Lesedauer: 3 Minuten
Millennium Areal Frankfurt - Geplante Hochhäuser von CA Immo - Millennium Towers - Panorama Frankfurt für den Architekturwettbewerb

Im Europaviertel werden zwei neue Hochhaustürme auf dem 8.700 Quadratmeter großen Millennium-Areal entstehen, wo ursprünglich einmal der Millennium Tower vorgeschlagen wurde. Anstatt einem sehr hohen Wolkenkratzer werden nun gleich zwei neue Hochhäuser entstehen, die gemeinsam die ursprünglich veranschlagte Fläche aufnehmen werden.

Zum Gebäudeensemble des Millennium-Areals gehören zwei Wolkenkratzer und eine dazugehörige Blockrandbebauung.

Der 67-geschossige Turm soll 260 Meter Höhe haben und Büros und Hotelflächen aufnehmen. Daneben soll ein 43-geschossiger Wohnturm mit 150 Metern Höhe errichtet werden, der sowohl frei finanzierte Wohnungen wie auch geförderten Wohnraum beinhalten soll. Dies wurde durch den neu verhandelten Bebauungsplan ermöglicht.

Weiterhin wird erwartet, dass die Höhe der beiden Türme später noch höher ausfallen wird als derzeit angegeben. Daraufhin deutet auch die Geschossübersicht der Türme, bei der oberhalb der 260 Meter Marke noch ein Dachaufbau vorhanden ist.

Millennium Towers Frankfurt - Millennium Areal - Hochhäuser - CA Immo - Nutzungen - Planung - Stand 30.09.2020

Die Stadt Frankfurt und der Projektentwickler CA Immo haben hierzu kürzlich einen städtebaulichen Vertrag geschlossen, auf dessen Grundlage CA Immo einen Architekturwettbewerb unter internationalen Architekturbüros ausgelobt hat.

Demnach soll ein Verfahren gemäß Richtlinie für Planungswettbewerbe der Bundesarchitektenkammer stattfinden (RPW 2013). Es fand ein offener, einstufiger Einladungswettbewerb statt, bei dem es ein Rückfrage- und Zwischenkolloquium ebenfalls am 30. September 2020 gab.

Es ist ein erfahrenes Preisgericht mit 5 Fachpreisrichtern und 4 Sachpreisrichtern installiert worden. Die Fachpreisrichter setzen sich zusammen aus Architekten, Stadtplanern und Vertretern der Stadt Frankfurt. Die Sachpreisrichter sind Vertreter der Stadt Frankfurt sowie von CA Immo.

Die folgenden Büros wurden eingeladen, Wettbewerbsbeiträge einzureichen:

  • 3XN Architects (Kopenhagen)
  • Cobe (Kopenhagen)
  • David Chipperfield Architects (London/Berlin)
  • Ferdinand Heide Architekt (Frankfurt)
  • Herzog de Meuron (Basel)
  • Ingenhoven Architects (Düsseldorf)
  • OMA (Rotterdam)
  • Schneider + Schumacher Architekten (Frankfurt)

Weitere Informationen: Architekturwettbewerb Millennium-Areal im PDF Format (CA Immo)

Stand Januar 2021: Der Immobilien-Projektentwickler CA Immo teil auf Anfrage mit, dass die Arbeiten der Teilnehmer des Wettbewerbs fristgerecht eingereicht wurden. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation wurde die Jurysitzung auf Ende April 2021 verschoben. Es ist daher erst für Ende April 2021 oder gar Mai 2021 mit Ergebnissen aus dem Architekturwettbewerb zu rechnen.

Millennium Tower Areal - Millennium Areal Frankfurt am Main - Neue Millennium Towers von CA Immo - Baufortschritt Millennium Tower - September 2020

Pressekonferenz am 30. September 2020

Am 30.09.2020 fand eine Pressekonferenz statt, bei der die Stadt und der Projektentwickler über Einzelheiten des städtebaulichen Konzepts der beiden Türme und über die Zielsetzungen der Projektentwicklung sowie des Wettbewerbs informierten. Dabei anwesend waren auch Mike Josef (Planungsdezernent) und Matthias Schmidt (Geschäftsführer CA Immo Deutschland). Die Berichterstattung hierzu wie folgt:

Guten Morgen, es ist 10:15 Uhr. Der Versammlungsort im Kap Europa füllt sicht langsam.

Architektur Wettbewerb - Millennium Areal Pressekonferenz - Millennium Tower - CA Immo - Urban Benchmarks
Kap Europa - Konferenzraum - Pressekonferenz Millennium Tower
Architekturwettbewerb Millennium Areal

Es ist 10:25 Uhr. Jetzt geht es los.

Planungsdezernent Mike Josef spricht: Der einst geplante Millennium Tower sei aufgrund von Baukosten schwer zu vermarkten, daher wird die ursprünglich vorgesehene Fläche auf zwei Türme verteilt. Ein Architekturwettbewerb wurde dafür initiiert und Büros am 23. September 2020 hierzu eingeladen. Ergebnisse dieses Wettbewerbs sollen bereits Anfang 2021 vorstellt werden.

Es sollen am Millennium Areal zwei Türme geben: der höhere ist mit 260 Meter Höhe geplant, der niedrigere soll 150 Meter hoch werden. Der höchste Türm soll Deutschlands höchster Wolkenkratzer werden – exakt 1,30 Meter höher werden als die strukturelle Höhe des Commerzbank-Turms (258,7 Meter). Der hohe Turm soll außerdem eine öffentliche Aussichtsplattform erhalten.

Josef führt weiter aus: Künftig sollen Sockelgeschosse von Hochhäusern weiter belebt werden. Dies sei auch vorgesehen im künftigen  Hochhausrahmenplan. Es sollen ganz grundsätzlich vor allem gemischt genutzte Türme in Frankfurt entstehen, die es technisch gesehen ermöglichen, später Nutzungsänderungen vorzusehen (zum Beispiel Büro zu Hotel).

Nutzungsmix Millennium Areal Hochhäuser - grüne Flächen dienen dem Wohnen

Matthias Schmidt von CA Immo führt aus: Frühestens im Jahre 2023 soll der Bauantrag eingereicht werden. „Wir planen mit einem Zeithorizont von acht bis neun Jahren ab heute.“ Weiter führt er aus: „Zentrumsnahe Bürostandorte werden in Zukunft stärker nachgefragt als Standorte am Stadtrand.“

Schmidt ergänzt: „Wir streben Investitionen in einem hohen dreistelligen Millionen Euro-Bereich an. Der genaue Betrag hängt vom Ergebnis des Wettbewerbs ab.“

Schmidt weiterhin: „Home Office wird nicht das Büro ersetzen, das zeigen unsere Erfahrungen. Wir gehen weiterhin davon aus, dass Büroflächen künftig weiter nachgefragt werden.“ Er fügt hinzu: „Wir stehen vor einer weiteren Metropolisierung, viele Menschen wollen einfach in den großen Städten wohnen.“

Mehrfach wird daraus verwiesen, dass insbesondere die Nachhaltigkeit der Projektentwicklung im Fokus stehen soll.

Die Darstellung der Türme ist unverbindlich und wird sich mit dem Architekturwettbewerb ändern. Im niedrigeren Türm sollen nur Wohnungen entstehen (in grün dargestellt).

Es ist 11:03 Uhr. Nach Rückfragen aus dem Publikum ist die Pressekonferenz beendet.

Interview mit Prof. Jochem Jourdan

Prof. Jochem Jourdan ist Architekt und Stadtplaner. Er legte ab 1998 zwei Hochhausentwicklungspläne für Frankfurt vor, die auch das Millennium-Areal als Hochhaustandort untersuchten. Aufgrund dieser vorgelegten Plänen wandelte sich die Main-Metropole in den letzten Jahrzehnten zur Wolkenkratzer-Stadt.

Unsere Leser reichten Fragen ein, die der renommierte Stadtplaner beantwortete.

Professor Jochem Jourdan - Architektur und Stadtplaner in Frankfurt am Main - Hochhausentwicklungsplan Frankfurt - Interview

8 Kommentare zu “Hochhäuser am Millennium Areal

  1. Frank Reuter kommentierte: 7 Monaten ago Reply

    Wenn man bedenkt, dass der erste Millennium Tower vor gut 20 Jahren vorgestellt wurde und eine Höhe von 369m haben sollte, ist der Vorschlag von 2 Gebäuden verschiedener Höhen auf dem Areal
    städtebaulich in der jetzigen Wirtschaftslage eine kluge und nachhaltige Wahl.

    Die Städtebauliche Architektur hat sich in den letzten Jahren den menschlichen Bedürfnissen angepasst, so dass Gigantomanie der Frankfurter Skyline nur schaden würde. Für einen Pluspunkt halte ich auch im oberen Geschoss des höheren Gebäudes eine öffentliche Aussichtsplattform mit Gastronomie für Besucher aus dem In- und Ausland. Auch die Form und Gestaltung der Gebäude sollte nicht aus den Augen gelassen werden, da das höhere Gebäude wohl das Höchste von Deutschland werden wird. (Besonderheit und Prestige)

  2. Dr. Stefan Schlöhmer kommentierte: 7 Monaten ago Reply

    Ein weiterer Turm mit einer eine Bauhöhe von ca. 260 m wird der Skyline von FFM gut tun. Natürlich wären 300 m plus netter, aber machen wir uns nichts vor: Seit 25 Jahren ist kein echter Wolkenkratzer mehr gebaut worden. Daher ist diese Entscheidung ein Grund zur Freude, Kritik ist unangebracht. Ein vierter Turm mit „deutlich über 200 m“ wird gemeinsam mit Messeturm, ONE / Four und CoBa der Backbone der Skyline sein.

  3. Holger Börner kommentierte: 7 Monaten ago Reply

    Super, endlich mal wieder ein richtiger Wolkenkratzer für die Stadt und Region nach so langer Zeit. Das die 369m nicht ausgeschöpft werden, war ja angekündigt. Die 300m Marke zu knacken, wäre schon toll gewesen. Hoffentlich werden es diesmal echte 260m. Wenn man vom Messeturm/Commerzbank Tower die Pyramide/Technikgeschosse wegnimmt sind es ja eigentlich 220 bzw 200m. Die Architekten haben da ja auch eine Aufgabe vor sich, an dem Standort und neben dem Messeturm der das Wahrzeichen für Frankfurt/Mainhattan ist. Bin mal gespannt, wie der Entwurf für den neuen Skyscraper wird.

  4. Volker Henrizi kommentierte: 5 Monaten ago Reply

    Die Verfasser der bislang drei Kommentare auf dieser Seite sollten allesamt dringend mal einen Kurs in deutscher Rechtschreibung belegen..

  5. Mahdi Naimi kommentierte: 4 Monaten ago Reply

    Guten Abend,

    Wann werden die Ergebnisse vom Millennium Areal bekannt gegeben? Gibt es schon erste Entwürfe? Für eine Antwort würde ich mich sehr freuen!!

  6. admin kommentierte: 4 Monaten ago Reply

    Bei der Pressekonferenz wurde gesagt, dass bis Ende Januar 2021 die Ergebnisse vorliegen sollen. Ob das realistisch ist, bleibt abzuwarten. Denn es ist ja schon ein großer Aufwand für alle Beteiligten. Sobald wir etwas dazu erfahren, schreiben wir darüber hier in den Webseiten, im Newsletter und auf Social Media.

  7. Christopher Kerkovius kommentierte: 2 Monaten ago Reply

    Es wäre schön, wenn endlich auch einmal wieder wirkliche Gestaltung von Architektur in den Focus geriete! Zudem wünschte ich, dass auch der Aspekt „Grüne Architektur“ in FFM allmählich auftauchen würde! Beim EDEN scheint ja ein erster zaghafter Versuch gemacht zu werden! Hier böte sich doch eine neuerliche Möglichkeit! Wenn man mal nach Singapur schaut, könnte man sicher einige konstruktive Anregungen erhalten! Ich kenne diese Architektur auch nur aus den Medien. Aber sie ist jedem zugänglich.

  8. Reiner kommentierte: 1 Monat ago Reply

    Warum wird nicht mal in Deutschland über 300m gebaut oder in Frankfurt 369m wäre schon schön für Frankfurt und Deutschland gewesen andere Länder schaffen es doch auch höher zu bauen warum Deutschland nicht .Wenn man ein so hohes Gebäude hat von über 300m hat ist das auch ein Anziehpunkt für die Stadt das viele Besucher kommen

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