Was ist los mit unserer Architektur?
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Menschen aus aller Welt sind fasziniert von Frankfurt. Nicht nur wegen der Hochhäuser, aber auch wegen ihnen. Wir denken mit Stolz und ganz konkret an die Wolkenkratzer, die die Akzeptanz von Hochhäusern in Frankfurt über viele Jahrzehnte geformt und gefördert haben.
Ikonen der Stadtlandschaft
Es sind Bauten wie der MesseTurm, der Commerzbank Tower und das Kronenhochhaus, die heute unverwechselbar und für jeden wiedererkennbar das Bild von Frankfurt prägen. Diese Gebäude haben es geschafft, mehr zu sein als ein Hochhaus. Sie stehen skulptural und unverwechselbar für den Geist ihrer Zeit. Sie wurden entwickelt von mutigen Bauherren und renommierten Architekten. Und der eine oder andere Turm hat es dabei sogar geschafft, international als Ikone wahrgenommen zu werden.
Ästhetik ist auf der Strecke geblieben
Blickt man heute auf die Hochhauslandschaft in Frankfurt, so wird eines klar: Frankfurt verändert sich rasend schnell. Egal, ob man ins Bankenviertel blickt oder durch das Europaviertel spaziert. Auf der einen Seiten entstehen in den neuen Immobilien Wohnungen, auf der anderen Seite Büros. Doch vielerorts vermissen wir heute an der Hochhaus-Architektur das, was uns frühere Generationen der Hochhäuser vormachten. Der Grand Tower ist dabei eine von den Ausnahmen, die optisch einigermaßen ansprechend sind, leider jedoch keinen öffentlichen Nutzen bietet.
Bauen, bauen, bauen
Überall drehen sich die Kräne, derzeit sind rund 30 Hochhäuser im Bau. Frankfurt baut, aber Frankfurt baut vor allem einfallslose Kästen. Die um sich greifenden Trends heißen Funktionalität und Schlichtheit. Man könnte sie aber auch einfach einfach nennen: Wir stellen einen Kasten hin, setzen bodenhohe Fenster ein und lassen vielleicht noch Geschosse auskragen. Fertig ist das Hochhaus. Sind also Bauherren daran schuld, Architekturwettbewerbe oder etwa die Architekten selbst? Das ist schwer feststellbar, aber alle tragen zu diesem Trend sicherlich mit bei.
Lösungssuche
Bevor die Ikonen der Frankfurter Skyline entstanden, war die Skyline wenig charmant. In den 1970er Jahren gab es nicht viele Gründe, warum man sein Herz unbedingt an die Frankfurter Architektur verschenken sollte. Frankfurt hatte damals Schimpfnamen, stand unter Druck und es gab vor allem einfallslose Bürotürme. Es mußte also etwas Neues her. Also wurden international agierende Architekturbüros beauftragt, Hochhäuser in unserer Stadt neu zu denken:
Es waren ausländische Büros wie Foster and Partners, Kohn Pedersen Fox und Helmut Jahn, die die Frankfurter Skyline zu dem gemacht haben, was sie heute ist: unverwechselbar. Wir brauchen aus diesem Grund heute wieder mehr Architektur aus dem Ausland, die Akzente setzt und Eyecatcher schafft. Einheimische Architekturbüros schaffen es bisher weitestgehend nicht.
Und bitte hört mit den einfachen Kästen auf!

Eine Architekturkritik von Michael Wutzke.
Die Meinung einzelner Autoren spiegelt nicht die Meinung der Redaktion wieder.






















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