Kaiserlei soll zum Hochhausviertel werden
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Wer von der Offenbacher Innenstadt nach Frankfurt fährt, der kommt auch am Stadteil Kaiserlei vorbei. Im Kaiserlei-Gebiet treffen die Stadtgrenzen von Frankfurt und Offenbach aufeinander. Die Stadtgrenzen laufen hier derart verzweigt, dass man Schwierigkeiten hat überhaupt zu sagen, welcher Bereich nun zu der einen oder der anderen Stadt gehört. Eigentlich müßten die beiden Städte ohnehin eins sein.
Der Stadtteil Kaiserlei, wo die Autobahn A 661 entlang läuft, ist für Gewerbe und Dienstleistung vorgesehen. Der Kaiserlei ist dabei nur teilweise entwickelt: östlich der A 661 gibt es eine gewachsene Bebauung, doch in weiten Teilen westlich der Autobahn wurden erst in den letzten rund 10 Jahren Gebäude entwickelt. Mit der steigenden Nachfrage nach Bauland im Rhein-Main-Gebiet kamen neue Entwicklungsimpulse in das Gebiet rund um den ehemaligen Kaiserleikreisel, der gerade zurückgebaut wird.
Kaiserlei östlich der A 661
Im Osten der Autobahn 661 liegen bereits seit vielen Jahren zahlreiche größere Bürogebäude. Aber Bereiche, die jahrzehntelang brach lagen, werden nun entwickelt (hierzu zählt insbesondere das Goethequartier, bei dem bis 2021 rund 330 Wohungen durch die Frankfurter Nassauische Heimstätte geschaffen werden sowie das Bürogebäude für die AXA-Niederlassung).
Außerdem werden hier die New Frankfurt Towers gebaut, ein Wohnkomplex, der durch Komplettumbau der ehemaligen Siemens-Hochhäuser entsteht. Teil des vorgenannten Komplexes, auch Vitopia Kampus genannt, ist ein Best Western Hotel by Macrander Hotel Gruppe. Weitere Bürogebäude an diesem Standort sind vor allem rund um das Nordkap geplant.
Kaiserlei westlich der A 661
Nördlich der Strahlenbergerstraße gab es seit langer Zeit eine gewachsene Bebauung. Doch der Immobilienbestand kam in die Jahre und stand eine lange Zeit leer. Das ändert sich nun. Beispielswiese wird der ehemalige Areva-Standort derzeit als neuer Main Park repositioniert und ab 2020 von der Helaba genutzt.
Vor allem Hotels haben den Standort wegen der verkehrsgünstigen Lage und vergleichsweise geringen Kosten für sich entdeckt. Eingeleitet wurde die Entwicklung durch das Delta Marriott Hotel (früher bekannt als Scandic Crown, Golden Tulip, New Century). Bis 2020 entstand das Leonardo Hotel im ehemaligen Honeywell-Komplex. Und bis 2022 soll ein durch Eyemaxx entwickeltes 7 Days Premium Hotel in der Kaiserleistraße 55 entstehen. Mit The X entsteht das vierte Hotelprojekt an diesem Standort.
In der Regel werden bestehende Bürogebäude umfunktioniert und erhalten eine neue Bestimmung. Es entstanden aber auch von Grund auf neue Immobilienkomplexe südlich der Strahlenbergerstraße, wie:
- AlphaHaus (2002),
- Europazentrale von Hyundai (2006, erweitert 2014),
- Mercedes-Benz Niederlassung Frankfurt/Offenbach (2016).
Weiter westlich schließt sich derzeit über Hunderte Meter ein riesiges Brachland an, auf dem auch eine Multifunktionsarena und weitere Bauten geplant sind.
Kaiserlei soll zu Canary Wharf werden
Derweil wird der Offenbacher Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) nicht müde, seine Ideen für das Kaiserlei-Quartier zu formulieren. Gegenüber der Frankfurter Rundschau sagte Schwenke, dass er städtische Grundstücke, die durch den Rückbau des Kaiserleikreisels entstehen und verkauft werden, als Hochhausstandort präferiere.
Geht es nach dem Willen der Stadt, dann kommen dort in den nächsten Jahren einige Hochhäuser hinzu. Hierfür hat die Stadt Offenbach gemeinsam mit der Stadt Frankfurt einen Rahmenplan für den Kaiserlei erarbeitet. Hierbei sind nun fünf neue Hochhäuser zwischen 75 und 110 Metern Höhe vorgesehen und für fünf Gebäude mit einer Höhe von bis zu 45 Metern Höhe.
Die Londoner Canary Wharf ist jetzt Vorbild für das Kaiserlei-Quartier.
Oberbürgermeister Schwenke möchte das Kaiserlei-Quartier nun perspektivisch zu einem „Canary Wharf“ weiterentwickeln. Das Londoner Büroquartier Canary Wharf mit seinen Hochhaustürmen befindet sich ebenfalls in einiger Entfernung von „der City“, also dem Finanzdistrikt.
Ob die Hochhauswünsche von Offenbach für dieses Gebiet in Erfüllung gehen, hängt sicherlich nun maßgeblich davon ab, Investoren und Büromieter für den Standort zu begeistern.
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