Skyline-Foto Frankfurt - Luftaufnahme - Mainhattan und seine Wolkenkratzer im August 2019

Hochhaus-Entwicklungsplan 2021: Drei Hochhauscluster für Frankfurt

Etliche städtebauliche Rahmenpläne definieren seit vielen Jahrzehnten, wo in Frankfurt am Main hohe Gebäude entstehen dürfen. Seit dem Jahr 1998 versucht die Stadt, Hochhäuser nicht mehr über die Stadt verteilt zu errichten, sondern stattdessen in Pulks zu gruppieren. Diese Clusterbildung hatte zur Folge, dass die Frankfurter Skyline zu dem geworden ist, was sie heute ist: dicht.

In den letzten rund zwanzig Jahren lag der Fokus der Stadtentwicklung für Hochhausprojekte insbesondere auf dem Bankenviertel und dem Europaviertel. Doch gerade im neu gebauten Europaviertel sind im Übergang zum Hauptbahnhof nicht mehr viele neue Hochhaustürme zu erwarten.

Die Stadt Frankfurt arbeitet daher an einer Fortschreibung des Hochhausrahmenplans von 2008, die voraussichtlich im Jahre 2021 vorgelegt werden soll. Diesmal wird jedoch das Hochhausleitbild für Frankfurt nicht von Prof. Jochem Jourdan und seinem Team vorgelegt, sondern von zwei bisher öffentlich nicht benannten Büros.

Neue Hochhausstandorte sollen in Frankfurt nicht in gewachsenen Wohnvierteln entstehen, damit scheiden Bahnhofsviertel, Westend, Nordend und angrenzende Bereiche für die Entwicklung aus. Das haben die Konflikte in der 1970er Jahren nur zu gut gezeigt.

Die voraussichtlichen Entwicklungsschwerpunkte im Hochhausleitbild 2021 sind aber schon durchgesickert:

Neue Hochhäuser sollen hier entstehen

Hochhausentwicklungsplan 2021 - Karte für geplante Hochhausstandorte - Neue Hochhauscluster

Bankenviertel

Das Bankenviertel soll auch weiterhin städtebaulich verdichtet werden. Insbesondere der Bereich Neue Mainzer Straße und Willy-Brandt-Platz sollen diesbezüglich untersucht werden.

Ostend

Dass die Europäische Zentralbank sich gerne erweitern möchte, war schon seit einigen Monaten bekannt. Auf dem Gelände der EZB wurde daher von der Stadt Frankfurt ein Hochhausturm von circa 60 Metern Höhe ins Spiel gebracht.

Doch auch unabhängig von dieser Entwicklung scheint das Gebiet um den Danziger Platz für weitere Hochhausentwicklungen prädestiniert. Schließlich gibt es hier wenig erhaltenswerte Bausubstanz und das Gebiet entwickelt sich schon heute dynamisch weiter. Allerdings sollen neue Hochhäuser im Ostend laut einem Sprecher der Stadt Frankfurt (siehe Zeitungsartikel der FNP) das Alleinstellungsmerkmal der EZB erhalten, was bedeutet, dass neue Türme in diesem Bereich eher niedriger ausfallen werden.

Südlich vom Hauptbahnhof

Seit längerem nicht in Erscheinung getreten als besonderer Schwerpunkt der Hochhausentwicklung ist das Gebiet südlich des Frankfurter Hauptbahnhofs und Richtung Osten am Mainufer entlang. Hier war zwar einst der Campanile geplant, doch seit dem Bau des Westhafen Towers und dem Hochhaus der IG Metall ist in diesem Bereich nicht viel passiert. Das könnte sich mit der Neuauflage des Hochhausrahmenplans verändern.

Kein Zeitdruck bei der Veröffentlichung

Das Planungsdezernat hat es beim neuen Hochhausentwicklungsplan indes nicht eilig. Ursprünglich sollte dieser Hochhausplan bereits 2019, dann 2020 vorgelegt werden. Auch bei der für 2021 angekündigten Neuauflage besteht aus Sicht der Stadt aktuell kein dringender Handlungsbedarf. Durch die Coronakrise geriet der bereits gesteckte Zeitplan ohnehin weiter in Verzug, weil festzustellen sein wird, welche Auswirkungen COVID 19 auf den Bedarf in Sachen Hochhäuser haben wird.

Nichtsdestotrotz wird die Stadt Frankfurt in den kommenden Wochen weitere Details zur geplanten Ausarbeitung des neuen Hochhausrahmenplans veröffentlichen.

Update 12. Oktober 2020: Laut Artikel von Bernd Günther in der F.A.Z. fordert der Ortsbeirat 4 für das Ostend ein Mitspracherecht bei der Diskussion um neue Hochhausstandorte. Von Politikern der Fraktionen sind westlich des Ostbahnhofs drei mögliche Standorte für Gebäude mit Höhen von 75, 70 und 50 Metern benannt worden.

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