank Reuter eine 3 Millimeter dicke Graupappe gewählt.

Im ersten Arbeitsschritt wurde ein Grundriss mit der Draufsicht und den Fensterachsen im Maßstab 1:1 gezeichnet, damit später die Gebäudewände exakt angepasst werden konnten. Das hatte den Vorteil, das beim Zusammensetzen des Hochhauses die Anschlussstellen der Wände nicht schräg eingeklebt werden.

Erst wurde die Kubatur berechnet, dann die Arbeitsmaterialen beschafft (Tonkarton, Styrodur, Folie, Graupappe, Stifte). Dann übertrug Frank die Maße des Bauwerks mit Bleistift auf die Tonkartonplatten und schnitt viele Hundert Fenster mit einem scharfen Messer aus.

Dabei musste er darauf achten, dass die Etagenabstände genau eingehalten werden. Dies war ein arbeitsintensives Unterfangen, was mehrere Tage benötigte.

Bastelmaterial: mit Kleber und Schwere das Hochhausmodell basteln
Fassadenelemente werden mit Uhu Kleber am Bauwerk Messeturm gebastelt

Fassade und Gestalt

Als alle Gebäudewände vorbereitet waren, wurden sie auf eine zweite Tonkartonplatte geklebt. In diesem Fall wurde die Farbe Blau gewählt, was den Hintergrund der Fenster angeht. Mit einem Silberlackstift wurden nun die Aluminiumteile der Fensterrahmen eingezeichnet. Für die Farbabstufungen des roten Granits an den Außenwänden verwendete Frank Reuter schließlich Buntstifte. Auch diese Arbeit war sehr zeitintensiv.

Danach wurden alle Gebäudeteile und der Schaft von der Basis ausgehend mit Sprühkleber auf die Styrodurplatte geklebt. Dadurch erhielt das Hochhausmodell die nötige Festigkeit. Auch die außenliegenden, dreieckigen Fensterleisten wurden schließlich aufgeklebt.

Beim Einkleben der Gebäudewandteile musste unbedingt auf Genauigkeit der Ecken und Kanten geachtet werden, da das Modell sonst keine aufstrebende Einheit hätte bilden können. Denn sonst kann der Turm aus verschiedenen Winkeln verdreht wirken. Schließlich setzte Frank in die Gebäudeteile für die Stabilisierung Decken aus Styrodur ein.

Fassadenelemente - Fassadenteile - Hochhaus Frankfurt
MesseTurm Frankfurt wird zusammen gebaut
In der Werkstatt wird der MesseTurm zusammengebaut - Konstruktion Hochhaus

Schaft und Dach

Im nächsten Schritt wurden die runden Elemente des Messeturm-Modells auf den Schaft gesetzt und mit den runden Dächern abgeschlossen. Diese Fassadenelemente wurden zuvor mit Silberlackstift und einem schwarzen Marker vorbereitet und als fertige Einheit gefertigt.

Als krönender Abschluss des Modells wurde nun die Pyramide mit den Kühlaggregaten im Innern aus schwarzen Tonkarton gebaut. Auch hier mussten die Lamellen an der Außenseite der Pyramide mit einem Silberlackstift dem Original nachempfunden werden.

Diese Teile wurden dann zwecks Stabilität auf Styrodur-Platten geklebt exakt der Schräge nach Kantengenau eingeklebt. Mit Erfolg: Durch den Aufbau der Pyramide erreichte der MesseTurm seine fertig Modellhöhe von exakt 1,71 Metern.

MesseTurm Modell Frankfurt
Messeturm Pyramide wird gebastelt - Messeturm Frankfurt
Glasscheiben Messeturm Frankfurt - hier bastelt ein Experte
Messeturm Eingang Revitalisierung Modell

Basis und Vollendung

Jetzt wurde die Basis mit der Grundplatte, die aus Graupappe besteht, bearbeitet. Es wurden Pflasterplatten des Turmvorplatzes mit Bleistift und Buntstift nachempfunden. Hierbei wurde auch das neue Foyer mit den großen Scheiben berücksichtigt, das durch eine halbrunde Folie erzeugt wurde.

Der nachempfundene Glasvorbau war vorgeformt, mit einem Silberlackstift bemalt und im Innern mit Stahlstützen bestückt, die auch aus Graupappe gefertigt wurden. Die gesamte Konstruktion konnte von Frank Reuter nun an die Basis des Modells angesetzt werden.

Im letzten Arbeitsschritt wurde das Hochhausmodell mit dem Aufsetzen der menschlichen Figuren rund um das Gebäude aufgehübscht. Innerhalb etlicher Wochen entstand so eine fast exakte Kopie des neuen MesseTurms.

Eine Beleuchtung des Wolkenkratzers ist bisher nicht vorhanden, könnte aber noch nachgerüstet werden. Denn bei der Revitalisierung des MesseTurms wurden an der Außenfassade vertikale Lichtpunkte angebracht, die von weitem ein Lichtband an jeder Seite des Turms ergeben.

Frank Reuter resümmiert: „Es war ein herausforderndes Bastelprojekt, es hat sich aber für das wunderbare Ergebnis gelohnt.“

Die Spitze des Frankfurter Messeturm - die bekannte Pyramide auf dem Dach
sieht fast aus wie das Original: der Frankfurter MesseTurm als Architekturmodell
Frank Reuter Frankfurt

Tipp: Wer selbst den MesseTurm zu Hause basteln will, der kann dies mit dem kostenfreien Bastelbogen MesseTurm tun!

2 Kommentare zu “Der MesseTurm entstand als 1,7 Meter hohes Gebäudemodell

  1. Holger Börner kommentierte: 7 Monaten ago Reply

    Hallo Frank,
    Wahnsinn dein Messeturm Modell, ist ganz toll geworden.
    Bei den Außenaufnahmen kann man wirklich keinen Unterschied mehr zum
    Original feststellen.

  2. Marco kommentierte: 7 Monaten ago Reply

    Großes Lob an den Bastler, ein sehr schönes Modell des schönsten Wolkenkratzers der Stadt.

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