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Neues begrüntes Bürohochhaus NION entsteht im Europaviertel

Im Europaviertel entsteht auf dem Gelände des ehemals geplanten Porsche Design Tower ein grünes über 100 Meter hohes Bürogebäude mit dem Namen NION. Der Entwurf stammt von dem renommierten Architekturbüro UNStudio aus Amsterdam, welches auch das FOUR Frankfurt geplant hat. Das NION wird die letzte noch freie Fläche im Europaviertel besetzen, direkt gegenüber des sich im Bau befindlichen Sparda Bank Towers. Der Frankfurter Projektentwickler Groß & Partner hat das ca 3.200 Quadratmeter große Areal neben dem markanten Wasserturm im September 2020 erworben und treibt seitdem die Pläne für ein begrüntes Bürogebäude voran. Ursprünglich war an der Stelle mit dem Porsche Design Tower ein ca. 80 Meter hohes exklusives Wohnhochhaus geplant.

Für das neue Bürohochhaus wurde ein nicht offener Realisierungswettbewerb mit acht Architekturbüros ausgetragen. Als Sieger daraus ist UNStudio hervorgegangen, Grüntuch Ernst Architekten sicherten sich ebenfalls den ersten Platz und eine Auszeichnung erhielten Stefano Boeri Architekten aus Mailand, welche den prominenten Bosco Verticale entworfen haben.

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NION (links) mit dem Sparda Bank Tower (rechts)

Begrünung an der Fassade und im Innenraum

Besonders an dem neuen Hochhaus sind seine intensiven Begrünungen. Auf der Südseite wird es einen öffentlichen Park geben, welcher in vertikaler Form an dem Gebäude fortgeführt werden soll. Das Atrium wird ebenfalls begrünt und erhält eine Bepflanzung vorwiegend aus Immergrün und Laubbäumen. Komplettiert durch Hängepflanzen aus den oberen Stockwerken wird das Atrium laut Entwurf einem innenräumlichen Wald ähneln. Das Sockelgebäude sowie die Südterrassen des NION werden komplett begrünt, hier dominiert eine einheimische Bepflanzung mit Laubgehölzen, kleinen Bäumen und Stauden. Die Bepflanzung an der Nordseite des Hochhauses wird vorwiegend aus Schattengewächsen bestehen, welche auch resistent gegen das raue Klima in der Höhe sind. Die der Sonne zugewandte Südseite erhält dagegen eine gemischtere und buntere Bepflanzung. Auch im Inneren des Gebäudes dominiert Grün, allerdings ist hier die Pflanzenatmosphäre künstlicher als an den Außenfassaden.

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Das NION wird somit nach dem EDEN Tower das zweite Hochhaus mit Fassadenbegrünung in Frankfurt sein. Durch den Einsatz von Geothermie in Kombination mit der hauseigenen Stromerzeugung mittels Photovoltaik-Fassaden soll ein ressourcenschonender Gebäudebetrieb sichergestellt werden. Der Frankfurter Planungsdezernent Mike Josef lobt bei dem Siegerentwurf auch „die starke Einbindung der umliegenden öffentlichen Räume“. Weiter schaffe das NION „ein Gelenk zwischen Europaallee und dem zukünftigen Park und somit zwischen dem neuen Europaviertel und dem bestehenden Gallusviertel“, so Josef.

Das Hochhaus wird mit einer flexiblen Skelettsruktur in klassischer Stahlbetonbauweise konzipiert. Der Rohbau wird vorlaufend erstellt und in modularer Bauweise ausgebaut. Fertigstellung des NION ist für Anfang 2026 geplant.

Fassadenbegrünung im Trend

Zusehends finden Begrünungen nicht nur auf Gebäudedächern sondern auch an Hochhausfassaden statt. Aus dem Frankfurter Planungsdezernat heißt es: „Wir wollen die Frankfurter Skyline zur grünen Silhouette machen.“ Der SKYLINE ATLAS erklärt die Vor- und Nachtteile von Fassadenbegrünungen an Hochhäusern.

2 Kommentare zu “Neues begrüntes Bürohochhaus NION entsteht im Europaviertel

  1. Christopher Kerkovius kommentierte: 1 Monat ago Reply

    Na endlich mal der Versuch von diesem Architekturbüro, etwas Grün in die trostlose Beton- und Glaswüste der Hochhausquartiere zu bringen! Das haben gerade DIESE Architekten mehr als nöti, nachdem sie mit Frankfurt FOUR wahrlich soch eine Wüste bauen/schaffen

  2. Marcel kommentierte: 1 Monat ago Reply

    Die Einfamilienhäuser in den Vorstädten sind da deutlich schlimmer. Dort hätte man den Platz für Wiesen und Natur, stattdessen sind Kieß- und Steingärten immer mehr vertreten.
    Sich hier im dicht besiedelten Innenstadtbereich über Betonwüsten zu echauffieren ist etwas übertrieben, somal wie hier im Projekt auch beschrieben mit Parks grüne Ausgleichsflächen für die Umgebung geschaffen werden.

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