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Frank Reuter hat das Millennium Areal als Modell nachgebaut

Der Wunsch nach einem neuen Wahrzeichen für Frankfurt, einem „Millennium Tower“ ist nicht neu. Um die Jahrtausendwende herum zeigte sich die Stadtplanung Frankfurt offen für einen über 300 Meter hohen Wolkenkratzer und bestimmte als Standort hierfür das Millennium-Areal am Güterplatz. Damit folgte Frankfurt anderen internationalen Metropolen, die die Jahrtausendwende zum Anlass nahmen, ein wirkliches architektonisches Ausrufezeichen zu setzen. Für Frankfurt sollte ein echtes Prestigeprojekt entstehen, ein Hochhaus das alle anderen in der Stadt überragt und von allen Seiten sichtbar ist. So wurden Ende der 1990er Jahre verschiedene architektonische Entwürfe für einen Millennium Tower beim Planungsdezernat eingereicht. Darunter auch ein interessantes Turmprojekt des Architekturbüros Albert Speer und Partner, den T 365 mit einer ursprünglichen Höhe von 369 Metern und insgesammt 97 Etagen. Das Hochhaus sollte Platz für ca. 200.000 Quadratmeter Nutzfläche bieten und die Form des Wolkenkratzers ähnelte einem überdimensionalen schlanken Oval.

Im Jahre 2001 bekam der Millennium Tower dann Baurecht. Auch Donald Trump fand Interesse an dem Grundstück und plante fortan das höchste Wohnhochhaus der Welt in Frankfurt. Doch aufgrund diverser Ungereimtheiten mit der DT Trump Deutschland zerschlugen sich die Pläne und der Bau konnte nicht wie geplant 2003 beginnen. Das Millennium Projekt wurde schließlich 2007 noch einmal auf der Immobilienmesse Cityscape in Dubai vorgestellt. Aber durch die Wirtschaftskrise 2008 konnte auch dieses Mal keine Umsetzung des Hochhauses erfolgen.

Ferdinand Heides Siegerentwurf

Viele Jahre später, also 2020, wurde ein neuer Architekturwettbewerb ausgeschrieben, dem sich 8 Architekturbüros anschlossen. Darunter David Chipperfields Arch, Ingenhoven Arch., Ferdinand Heide Arch., OMA Rotterdam, Schneider und Schumacher Arch., 3 X N Kopenhagen und Herzog de Meuron Basel.

Am 6.12.2021 wurden schließlich die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs mittels einer offiziellen Pressekonferenz bekanntgegeben. Das Frankfurter Architekturbüro Ferdinand Heide Architekten sicherte sich dabei den ersten Platz. Aufgrund der sehr hohen Kosten eines 369 Meter hohen Turms entschied man sich auf dem Areal für zwei Hochhaustürme. Der Hauptturm wird mit seinen 288 Metern den Commerzbank Tower als höchstes Hochhaus Deutschlands ablösen.

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Der Siegerentwurf von Ferdinand Heide

CA Immo Frankfurt - Pressekonferenz Millenium Tower - Dezember 2021

Die Pressekonferenz am 06.12.2022

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Das Modell

Auch der Modellbauer Frank Reuter verfolgt seit Jahren die Entwicklungen rund um das Millennium-Areal. Ein Modell des ehemaligen Entwurfs von dem Architekturbüro Albert Speer hatte er bereits im Maßstab 1:1000 nachgebaut. Als die Wettbewerbsergebnisse dann Ende 2021 feststanden konnte sich Frank Reuter ein eigenes Bild der Entwürfe im Planungsdezernat machen und die gesammelte Information zurück in die Werkstatt mitnehmen.

Der Entwurf des Millennium Towers besteht in der Hauptsache aus einer in sich verdrehten Fassadenform, die sich 288 Meter in die Höhe schraubt. Diese ermöglicht einen größtmöglichen Lichteinfall in die unteren Etagen des Gebäudes. Da der Millennium Tower und das 157 Meter hohe benachbarte Wohnhochhaus sehr dicht beieinanderstehen, können Verschattungen der Plaza auftreten. Die Schwierigkeit des Modells besteht hierbei, die geschwungene Hochhausform im Papiermodell nachzubilden.

Frank Reuter machte sich fortan an die Arbeit, Fotos, Grundrisse und Gebäudeansichten des Millenium Areals auszuwerten. Los ging es damit, die Fassadenteile mittels Bleistift und Lineal im Maßstab 1:1000 auf Papier zu zeichnen. Dies setzte auch diverse mathematische Rechnungen mit dem Taschenrechner voraus.

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So entstand nach und nach ein Gebäudeensemble mit fünf Gebäuden auf dem Papier. Im nächsten Arbeitsschritt wurden die Modellzeichnungen kopiert.

Nun konnten erste Entwürfe des Millennium Towers mit 300 Gramm Tonkarton gebaut werden, um zu sehen, wie sich die verdrehte Gebäudeform beim zusammenkleben verhält. Ein schwieriges Unterfangen beim Zusammenkleben der Kartonteile. Nach dem sechsten Versuch war eine vernünftige Form erreicht.

Frank Reuter konnte nun mit dem eigentlichen Bau des Gebäudeclusters beginnen. Mittels der aktuellen Grundkarte wurde die freie Fläche des Millennium Areals beklebt. Daraufhin wurden die Gebäudekanten der Grundrisse aufgezeichnet.

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Die gezeichneten Kopien der Hochhausbauten und Nebengebäude wurden nun mit Buntstift ausgestaltet. Dann wurden alle Papierteile mit Schere und Cuttermesser genau ausgeschnitten und auf 300 Gramm Tonkarton geklebt. Somit erhielten die Modellteile die nötige Stabilität. Später wurden alle geschnittenen Teile geritzt und in Form geknickt.

Im letzten Arbeitsschritt formte Frank Reuter die ausgeschnittenen Modellteile zu Gebäuden zusammen und klebte sie auf die Grundrisszeichnungen des Grundkartenareals.

Nun war das Gebäudeensemble im Maßstab 1:1000 errichtet und konnte auf die noch freie Fläche auf der Stadtplatte von Frank Reuter gestellt werden. Dort fügte sich das Modell ausgezeichnet zwischen die schon bestehenden Hochhäuser ein.

Der Entwurf lässt sich sehen, nun freut sich Frank Reuter auf den Baustart der echten Türme. Er ist froh, dass die Frage um das Millennium Areal endlich geklärt sei und Frankfurt an dieser Stelle einen echten Zugewinn für seine imposante Skyline erhalten wird.

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Der Modellbau-Profi: Frank Reuter

Frank Reuter ist leidenschaftlicher Modellbauer. Seit seiner Kindheit interessiert er sich für Wolkenkratzer in aller Welt und bastelt diese nach. Mit Papier und Kleber, ganz ohne Computervorlage, entwirft er seine Hochhausmodelle. Neben der vollständigen Frankfurter Skyline hat Frank Reuter weitere spannende Projekte nachgebaut. Darunter ein 1,70 Meter großes Modell des Frankfurter Messeturms, sowie Modelle unter anderem vom Burj Khalifa oder dem Chrysler Building in New York City.

Dabei blieb seine Arbeit nicht unbemerkt von den Medien. Es folgte eine Berichterstattung durch die Deutsche Presse Agentur (dpa) sowie daraufhin Veröffentlichungen in Zeitungen wie der Frankfurter Allgemeine Zeitung, der Immobilien-Zeitung und der HNA. Weiterhin folgten TV-Berichte wie bei RTL und im Hessischen Rundfunk.

Ein Kommentar zu “Frank Reuter hat das Millennium Areal als Modell nachgebaut

  1. Holger Börner kommentierte: 4 Monaten ago Reply

    Hallo ihr super toller Bericht über das Millennium Tower Modell,
    und über die Bebauung des Millenniums Areal.

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