Hellerhöfe Frankfurter Gallus Schmidtploecker Mainzer Landstraße

Neues Quartier „Hellerhöfe“ entsteht im Frankfurter Gallus

Im Frankfurter Gallus entsteht bis 2027 ein neues nutzungsdurchmischtes Quartier auf dem geschichtsträchtigen Areal der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Dafür werden ab 2023 alle Räumlichkeiten der F.A.Z. sowie der Frankfurter Societät zwischen Mainzer Landstraße und Frankenallee abgerissen. Im vergangenen Herbst wurde zur Realisierung der Hellerhöfe ein Wettbewerb gemeinsam mit der Stadt Frankfurt ausgelobt, welcher insgesamt 15 Wettbewerbsbeiträge hervorbrachte. Durchsetzen konnte sich am Ende das Konzept des Frankfurter Architekturbüros Schmidtploecker Architekten mit den Berliner Landschaftsplanern Lavaland und Treibholz.

Das gemischt-urbane Quartier soll eine Bruttogeschossfläche von insgesamt 82.000 Quadratmeter umfassen, davon sind 61.500 Quadratmeter für Wohnen, 17.000 Quadratmeter für Büros und 3.500 Quadratmeter für Nutzungen des Einzelhandels sowie der Gastronomie vorgesehen. Von den Wohnungen sollen 30 Prozent öffentlich gefördert sein, je zur Hälfte wird es sich um Sozialwohnungen und Wohnungen des zweiten Förderwegs handeln. Im Erdgeschoss sind nach Süden zur Mainzer Landstraße Gewerbe, Handel und Büroflächen geplant, nach Norden schließt sich das Quartier Wohnen mit zwei Kitas an. Auf dem Nachbargrundstück soll zusätzlich eine Grundschule entstehen. Zwischen den achtstöckigen Wohnblöcken wird es begrünte, gemeinschaftlich nutzbare Innenhöfe geben. Nach Norden zur Frankenallee sind grüne Vorgärten geplant, welche sich die Anwohner zur eigenen Nutzung aneignen beziehungsweise bepflanzen können. Zwischen den Gebäudeformationen wird es eine fußläufige Verbindung der beiden Innenhöfe in Ost-West Richtung geben, gleichzeitig ist der Zugang aber auch über die öffentlichen Straßen möglich.

Hellerhöfe Quartier Frankfurter Gallus Schmidtploecker Innenhöfe
© Visualisierung: PE Hellerhöfe// Schmidtploecker

Nach Süden zur Mainzer Landstraße entsteht ein 50 Meter hohes Hochhaus, welches als Holzhybridbau geplant ist.  Die hölzernen Materialien sollen vorzugsweise in Verbindung mit begrünten Fassaden zu den Innenhöfen hin zum Einsatz kommen und somit ein gartenähnliches Gefühl inmitten der Großstadt fördern. Um ressourcenschonend zu bauen, werden gezielt Materialien verwendet, die hinsichtlich ihres CO2-Fußabdrucks optimiert sind oder gar als CO2-Senke fungieren können. Zusätzlich soll das Quartier einer Art „Schwammstadt“ ähneln, bei welcher das versickerte Wasser gespeichert und in trockenen Phasen wieder zur Verfügung gestellt werden kann.

Quartier Hellerhöfe Modell Schmidtploecker Gallus Frankfurt

Das Modell von Schmidtploecker Architekten

Quartier Hellerhöfe Frankfurter Gallus Schmidtploecker Innenhof

Die begrünten Innenhöfe

Der Siegerentwurf habe besonders durch seine „geschickt gesetzte Blockrandstruktur“, seine schönen Straßenräume sowie die grünen Freiräume der Innenhöfe überzeugt. Das neue Quartier würde sich somit „wie selbstverständlich in seine Umgebung einfügen“ so die Jury nach Mitteilung der Bauherren.

Innovative und überzeugende Wettbewerbsbeiträge

Mit dem zweiten Platz des Wettbewerbs wurde das Team von 03 Architekten und Studio Vulkan Landschaftsarchitektur (beide München) ausgezeichnet. Ihr Entwurf sah unter anderem einen großen quadratischen Innenhof des östlichen Gebäudeblockes vor, welcher großflächig entsiegelt und vielfältig bepflanzt werden sollte. Der Entwurf sah außerdem die Option vor, einen Home-Office-Platz, ein Büro oder eine Werkstatt innerhalb des Quartiers anzumieten und somit neue Formen des Wohnens und Arbeitens zu ermöglichen.

Den dritten Platz sicherten sich die Planer von KBNK Architekten (Hamburg) und BHF Bendfeldt Herrmann Franke Landschaftsarchitekten (Schwerin). Sie schlugen vor, durch den Teilerhalt der Bestandsgebäude ein Zeichen in Sachen ressourcenschonendes Bauen mit grauer Energie zu setzen.

Hellerhöfe Quartier 2. Preis Modell Frankfurt Gallus

Modell 2. Preis

Quartier Hellerhöfe Modell 3. Platz Frankfurt Gallus

Modell 3. Preis

Entwickelt wird das Projekt Hellerhöfe von einem Joint Venture aus F.A.Z., der Frankfurter Societät, dem Kölner Immobilienunternehmen Bauwens und dem Family Office Daniel Hopp. Langfristig plane die Eigentümergemeinschaft, das neue Wohnquartier in den Eigenbestand zu übernehmen.

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