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Trend Holzhochhaus

Die Themen ESG und Nachhaltigkeit gewinnen zusehends auch in der Baubranche an Bedeutung. Im Zuge dessen entwickeln sich immer mehr innovative Trends wie beispielsweise das verstärkte Bauen mit Holz. Dabei handelt es sich aber nicht um die reine Holzbauform sondern um eine gemischte sogenannte Holzhybrid-Bauweise. Experten sehen hier großes Potential, um die hohen CO2-Emissionen in der Baubranche zu reduzieren. Nebenbei bietet das Bauen mit Holz weitere wichtige Vorteile.

Die Vorteile des Holzbaus

Holzhybridbauwerke bedürfen einer besonderen Planung. Anders als beim konventionellen Bauen mit Beton können beim Holzbau auf der Baustelle keine Bohrungen oder Korrekturen mehr vorgenommen werden. Dies verkürzt den Bauprozess und führt zu weniger Lärm und Staub auf der Baustelle, setzt zugleich aber eine peniblere Planungsphase als bei Betonbauten voraus.

Holz wächst ohne fossilen Energieverbrauch und ist vollständig recyclebar. Damit weist es gegenüber Beton und Stahl eine klar positive Ökobilanz auf. Experten schätzen die CO2 – Einsparungen durch holzhybrides Bauen auf 25 bis 50 Prozent ein. Zugleich ist Holz aufgrund seiner Druckfestigkeit aber auch ein sehr stabiles Material und kann stark belastet werden.

Ein weiterer Vorteil von Holz sind seine guten Dämmeeigenschaften und seine Eignung als Wärmeschutz. Zudem soll das Bauen mit Holz einen spürbar positiven Effekt auf das Raumklima und die Aufenthaltsqualität haben. Das Material übe eine beruhigende Wirkung auf das Herzkreislauf-System aus, so die Expertenmeinung.  Demzufolge versprechen sich viele Projektentwickler und Unternehmen einen deutlichen Imagevorteil dieser Bauweise. Im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte könnte sich in Zukunft ein Büro im Holzbau als entscheidender Vorteil herausstellen.

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Das HoHo in Wien

Hohe Renditeerwartung für Projektentwickler

Für Immobilienentwickler ist die Entwicklung von Gewerbeimmobilien in Holzhybridbauweise im aktuellen Marktumfeld wirtschaftlich. Das zeigt eine von der Technischen Universität Darmstadt und der Technischen Universität Kaiserslautern durchgeführte Untersuchung. Trotz hoher Herstellungskosten sei das Bauen mit Holz aufgrund des Megatrends Nachhaltigkeit und den damit einhergehenden regulatorischen Vorschriften , beispielsweise durch die EU-Taxonomiezukunftsfähig und wirtschaftlich profitabel. Investoren sind bereit ca. 10 Prozent höhere Kaufpreise zu bezahlen.

Beispiele des Holzhybridbaus

Nachdem mit dem HoHo in Wien und dem Mjøstårntet im norwegischen Brumunddal bereits erste Leuchtturmprojekte im Holzhochhausbau realisiert wurden, sind derzeit eine Vielzahl weiterer Projekte geplant. Das Rocket im schweizerischen Winterthur wird dabei erstmals die 100 Meter Marke erreichen. Der Holzanteil im Rocket soll etwa 80 Prozent betragen, das Gewicht reduziere sich um ein Drittel und ca. 50 Prozent der Treibhausgasemissionen könnten eingespart werden. Baustart ist für 2024 geplant.

Mit dem Timber Pioneer entsteht bis 2023 das erste Bürogebäude in Holzhybridbauweise in Frankfurt. Entwickelt wird das achtgeschossige Bauwerk im Europaviertel von UBM und PAULUS, die Pläne stammen aus der Feder des Architekturbüros Eike Becker. Maßgeblichen Anteil wird als Holzbau-Partner der österreichische Weltmarktführer WIEHAG haben. Insgesamt wird der Timber Pioneer ca. 14.000 Quadratmeter Bürofläche und 1.000 Quadratmeter Einzelhandels- und Gastronomiefläche umfassen. Verarbeitet werden ca. 1.500 Kubikmeter Holz, der Rohbau soll komplett CO2 neutral realisiert werden. Die Baustelle des Timber Pioneer befindet sich direkt neben dem neuen F.A.Z. Tower in der Frankfurter Europaallee.

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Visualisierung des Timber Pioneers

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Die Baustelle des Timber Pioneers

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